Children need hope, they need REWA
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Zukunftsplanung für Zanskar-Lobzang: Studium in Mumbai ab 2020

Kinderschicksal Armut und Krankheit im Himalaja

 

Ein Kinderschicksal bestehend aus Armut und Krankheit kann durch Einsatz, Ausdauer und Unterstützung völlig geändert werden. Die Geschichte mit dem Jungen Lobzang aus Zanskar begann für den Verein Ladakh-Hilfe 2008 und ist noch lange nicht zu Ende geschrieben.

Deutsche Freiwillige entdeckten im Jahr 2008 während eines Arbeitseinsatzes im entlegenen Zanskargebiet einen kleinen 8jährigen Jungen, der in den Bergen Ziegen hütete und beim Gehen sehr stark hinkte. Als sie nachforschten, erfuhren sie seine erschütternde Geschichte. Als Lobzang’s Mutter starb, heiratete der Vater wieder und gründete eine neue Familie, in der der Junge nicht mehr erwünscht war. Er wurde zu seiner alten Tante geschickt, die in bitterer Armut lebt und sich nun um das Kind kümmerte. Vor und nach dem Schulbesuch war es Lobzang’s Aufgabe, die Ziegen der Tante zu hüten. 2007 begann seine Hüfte bei jedem Schritt weh zu tun.  Aber für Rücksicht auf schmerzende Hüften war keine Zeit und ihm blieb nichts anderes übrig, als die Zähne zusammenzubeißen und weiterzumachen. Die Schmerzen wurden immer schlimmer, er konnte ohne Stock nicht mehr laufen.

Lobzang mit der deutschen Therapeutin, die ihn 2008 in Zanskar fand

Nach Rücksprache mit der Tante arrangierten die Therapeutinnen den Transport des Jungen nach Leh in das Government-Krankenhaus. Dort wurde die Diagnose Knochentuberkulose gestellt. Für Lobzang würde das ein monatelanger Krankenhausaufenthalt bedeuten. Aber wer kümmert sich um ihn, wer bezahlt die teuren Medikamente für seine Behandlung, wer sorgt sich um eine nährstoffreiche Ernährung? Zu oft sehen wir Patienten, bei denen wir uns wünschten, wir hätten sie Monate oder Jahre früher gesehen, weil mancher Schaden hätte verhindert werden können.

Eine erwachsene Schwester, die sich noch nie für das Schicksal ihres Bruders interessiert hatte, wurde in Leh, der Hauptstadt Ladakhs ausfindig gemacht. Um Lobzang’s Pflege zu übernehmen, musste sie ihren Job aufgeben, denn die Zustände im Krankenhaus sind mit den europäischen nicht vergleichbar. 20-30 Patienten liegen alle in einem großen Saal mit einer Toilette. Da für diese Patienten nur eine Krankenschwester zuständig ist, die allerdings weder die Patienten wäscht, noch sich um deren Toilette oder um Essen kümmert, sind pro Patient meist mehrere Angehörige anwesend, die diese pflegerischen Tätigkeiten übernehmen und sich um Essen kümmern. Betten für die Angehörigen gibt es keine, sie schlafen auf dem Steinboden neben den Patienten.

Ladakh-Hilfe übernahm die Kosten für den Verdienstausfall der Schwester und die Behandlung des Kindes. Unsere einheimischen Therapeutinnen betreuten den Jungen regelmäßig, sprachen ihm Mut zu, brachten Spielsachen und hochwertige Nahrungsmittel. Lobzang kannte solche Dinge wie Obst, Süßigkeiten, Fruchtsäfte und frisches Gemüse nicht und weigerte sich anfangs, diese fremden Dinge zu essen. Mangelernährung trägt zur Entstehung von Knochentuberkulose bei.

