Vorinfo für alle zukünftigen Freiwilligen von

Ladakh - Hilfe e.v. , Stand Mai 2011

Diese Informationen sind von den Freiwilligen in Ladakh zusammengestellt worden und resultieren aus ihren eigenen Erfahrung. Alle Angaben sind unverbindlich und nur als Anregung und Hilfe zur Vorbereitung gedacht.

Hier haben wir einige Informationen gesammelt, die immer wieder gefragt werden oder unklar sind. Wir hoffen, dass sie euch eure Vorbereitung erleichtern - würden euch aber auf jeden Fall bitten, bei allen Unklarheiten die Leute vor Ort telefonisch zu kontaktieren (siehe Ausstattung der Wohnung), um genauer nachfragen zu können.


Fluggesellschaften:
Air India ist sehr streng bzgl. des Gepäckgewichtes (20kg).
Bei Turkish Airlines kann man 30 kg mitnehmen, wenige Kilos darüber stören sie nicht. Nachteil ist, dass der Flug wegen einer Zwischenlandung in Istanbul insgesamt länger dauert, dafür aber auch günstiger ist, als andere Airlines.
Nach Leh fliegen Jet Airways und Indian Airlines, seit 2007 gibt es mehrere neue Fluglinen wie Daccar, King Fisher usw. Man kann diese Flüge über das indische Internetreisebüro www.makemytrip.com buchen. Lufthansa bietet günstige Tarife, wenn man rechtzeitig bucht. Ausserdem gibt es bei Lufthansa einen kurzen Direktflug München-Delhi-München zu angenehmen, stressfreien Tageszeiten.


Übernachtung in Delhi:

Da die Flugzeuge nach Leh im Sommer alle sehr früh starten, hat man häufig eine kurze Aufenthaltszeit in Delhi. Ein Taxi in die Stadt zum Beispiel ins Tibeterviertel kostet one way 300 rs und braucht in den Stosszeiten bis zu einer Stunde.
Man hat aber die Möglichkeit, daß man mit dem kostenlosen Shuttle Bus vom International Airport zum Domestic Airport fährt und sich über den Airport Manager (muß man sich durchfragen) einen Ruheraum (restroom) vor Ort mietet: kostet 450 rs mit Fernseher, WC und Dusche.
Es gibt sowohl Doppelzimmer als auch Zimmer mit 2 Betten. Da kann es sein, dass man sich das Zimmer mit einer gleichgeschlechtlichen Person teilen muss. Trotz der Lage direkt am Airport ist es nicht so laut, dass man nicht schlafen könnte. Man muß nicht so früh aufstehen und ist direkt beim check - in.

Ansonsten wurden in folgenden Guesthäusern positive Erfahrungen gemacht:

HOME AWAY FROM HOME
www.sarai.in , www.homeindelhi.com
(Nicht dass schoenste hostel, aber günstig und sicher, es gibt essen dort)

Wongdhen house new tibetan colony, manju ka tilla
phone: 0091-1-23816689
unbedingt vorher reservieren. holen einen wohl auch mit prepaidtaxi vom
flughafen ab.
New peace house new tibetan colony, manju ka tilla
phone: 0091-1-23811777
ebenfalls unbedingt vorher reservieren!
Lhasa house new tibetan colony, manju ka tilla
phone: 0091-1-23939888
email: lhasahouse@rediffmail.com
Unbedingt vorher reservieren. Das Zimmer sollte mind. im 1 Stock sein, besser noch höher und nicht zur Straßenseite raus.

Vorschlag: Kein Leitungswasser zum Zähneputzen verwenden, sondern nur Wasser aus einer Trinkwasserflasche.

Vorsicht: Als "Trinkwasser" bezeichnetes Wasser aus den Leitungen muss trotzdem noch abgekocht werden


Finden unserer Unterkunft:
Wir wohnen seit 1.1.2009 in Changspa, direkt an der Changspa Road in Richtung Shanti Stupa im Ortsteil Changspa. Auf der rechten Straßenseite nach der Brücke (wenn man vom Main Market aus kommt) findet Ihr ein Schild: Sonamchan Guesthouse. Generell bieten wir einen Abholservice für die Freiwilligen. Ihr braucht Euch also um nichts mehr kümmern als vorher bei den Therapeuten vor Ort euere Ankunftszeit durchzugeben. Aber falls das alles mal nicht hin haut aus Gründen, die nicht immer vorhersehbar sind, gebt die obigen Anweisungen an den Taxifahrer.


