Children need hope, they need REWA
Children need hope, they need REWA

Wer wir sind und wie es anfing

Es fing 2002 mit einem Artikel in der deutschen Physiotherapiezeitung an: Gesucht wurden Physiotherapeuten, die es sich vorstellen konnten, im entfernten Himalaya in einem entlegenen Bergdorf das schwer behinderte (Zerebralparese) dreijährige Mädchen Rigzin zu behandeln. Die Medizinstudentin Johanna Komp hatte im Rahmen eines Freiwilligeneinsatzes als Englischlehrerin für buddhistische Nonnen im entlegenen Lingshed das behinderte Kind gefunden und sich dafür eingesetzt, dass es Hilfe bekam. Von ihr stammte der Artikel in der Fachzeitschrift.

Karola Wood und ihr Mann wollten schon immer einmal den Himalaya besuchen. Karola war Physiotherapeutin in einer neurologischen Klinik, ihr Mann Orthopädietechnikermeister in einem Sanitätshaus. Die Kinder waren aus dem Haus und der gemeinsame Jahresurlaub ließ sich arrangieren. Beide hatten langjährige Bergerfahrung und bewarben sich. Sie bereiteten sich ein Jahr lang auf den Einsatz vor, Johanna Komp half ihnen dabei. Aus ihrem Freundeskreis kam die Anfrage um Mitarbeit und die Anregung, einen Verein zu gründen, um dieses Unternehmen auf solide Füße zu stellen. Dankbar nahmen sie die Hilfe und den Vorschlag an und ein warmer Juni Sonntag 2002 wurde zum Gründungstag des Ladakh-Hilfe e.V., das heutige Rückrad des Unternehmens.  

Karola bei der feierlichen Eröffnung des RAC in Leh 2009

Im August/September folgte die fünfwöchige Reise nach Ladakh in Nordindien, ein Land imWesthimalaya. Sie führten viele Hilfsmittel für die arme Bergbevölkerung mit sich: Kinderschuhe, Kleidung, Medikamente, Verbandsmaterial, nützliche Geschenke, Nahrung, Spielsachen und therapeutisches Werkzeug zur Behandlung von Rigzin. Für das Ehepaar wurde es eine Reise ins Mittelalter. Sie trafen die freundlichsten Menschen der Erde, begegneten dem Buddhismus hautnah und verliebten sich in das Land der hohen Pässe, seine Kultur und die Einwohner. Der Abschied fiel schwer, vor allen Dingen von Rigzin, die ihnen inzwischen sehr ans Herz gewachsen war. Sie lebt allein mit ihrer Mutter, Schwester und Großmutter in sehr armseligen Verhältnissen in einem Bergdorf, das nur über einen 4 Tage langen Treck zu erreichen ist. Die Kostials versprachen noch mehr zu helfen. Durch den bisherigen Behandlungserfolg bei Rigzin wurden ihnen weitere behinderte Kinder vorgestellt mit der Bitte, Hilfe für diese zu organisieren. Wieder zu Hause kam die Aufarbeitung des Erlebten und das Einlösen des Versprechens: Karola schrieb Zeitungsartikel, hielt Dia-Vorträge und Rundfunkinterviews, um ihr Anliegen zu verbreiten und den Freundskreis zu erweitern. Sie organisierte Physiotherapeutinnen, die ihre Arbeit in Ladakh weiter führen würden.

Im Februar 2004 kam per E-Mail eine weitere für sie überraschende Anfrage: In einem anderen entlegenen Bergdorf wurde ein schwer behindertes Mädchen gefunden, das 17 Jahre von ihren Eltern aus Scham versteckt worden ist.

Ob sie wohl kommen und das Kind behandeln würden? Sie mussten nicht lange überlegen und die Vereinsmitglieder unterstützen sie dabei auch tatkräftig.

So kam es, das bei diesem zweiten Einsatz die Eltern ihre Kinder mit Bitte um Hilfe  von überall her zu ihnen brachten,  Kontakte zu verschiedenen gleichgesinnten Einheimsichen geknüpft und eine Physiotherapieausbildung für Einheimische angeregt. Zusätzlich entstand der Plan für den Druck eines Selbsthilfebuches für Eltern behinderter Kinder.

