Children need hope, they need REWA
Children need hope, they need REWA

Kinderspezialistin Marlo Fischer schreibt ihren Abschlussbericht, 16.09.2018

Ich sitze auf der Terrasse. Die Sonne hat sich hinter Wolken versteckt und der Wind rauscht durch die Pappeln, zusammen mit Weiden der normale Baumbestand. Außerdem wachsen hier viele Aprikosenbäume und auch Apfelbäume. Als Gebüsch ist Sanddorn häufig. Es wird kühler.

Nach 3 Monaten Ladakh nun ein Rückblick.

Die erste große Schwierigkeit für mich war die Sprache. Nicht besonders geübt im Englischen, war die indische Variante eine große Herausforderung. Aber auch die ladakhischen Namen der Kinder, die oft so ähnlich klingen und im Deutschen keine Gedächtnisstütze bieten, konnte ich schwer merken.    Wie wichtig mir die Sprache ist, merke ich auch jetzt am Ende. Ohne die ladakhische Sprache bleibt mir so viel mehr von den Kindern verborgen, und das fehlt mir. Ohne die ladakhische Sprache entgeht mir aber auch Information im Tagesablauf, was zu Überraschungen und Verwirrung führen kann.

Manche Überraschung und Verwirrung entsteht auch durch die andere Einstellung zum Begriff Zeit. Eine Ladakhin sagte zu mir: „Wir sind nie in Eile.“ In ganz Leh fand ich nicht eine öffentliche Uhr. Als oft getriebene Europäer nehmen wir uns immer wieder vor, mehr im Jetzt zu leben. Dann rückt die Planung für die folgende Zeit in den Hintergrund.

Mit viel Erfahrung aus einer Kinderpraxis fehlte mir jedoch die Erfahrung mit größeren schwerbehinderten Kindern. Sie werden in Deutschland in den Schulen versorgt. In diese Aufgabe musste ich mich erst einarbeiten.

In Leh kommen jeden Tag sehr viele Kinder zu Rewa, sodass wir oft Schwierigkeiten haben, alle zu behandeln. Ich habe den Eindruck, dass Chuskit, Rinchen und Othzer den Überblick behalten. Mir gelang das meist nicht. Mein Schwerpunkt lag bei der Behandlung von Säuglingen und der Unterstützung bei Problemen der Wahrnehmung. Ich habe aber auch gerne mit den anderen Kindern gearbeitet. Ihre Freude ist groß, wenn ihnen in der Therapie etwas gelingt, was sie alleine noch nicht können. Man sieht es in ihrem Gesicht, auch wenn sie es mit Worten nicht ausdrücken können. Ich frage mich, wie viel die Kinder mit technischen Hilfsmitteln sagen könnten. Wir sind in Deutschland bevorzugt, dass wir alle Spezialisten vor Ort haben, wie Logopäden und auch Orthopädiemechaniker, die Schienen anpassen können. Es gibt zwar Schienen im Lager, aber es ist Zufall, wenn sie passen. Und sie anzupassen erfordert Wissen, das die meisten von uns nicht haben.

Gerne bin ich zu Hausbesuchen mitgefahren. Die oft sehr schwer betroffenen Kinder und auch eine erwachsene Frau in ihrem Umfeld zu erleben, gab mir noch andere Einblicke in das ladakhische Leben.

Dass Mütter und Väter mehrfach in der Woche mit ihren Kindern zu Rewa kommen und mit ihnen den Tag dort verbringen, kann ich mir so in Deutschland nicht vorstellen. Sie sind aktiv, helfen sich gegenseitig und setzen die Therapie selbständig fort. Auch beim Mittagessen sind sie eine große Hilfe. In Kargil ist das merkwürdigerweise anders. Dort nützen die Mütter die Zeit zum Ausruhen.

Ein Anliegen war mir auch, Dolkar zu ermutigen, beim Transport der Kinder auf ihren Rücken zu achten. Nun nützt sie besonders für Stanzin Rigzin und für Riswana den Rollstuhl. Riswana hat darauf gedrängt, mit ihr das Umsetzen vom Rollstuhl auf die Toilette zu üben.

Der Transport der Kinder im Rollstuhl mit dem Bus macht Schwierigkeiten. Die Straßen sind teilweise so schlecht, dass Kinder und Rollstühle im Bus hüpfen. Es bedarf also einer besonders guten Befestigung, die trotzdem gut handhabbar ist. Darüber müssen wir noch nachdenken.

Besonders gefreut hat mich, dass ein Anfang gemacht wurde, die Eltern nach ihren Möglichkeiten finanziell an den Kosten zu beteiligen. So ist eine Basis geschaffen, dass Rewa einmal auf eigenen Beinen stehen kann.

Ich wünsche Rewa von Herzen eine stabile selbstbestimmte Zukunft.

Marlo   

 

 

Danke Marlo für deine selbstlose und hoch qualifizierte Hilfe in Ladakh! Du hast eine tolle Arbeit geleistet, die dem REWA Personal viele neue Impulse gegeben und vielen Kindern geholfen hat. Danke dass du Widrigkeiten souverän getragen hast und wir dich sogar zum Tanzen beim Picknick überreden konnten! We love you!

REWA Team/Karola Wood

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