Ausstattung unserer Wohnung:

Die Wohnung ist voll eingerichtet. Insgesamt stehen 5 Betten zur Verfügung. Es gibt 2 Badezimmer mit Toilette, die aber nur in den Monaten von April bis November benutzbar sind. Zusätzlich gibt es ein Plumpsklo (Ladakhi-Toilette) draussen für den Winter.
Es ist vorhanden und muß nicht mitgebracht werden:
- Bettlaken, Kopfkissenbezüge, Kopfkissen, Wolldecken
- In der Küche Teller, Tassen, Töpfe, im Wohnzimmer/Büro sind Schreibtisch, Stuhl, Einbauschränke und einheimische Wohnzimmereinrichtung vorhanden für die WG
- Für das Wohnzimmer gibt es eine Gasheizung und 2 Solarlampen sind vorhanden zum Lesen, seit 2008 ein Akkuladegrät
- Im Winter gibt es Holzofen, eine zusätzliche Gasheizung steht zur Verfügung
- Wärmeflaschen für 5 Personen
- Bücher - sowohl Fachliteratur als auch Belletristik in Deutsch (s .Liste)
- Ein englisches Wörterbuch

- Einige Kleidungsstücke von Vorgängerinnen sind vorhanden wie Pullis, Jacken usw.

TELEFON: Festnetznummer: 0091 - 1982 - 255179
Das Telefon kann von uns nur für lokale Telefongespräche genutzt werden = wir können nicht nach Deutschland telefonieren, aber dafür von Deutschland aus angerufen werden. Die Zeitverschiebung beträgt während der Sommerzeit in Europa +3,5 Std., bei Winterzeit + 4,5 Std. Die Freiwilligen sind am Besten vor Ort während der Abendstunden ab 19h zu erreichen bis max 22h = Ortszeit in Leh, oder vormittags zwischen 9-10 h Ortszeit.

Handy: Nummer: 0091 - 94 - 19177789
Sollte v.a. für die Arbeit vor Ort genutzt werden. Das Handy darf nicht von Deutschland aus angerufen werden.
2010: Deutsche Handys können in Ladakh genutzt werden, wenn man sich in Leh eine Sim-Karte besorgt. Dazu benötigt Ihr eine Kopie des Reisepasses und zwei Passfotos. Die Einheimischen werden Euch dabei helfen. 2009 haben wir das alle so gemacht und es hat wunderbar funktioniert. Man kann für 6 Cent die Minute nach Deutschland telefonieren. Zwar fällt der Verbindungsaufbau manchmal recht schwer, aber dem Hartnäckigen gelingt alles!!!

Adresse:

REWA Society

Snow View Hotel Upper Changspa (Adresse von David Sonam, Praesident von REWA)

LEH, Ladakh 194101, India

Telefon vor Ort: +917298689930

oder +9419178598

Post: Post nach und von Deutschland braucht zwischen 2 - 3 Wochen. Pakete aus Deutschland sind sehr teuer und nicht alle kommen an. Wenn man ein Paket aus Deutschland schickt, sollte es unbedingt neutral aussehen, komplett mit Klebeband zugemacht sein oder am besten in Stoff eingenäht (Indische Art der Verpackung)!

Laptop: Wir haben ein neues (Windows Vista) und drei gebrauchte Laptops (Windows XP).
Seit Mai 2008 gibt es einen unzuverlässigen Internetzugang in der Wohnung (Stromausfälle, Satellitenproblme, wie überall in Ladakh). Seit Mai 2009 verfügen wir auch noch über einen Braodband Internet Anschluß. Auf dem Laptop schreiben wir längere Emails für den Kontakt mit Deutschland vor, speichern sie auf USB-Stick und verschicken sie, wenn unser Internetzugang funktioniert. Es gibt auch noch viele Internet Cafes, eine Stunde kostet etwa 120 INR. Ausserdem gibt es jetzt auch einen Drucker mit Scanner und Kopierfunktion in der Wohnung. Der Laptop wird in erster Linie für die Arbeit genutzt und privat nur unter Einhaltung der Vorschriften (siehe Standards im Ordner im Office).


Mitbringen:

Unbedingt Schlafsack!!


Man muss zwischen der Kleidung im Sommer und im Winter deutlich unterscheiden.
Sommer: Leichte Kleidung
Pulli und Jacke zum drüberziehen für morgens und abends.
T-Shirts ohne Ärmel sollte man aus kulturellen Gründen nicht tragen sowie keine kurze Hosen
(oberhalb Knie ).
Turnschuhe und Sandalen
Treckingschuhe sind nur notwendig, wenn man wirklich trecken will
Evt. Regenjacke, auf jeden Fall Windstopper.