Karola mit Diskit in Kurambik, 2004

Unser Anliegen: Hilfe zur Selbsthilfe


„Gib dem Hungernden einen Fisch, und du rettest ihn heute vor dem Tod. Lehre ihn Fische zu fangen! Er und seine Familie werden für das ganze Leben versorgt sein“

 

Die Arbeit mit den Menschen in den einsamen Berggegenden erfordert viel Geduld und Einfühlsamkeit. Der Versuch, unseren Standard diesen Menschen über zustülpen, führt zu Frustrationen und unverständlichen Reaktionen. Sie sind durch die Konfrontation mit dem „Westen“ sehr verunsichert und ihr wunderbares ökologisches Gefüge ist in Gefahr. Diese sehr praktisch veranlagten Menschen können mit  wenig Hilfestellung und Richtungsweisung durch uns sehr viel selbst bewegen. Die völlig andere Lebenssituation der Bergbevölkerung lässt sich mit einem einfachen Beispiel beschreiben: Rigzin ausLingshed (fünf Jahre alt) war2004 noch so klein, dass sie von ihrer Mutter auf dem Rücken in einem Tragetuch getragen werden konnte. Damit kam sie mit Hilfe ihrer Mutter noch im steilen Dorf herum, traf dadurch Leute, wurde stimuliert und integriert. Aber sie wird größer und schwerer. In Deutschland würde man sofort an eine Rollstuhlversorgung denken, für das Kind sicherlich sinnvoll. Aber auf den steilen, steinigen Wegen in Lingshed war es völlig unmöglich, mit einem Rollstuhl zu fahren. Was sprach jedoch gegen ein kleines Eselchen mit einem speziell angefertigten Sattel, in dem Rigzin aufrecht und geschützt sitzen kann? Der Tischler vor Ort fertigte einen solchen Sattel ohne große Probleme und kostengünstig an und so ein Esel kostet 60 Euro, viel weniger als ein Rollstuhl bei uns. Außerdem kann das Tier von der Familie zusätzlich zur Feldarbeit eingesetzt werden und amortisiert hierdurch sein Futter.

Juli 2013: Rigzin-Stanzin ist mittlerweile ein großes, körperlich schwer eingeschränktes, aber glückliches Mädchen geworden. Die Familie siedelte nach Leh um, weil die Großmutter alt und gebrechlich geworden war und Rigzin in Leh die Therapie und Hilfsmittel bekommen würde, die sie braucht. Um die Familie zu unterhalten, arbeitet Rigzins Mutter für den Verein gegen Entgelt. Wir unterstützen auch die ältere Tochter der Familie mit einer ausgezeichneten Schulbildung. Die Großmutter, die immer auf Stanzin aufpasste,  starb 2012 und nun bringt Thugjay ihre Tochter Stanzin immer mit ins RAC zur Arbeit.

Mehr über Rigzing-Stanzin (update 2013) finden sie hier.

 

Karola in Lingshed mit Rigzin, 2004
Rückenschule in Tar, 2004

Wir sehen hier einen berechtigten Grund für unsere Arbeit in Ladakh

 

Durch das RAC (REWA Ability Center) können Betroffene und ihre Angehörigen aus der Umgebung von Leh 4x wöchentlich unter professioneller Anleitung geschult und behandelt werden. Die Kinder werden, wenn möglich, auf den Besuch der öffentlichen Schule vorbereitet. Bei schwer behinderten Kindern besteht die Möglichkeit einer Dauerbehandlung/-Betreuung durch die Therapeuten/Angestellten von Ladakh-Hilfe (REWA).

Die Einheimischen wurden von unseren deutschen Physiotherapeuten, einheimischen Ärzten und medizinischem Fachpersonal zu so genannten „PhysioAids“ mit einer soliden Basis an Wissen ausgebildet. In den letzten Jahren haben wir das fast das gesamte Personal nach Delhi in eine Phyiotherapieschule geschickt, wo sie ein Diploma erwerben konnten, oder wir haben Leute eingestellt, die bereits ausgebildet waren. Unsere beiden Teams in Leh und Kargil werden weiterhin von speziell ausgesuchten Therapeuten/VoluntärenInnen aus dem deutschsprachigen Raum fortgebildet.  Das gesamte medizinische Fachpersonal in Ladakh wird bei allen unseren Besuchen in den Dörfern mit eingebunden und zur Nachsorge angeleitet (gelingt leider nicht immer).

