Rigzin
im Stuhl beim Zähneputzen mit ihrer Schwester Lobzang
Dolma
2004
Mit
ihr fing alles an. Die Medizinstudentin Johanna Komp
fand sie im Sommer 2001 als zweijähriges, schwer behindertes Mädchen
auf dem Küchenboden in ihrem Haus in Lingshed.
Johanna verbrachte ihre Zeit in dem entlegenen Bergdorf, um den
Nonnen Englisch zu unterrichten. Zu diesem Einsatz hatte sie Geshe
La, der Abt des großen Lingshed Klosters,
bei einem seiner Deutschlandbesuche geworben. Sie versprach der
sehr jungen Mutter von Rigzin, Hilfe für das zerebralgeschädigte
Kind zu organisieren. Rigzin hat eine
fünf Jahre ältere, gesunde Schwester und eine Großmutter. Die
vier Frauen lebten alleine in einem kleinen, baufälligen Haus und
bewirtschaften zwei Felder als Lehensbauern.
Das ganze Land und Haus gehört den Stiefbrüdern von Rigzins
Mutter Thugjay, die auf die zweite Familie
ihres Vaters nicht sehr gut zu sprechen sind. Thugjay
hat noch eine jüngere Schwester, Lobzang
Dolma, welche von Geshe La unterstützt
eine Ausbildung in Bangalore, in Südindien
machte. Mit Lobzang Dolma
kamen wir per E-Mail in Kontakt und erfuhren viel über die Familie
und ihre Probleme. Die Mutter von Rigzin
ist schon zweimal geschieden, es ist kein Mann da, der zur Existenzsicherung
und Hilfe in der Landwirtschaft beiträgt.
Als
wir im September 2003 in Lingshed ankamen,
wurden wir sehnsüchtig erwartet. Wir fanden zwei sehr magere Frauen
vor, die uns unter vielen Tränen ihr Leid klagten. Sie leben in
unglaublich ärmlichen Verhältnissen. Das zusammenge-brochene Dach
der winzigen, verrußten Küche wird durch einen Balken notdürftig
abgestützt. Unsere tägliche, vierstündige Arbeit mit dem gelehrigen
Kind schweißte uns eng mit der Familie zusammen. Wir ließen einen
speziellen Stuhl für Rigzin bauen, kauften
ihr ein Eselchen mit Spezialsattel für ihren Transport und sorgten
für gesunde Ernährung. Die Familie wurde in die Therapie des Kindes eingewiesen. Wir kamn darauf folgenden Jahr wieder
nach Lingshed und besprachen Pläne der Umsiedlung der Familie
nach Leh.
2010
2010
findet die Familie in einer sehr veränderten Situation. Die
ältere Tochter Lobsang befindet sich dank deutscher Sponsoren
seit 2005 in der privaten Moravian Mission Schule und wohnt im Lionsclub
Hostel. Ihr Ziel ist ein guter Schulabschluss und dann eine Ausbildung
zur Physiotherapeutin.

Lobzang
im August 2009
Die
Mutter arbeitet für Ladakh-Hilfe/REWA als "Housekeeper",
hilft den Freiwilligen, betreut das neue Therapiezentrum als eine
Art Hausmeisterin und kümmert sich um viele Kleinigkeiten.
Sie greift uns auch als Hilftherapeuting kräftig unter die
Arme. Dadurch kann sie ihre alte, kränkelnde Mutter und die
behinderte Tochter versorgen, die alle zusammen in einem kleinen
Zimmer im Lingshed-Labrang in Leh wohnen.

Thugjay
bei der Vorbereitung für die Eröffnung vom Therapiezentrum
2009

Thugjay
als Hilfstherapeutin im RAC 2009
Rigzing-Stanzin
durchläuft eine erfreuliche Entwicklung durch die regelmäßige
Betreuung und Therapie, ist ein fröhliches Kind, das rege am
Leben teilnimmt, wird aber immer schwerbehindert und dadurch ein
Pflegefall bleiben. Sie ist mittlerweile über 10 Jahre alt
und für Thugjay zu schwer über längere Strecken zu
tragen. Wir suchen immer noch nach einer passenden, behindertengerechten
Bleibe für die Familie, ihre Probleme sind immer noch nicht
alle adequat gelöst. Aber wir arbeiten daran und können
mit der derzeitigen Situation für eine gute Betreuung und ein
Auskommen für die Familie garantieren.

Stanzin
und Tina im Juli 2009
Rigizin-Stanzin
wird immer Physiotherapie und andere Therapien benötigen, deswegen
sind wir sehr froh, wenn wir einen Sponsoren finden, der die Kosten
für diese Therapien übernehmen wird.

alle
vier Frauen 2004 in Lingshed
Patenschaft:
Sonja E. aus Darmstadt