Es gibt hier schöne Stoffe zu kaufen und beim Schneider kann man sich im Ladakhi-Stil Kombinationen nähen lassen, ca ~ 100 rps.

Fotofilme: Selber mitbringen und Speicherkarte

Winter: Daunenjacke ist gut (Gibt es in Leh günstig für 20 Euro aufwärts)
Dicker Pulli + dünnerer zum drunterziehen (Zwiebelprinzip)
Lange Unterwäsche (ist aus Baumwolle + Synthetik auch hier zu kaufen, die Paßform ist nur nicht
so gut)
Warme Schuhe mit fester Sohle reichen aus, es sei denn man will Trecks machen - dann Treckingschuhe
Mütze, Handschuhe, Schal, Socken (Sind sehr gut hier zu kaufen - kratzen teilweise)

Es gibt hier Second Hand Läden, in denen man sich noch billiger ausstatten kann.

Generell: Kosmetikartikel (das Meiste bekommt man auch hier - Shampoo, Lotion, Duschgel usw.)
Sonnencreme mit hohem LSF (Sind noch Reste von Vorgängerinnen vorhanden)
Stirnlampe mit AKKU-Batterien
Feuchttücher für Toilette und zum Hände reinigen nach Behandlungen.
Handtücher - besser aus Microfaser, da sie schneller trocknen (Gilt natürlich auch für andere Kleidungsstücke).
Verschiedene Teesorten (Hier gibt es nur Schwarztee und grünen Tee).
Kaffee: Es gibt nur löslichen Nescafe (Italienische Espressomaschine funktioniert gut, jedoch bekommt man hier nicht den passenden Kaffee - also mitbringen).
Abgepackte Lebensmittel kann man ohne Probleme einführen.
Spezielle Gewürze (Z.b. Gemüsebrühe gibt es hier nicht).
(Binden von Allways und Ob´s gibt es in einigen Läden zu kaufen ).
Toilettenpapier und Papiertaschentücher sind verhältnismäßig teuer (35 INR eine kleine Rolle Toilettenpapier, 2009).
Putzlappen und Geschirrtücher müssen immer mal wieder erneuert werden (Bekommt man hier nicht so gut).

Trecks: - Isomatten kann man sich hier zuschneiden lassen aus Schaumstoff.
Mikropurtabletten oder Wasserfilter (für die Wohnung NICHT notwendig, da man das abgekochte Wasser gut trinken kann und im Sommer seine leeren Plastikflaschen mit kaltem, abgekochtem Wasser für 7 rps auffüllen lassen kann).
- Turnschuhe mit fester Sohle oder Treckingschuhe (selbst für den 6000er stok kangri brauch man
keine steigeisenfeste Trekkingschuhe und nur sehr selten Steigeisen)
- Zelt NUR, wenn man selbständig einen Trek macht - sonst wird das Zelt von der Agentur gestellt,
genauso wie Isomatten

Batterien: Aus Umweltgründen sollte man bitte alle batteriebetriebenen Geräte mit Akku-Batterien ausstatten. In Leh gibt es seit 2006 die Möglichkeit, Batterien zum Recyceln wegzugeben bei der Dsomza in der Stadt.

Wäsche waschen:
Im Sommer ist eine gute Wäscherei in der Refill-Station/Dzomsa offen, die mit ökologischem Waschmittel wäscht.
Ansonsten müssen wir per Hand waschen. Auch im Winter trocknen die Sachen relativ schnell - abhängig vom Material + Wetterlage zwischen 2 - 3 Tage. Die Wäsche darf NICHT im Haus gewaschen werden, sondern immer vor dem Haus.

Seit August 2007 bietet Thugjay, Rigzins Mutter, einen Service zum Wäsche waschen an. Die Preise für das Waschen der persönlichen Wäsche sollten mit ihr individuell ausgehandelt werden, wenn ihr Service gewünscht wird.


Brille/Kontaktlinsen:
Beides gut möglich. Bei weichen Kontaktlinsen ist die Sauerstoffversorgung der Augen wegen der dünnen
+ trockenen Luft noch schlechter. Wer in Deutschland schon Probleme mit trockenen Augen hat, sollte vielleicht eher auf Linsen verzichten und Brille sowie Sonnenbrille mit Stärke nutzen.
Generell sind harte Linsen besser verträglich, da sie sauerstoffdurchlässiger sind und nicht so viel Flüssigkeit brauchen.
Renu - Kontaktlinsenmittel gibt es hier zur kaufen - ist jedoch nur für weiche Linsen.