Als weiteres Informationsmedium haben wir informative Flyer über unsere Arbeit (Englisch und Deutsch) und schriftliche Materialien produziert, die wir überall mitnehmen und verteilen. Sie klären Eltern und die Bevölkerung auf und informieren. In kargil werden derzeit (2013) Materialien entworfen, die in verschiedenen Sprachen über die Problematik der Behinderungen aufklären sollen.

Unsere wöchentlichen Hausbesuche, Reisen in die verschiedenen Dörfer in allen Gegenden Ladakhs und der Einsatz bei unterschiedlichen öffentlichen Veranstaltungen schafften uns in der Vergangenheit einen Bekanntheitsgrad und sicherten uns die Achtung der Bevölkerung. Im Jahr 2010 arbeiten wir bereits mit vielen Institutionen und NGOs zusammen, in der Bevölkerung sind wir akzeptiert und Leute kommen zu uns für Hilfe, derzeit ist die offizielle Anerkennung 100%.

Wir werden weiterhin der Familie von Rigzin-Stanzin helfen und gemeinsam nach Wegen suchen, die diesen hilfsbedürftigen Menschen ein würdiges Leben fern der absoluten Armut ermöglicht. Seit 2006 ist Rigzins Mutter beim Verein angestellt und verrichtet Arbeiten für die Therapeutinnen, kümmert sich um die Wohnungen und hilft im RAC, kocht Mittagessen für das Personal.

Seit 2007 besitzt der Verein einen Jeep, mit dem die Angestellten und Freiwilligen durch die bessere Transportmöglichkeit ein größeres Einzugsgebiet und somit mehr Patienten betreuen können, seit 2008 einen weiteren Kleinbus. Wir haben Gelder zur Anschaffung neuer Transportfahrzeuge für Leh und Kargil bei der deutschen Entwicklungshilfe beantragt und sie wurde im Juli 2013 bewilligt. Somit können wir mit den gespendeten Geldern für den Jeep (anteilige Eigenfinanzierung 25 %) und den Geldern vom BMZ neue Fahrzeuge anschaffen.

2007 wurde die Gründung des einheimischen Vereins "REWA Society - Ladakh Children Disability Group" in die Wege geleitet, im Jahr 2011 wurde er offiziell registiert. Diesem Verein haben wir mittlerweile die Verantwortung für die Arbeit übertragen.

2009 eröffneten wir das Therapiezentrum RAC (REWA Ability Centre) im Herzen von Leh, in dem wir unsere Kinder aus der Umgebung betreuen, im Sommer 2010 wurde der behindertengerechte Spielplatz vor dem Zentrum fertiggestellt, im September 2010 ein Erlebnis-Wahrnehmungspfad konstruiert.

 Im August 2010 wurde von Karola Wood mit Hilfe von Einheimischen in Kargil ein neuer Stützpunkt für die Arbeit von REWA für die Kinder im gesamten Kargil-Distrikt gegründet, die Arbeit begann dort 2011. Das Kargil Team ist ein starkes Team mit großer Vision und wir sehen in Kargil einen immens expandierenden Wirkungsbereich. 

 

 

Wir möchten Sie dazu ermutigen, durch die Seiten dieser Homepage zu streifen um sich in eine Welt entführen zu lassen, die der unseren so fremd ist. Wenn Sie in der Schatztruhe von Informationen wühlen, werden ihnen noch viele Hintergründe aufgedeckt, die sie überraschen, ja, die sogar unglaublich erscheinen!

Diese ganze Geschichte ist eine Geschichte voller Wunder und menschlichem Hingabe. Vielleicht kann ich Sie auch mit dem „Virus“ infizieren, der mich und viele andere schon gepackt hat: Eine Begeisterung und Zuneigung für diese Land und seine Leute, die mein Leben bereichert und es mir leicht macht, mich in diese Menschen hineinzufühlen und sie zu unterstützen.

Karola Wood

Update Juli 2013

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Renovierung im RAC Leh abgeschlossen!

Ladakh-Hilfe e.V.
An der Schiessmauer 53
89359 Koetz, Germany

 

Tel.: +49 8221 273802
Fax: +49 8221 273706

E-Mail  

kinder(add)ladakh-hilfe.de

 

 

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