Lobzang 2008 im Krankenhaus in Leh mit bester Betreuung

Lobzang verbrachte 6 Monate im Krankenhaus. Dann konnte er auf Gehstützen gehend entlassen werden. Er wurde völlig gesund ohne bleibende Schäden.  Die einheimischen Angestellten der Ladakh-Hilfe kümmerten sich um einen Platz in der Regierungsschule in der ersten Klasse, denn Lobzang hatte viel nachzuholen. Nach ein paar Jahren wechselte er in eine private Schule und ein Internat, finanziert von einer Patin aus Leipheim. Wir blickten in seine Zukunft und sahen einen jungen Menschen, der ohne Hilfe zu Armut und Arbeitslosigkeit verdammt war. Immer wieder besuchten wir ihn und fanden einen schüchternen, aber dankbaren Jungen vor, der uns versprach, sich beim Lernen viel Mühe zu geben. Wir legten großen Wert auf das bestandene Examen der 12 Klasse, denn damit ist ihm Tür und Tor geöffnet zu einer guten Ausbildung. Als er das Examen dann wegen 2 Fächern nicht bestand, verschwand er erst einmal einen ganzen Sommer aus Scham und arbeitete bei einer Trekkingagentur. Im Winter machten ihn unsere Mitarbeiter ausfindig und redeten ihm ins Gewissen. Er lies mit sich reden und stürzte sich mit Nachhilfeunterricht nochmals in die Studien für den Abschluss und bestand ihn endlich 2019.

Lobzang 2017 mit Karola Wood beim Ladakh-Marathon

Mittlerweile hatten sich die Pläne für den Neubau des Therapiezentrums REWA 2020 weitgehendst entwickelt, die Zukunft war am entstehen. Zwei weitere einheimische Mädchen studierten in Südindien, um später als professionell ausgebildete Fachkraft für REWA zu arbeiten.

Wir redeten mit Lobzang darüber, ob er Interesse daran hätte, nach Mumbai zu gehen und dort Orthopädietechniker zu studieren. Davon wollte er nichts wissen, er wollte auf keine Fall Ladakh verlassen. Seine Idee war der indischen Armee beizutreten. Also liesen wir ihn ziehen. Aber bei der Armee wurde er nicht aufgenommen, vermutlich wegen seiner Erkrankung als Kind. Plötzlich war wieder bei REWA, mittlerweile seine enge Familie, unterrichtete die Sonderschulkinder und wußte, dass er nun die Gelegenheit wahrnehmen musste. Im November 2019 bekamen wir den Bescheid: Er war bereit Ladakh zu verlassen und zu studieren.

 

Wir freuen uns alle sehr darüber. Wir möchte ihn gerne im Frühjahr 2020 nach Mumbai in das „ All India Institute For Physical Medicine And Rehabilitation“ zu senden, um dort entweder Orthopädietechniker (indisch: prosthetics and orthotics)zu lernen oder ein anderes Studium zu absolvieren, mit dem er später den Kindern mit Behinderung in Ladakh helfen kann. Die Absolventen der Studiengänge dieses Institutes sind alle für Regierungsjobs zugelassen. Das Studium dauert 4 ½ Jahre und kostet ca. mit Internat und Gebühren 3500 € im Jahr, pro Monat benötigen wir ca. 300 €.

 

Sponsoren gesucht für Studium

 

Um Lobzang (und den behinderten Kindern in Ladakh) diese Lebens-Chance zu geben, suchen wir jetzt Sponsoren, die den jungen Mann mit einer monatlichen Spende (ihrer Wahl)  über 4 ½ Jahre helfen werden, einen anerkannten und wichtigen Beruf zu lernen.

 

Bitte schreiben Sie uns unter kinder@ladakh-hilfe.de, wenn Sie Interesse haben. Weitere Infos in unserer Homepage unter www.ladakh-hilfe.de

 

Lobzang (Mitte, sitzend) im Kreise des REWA Teams 2019

Lobzang (2. von rechts) beim Happy Childrens Day im November 2019

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Spendenkonto:

 

Ladakh-Hilfe e.V., 

Sparkasse Günzburg

 

BIC: BYLADEM1GZK

IBAN: DE237205184 00008187981 

Telefon Counseling in Kargil, June 2020

Kontakt-Contact: 

Ladakh-Hilfe e.V.

Kesslerstrasse 4 
89367 Waldstetten, Germany

 

Tel.: +49 8223 9665522
 

E-Mail: 

kinder(add)ladakh-hilfe.de

 

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