Medizinische Vorbereitung:
Körperlich sollte man gesund sein und etwas Sport treiben. Die Höhenanpassung wird aber nicht durch die sportliche Aktivität verbessert.
Eine Woche vor Abreise sollte man mit ASS 100 beginnnen, um das Blut zu verdünnen. Nach der Ankunft am besten noch eine weitere Woche einnehmen.
Es gibt auch ein pflanzlichen Präparat: Gingko biloba, 120 mg / Tag . Fünf Tage vor Ankunft anfangen und dann noch einen weiteren Tag nach der Ankunft.

Die meisten Freiwilligen verlieren anfangs viel Zeit mit der Höhenanpassung. Deswegen den Anflug rechtzeitig buchen und viel Zeit einplanen.


Impfungen für Ladakh:
Was man auf jeden Fall haben sollte:
Tetanus!!!! (Auffrischung)
Diphterie
Polio
Hep. A + B= Update 2008: Hep. B ist in Ladakh am Vormarsch, viele Menschen erkranken daran
Thypus

evtl. Tollwut

In Rücksprache mit Experten für Impfungen evtl. Meningokokkenencephalitis, japan - b -encephalitis
Malaria ist aufgrund der Höhe eigentlich nicht notwendig, ausser man plant eine Weiterreise in den Süden. Bitte wegen den Impfungen zusätzlich noch den eigenen Hausarzt konsultieren.

Probleme mit Durchfällen:

Die Art von Bakterien (Lamblien), die die meisten Freiwilligen plagen, kommen nicht durch Getränke, Wasser und Speisen, sondern durch mangelnde Hygiene der Hände. Deswegen empfehlen wir euch dringend, vor allen Dingen nach den Kinderbehandlungen die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Es ist auch sinnvoll, die Arbeitskleidung, zumindest die oberste Lage, nach den Behandlungen zu Hause zu wechseln. Die meisten Kinder in diesen Ländern sind mit diesen Bakterien infiziert und wir holen sie uns über den engen Kontakt. Also ganz wichtig: Außerordentlich gute Händedesinfektion, wenn ihr euch was Gutes tun wollt. Ein kleines Fläschchen Händedesinfektionsmittel oder desinfizierende Waschtücher im Rucksack schützt vor vielen Problemen. Wer länger bleibt, kann sich vorsorglich vom Hausarzt gleich Antibíotika für diesen Zweck verschreiben lassen und mit nehmen. Viele FW haben diese Massnahme zu schätzen gewußt.


Höhenanpassung:
Die ersten drei Tage sollte man sich nicht zuviel vornehmen, viel Schlafen und Trinken. Wenn man sich gut fühlt, kann man mit einer kleinen Expedition in die Stadt anfangen.
Typische Probleme aufgrund der Höhe: Kopfschmerzen
Taumelgefühl im Kopf
Erbrechen
Kreislaufkollaps
Reduzierte körperliche Belastbarkeit
"Atemnot" v.a. nachts oder bei körperlicher Aktivität
Herzrasen
Erhöhtes Schlafbedürfnis,
Appetitlosigkeit
Vermehrter Harndrang
Magenprobleme bis hin zu Durchfall
(Bei Bluthochdruckpatienten bitte vorher mit dem behandelnden
Kardiologen sprechen und die ggf. Dosis erhöhen - der Blutdruck kann deutlich ansteigen!!!)


Typische Krankheiten vor Ort:

Durchfall
Erkältung / Husten
Grippe


Reiseapotheke:
Kopfschmerzmittel
Elektrolytmittel (Z. B. Colina spezial)
Antibiotika und gegen Erkältung evtl. Sinupret
Zink
Betaisadonnasalbe
Am besten homoepathische Durchfallmittel (Immodium sollte man eigentlich nicht nehmen)
Augentropfen v.a., wenn man zu trockenen Augen neigt.
Nasensalbe oder Nasenspray (besonders im Sommer)


Medizinische Versorgung vor Ort:

Es gibt traditionell tibetische Amchis, die pflanzliche Medizin verschreiben, was ähnlich unserer homoepathischen Medizin ist.
Im Krankenhaus wird nach westlicher Medizin behandelt und sehr schnell, sehr starke Antibiotika verschrieben.
Im Falle von Höhenkrankheit ist das SNM-Krankenhaus auf entsprechende Behandlung eingerichtet. Bei Problemen bitte immer sofort zuerst unse Angestellten kontaktieren, die helfen weiter, auch wenn sie nicht im Dienst sind. Wir haben gute Erfahrungen mit prompter Hilfe im KKH gemacht. Die Behandlungen im SNM Krankenhaus sind frei, Medikamente müssen bezahlt werden.



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