Rigzin Angmo, unser "Urkind, erhielt im Herbst 2007 vom Dalai Lama einen neuen Namen: "Stanzin"


Rigzin im Stuhl beim Zähneputzen mit ihrer Schwester Lobzang Dolma 2004

Mit ihr fing alles an. Die Medizinstudentin Johanna Komp fand sie im Sommer 2001 als zweijähriges, schwer behindertes Mädchen auf dem Küchenboden in ihrem Haus in Lingshed. Johanna verbrachte ihre Zeit in dem entlegenen Bergdorf, um den Nonnen Englisch zu unterrichten. Zu diesem Einsatz hatte sie Geshe La, der Abt des großen Lingshed Klosters, bei einem seiner Deutschlandbesuche geworben. Sie versprach der sehr jungen Mutter von Rigzin, Hilfe für das zerebralgeschädigte Kind zu organisieren. Rigzin hat eine fünf Jahre ältere, gesunde Schwester und eine Großmutter. Die vier Frauen lebten alleine in einem kleinen, baufälligen Haus und bewirtschaften zwei Felder als „Lehensbauern“.  Das ganze Land und Haus gehört den Stiefbrüdern von Rigzins Mutter Thugjay, die auf die zweite Familie ihres Vaters nicht sehr gut zu sprechen sind. Thugjay hat noch eine jüngere Schwester, Lobzang Dolma, welche von Geshe La unterstützt eine Ausbildung in Bangalore, in Südindien machte. Mit Lobzang Dolma kamen wir per E-Mail in Kontakt und erfuhren viel über die Familie und ihre Probleme. Die Mutter von Rigzin ist schon zweimal geschieden, es ist kein Mann da, der zur Existenzsicherung und Hilfe in der Landwirtschaft beiträgt.

Als wir im September 2003 in Lingshed ankamen, wurden wir sehnsüchtig erwartet. Wir fanden zwei sehr magere Frauen vor, die uns unter vielen Tränen ihr Leid klagten. Sie leben in unglaublich ärmlichen Verhältnissen. Das zusammenge-brochene Dach der winzigen, verrußten Küche wird durch einen Balken notdürftig abgestützt. Unsere tägliche, vierstündige Arbeit mit dem gelehrigen Kind schweißte uns eng mit der Familie zusammen. Wir ließen einen speziellen Stuhl für Rigzin bauen, kauften ihr ein Eselchen mit Spezialsattel für ihren Transport und sorgten für gesunde Ernährung. Die Familie wurde in die Therapie des Kindes eingewiesen. Wir kamn darauf folgenden Jahr wieder nach Lingshed und besprachen Pläne der Umsiedlung der Familie nach Leh.

2010

2010 findet die Familie in einer sehr veränderten Situation. Die ältere Tochter Lobsang befindet sich dank deutscher Sponsoren seit 2005 in der privaten Moravian Mission Schule und wohnt im Lionsclub Hostel. Ihr Ziel ist ein guter Schulabschluss und dann eine Ausbildung zur Physiotherapeutin.

Lobzang im August 2009

Die Mutter arbeitet für Ladakh-Hilfe/REWA als "Housekeeper", hilft den Freiwilligen, betreut das neue Therapiezentrum als eine Art Hausmeisterin und kümmert sich um viele Kleinigkeiten. Sie greift uns auch als Hilftherapeuting kräftig unter die Arme. Dadurch kann sie ihre alte, kränkelnde Mutter und die behinderte Tochter versorgen, die alle zusammen in einem kleinen Zimmer im Lingshed-Labrang in Leh wohnen.

Thugjay bei der Vorbereitung für die Eröffnung vom Therapiezentrum 2009

Thugjay als Hilfstherapeutin im RAC 2009

 

Rigzing-Stanzin durchläuft eine erfreuliche Entwicklung durch die regelmäßige Betreuung und Therapie, ist ein fröhliches Kind, das rege am Leben teilnimmt, wird aber immer schwerbehindert und dadurch ein Pflegefall bleiben. Sie ist mittlerweile über 10 Jahre alt und für Thugjay zu schwer über längere Strecken zu tragen. Wir suchen immer noch nach einer passenden, behindertengerechten Bleibe für die Familie, ihre Probleme sind immer noch nicht alle adequat gelöst. Aber wir arbeiten daran und können mit der derzeitigen Situation für eine gute Betreuung und ein Auskommen für die Familie garantieren.

Stanzin und Tina im Juli 2009

Rigizin-Stanzin wird immer Physiotherapie und andere Therapien benötigen, deswegen sind wir sehr froh, wenn wir einen Sponsoren finden, der die Kosten für diese Therapien übernehmen wird.

 
alle vier Frauen 2004 in Lingshed

Patenschaft: Sonja E. aus Darmstadt

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