Patenschaft Sonam 2010
Bericht
über Sonam Y.
Sofort
sticht das junge, gepflegt aussehende Mädchen mit den langen,
dunklen Haaren und den schönen braunen Augen aus der Horde von
Kindern, welche im Rewa Bus vor dem Therapiezentrum ankommen, heraus.
Mit
ihren 16 Jahren ist sie eine der Ältesten hier. In die Therapieräumlichkeiten
muss sie getragen werden. Das war nicht immer so
Sonam kam mit einer Spina bifida zur Welt. Dies bedeutet, dass sich
das Neuralrohr im lumbalen Bereich nicht vollständig geschlossen
hat. Die Folge davon war die Bildung eines Klumpfusses sowie eine
Schwäche im linken Bein. Trotzdem war das Mädchen bis zu
ihrem elften Lebensjahr ohne Hilfsmittel gehfähig. Auf Grund
eines Unfalles beim Eislaufen verletzte sie sich ihr linkes Sprunggelenk
und hatte in Folge starke Schmerzen. Daher suchten die Eltern mit
ihr einen Arzt auf, der die Spina bifida am Rücken des jungen
Mädchens entdeckte. Seiner Ansicht nach wäre eine Operation
unumgänglich, erklärte er den Eltern. Da die Familie in
ärmlichen Verhältnisse lebt, war an die Kostenübernahme
eines neurochirurgischen Eingriffes ihrerseits nicht zu denken. Also
kümmerten sich Sonam und ihre Eltern vorerst intensive um den
verletzten und schmerzenden Knöchel, der Sonam zwang mit einem
Stock zu gehen. Nach dem Besuch eines lokalen "Amchis" der
die Außenseite des Sprunggelenkes mit Hitze bearbeitete, nahmen
die Schmerzen im linken Außenknöchel zu, und Sonam musste
mittlerweile mit zwei Krücken in die Schule humpeln, manchmal
konnte sie gar nicht mehr gehen und musste getragen werden.

Sonam
bei gezielter Therapie
Zu
dieser Zeit bekam Sonam schon physiotherapeutische Behandlung durch
die "Ladakh-Hilfe". Muskeln wurden trainiert, der Klumpfuss
mobilisiert, eine Schiene angefertigt und von Ladakh-Hilfe Geld für
den Flug nach Delhi für Mutter und Tochter und die Operation
gesammelt.
Im Oktober 2008 konnte es losgehen, das notwendige Geld für den
Krankenhausaufenthalt und die neurochirurgische Operation in einer
guten Klinik in Delhi war beisammen. Grosse Hoffnungen wurden in den
chirurgischen Eingriff gesetzt. Das Ergebnis entsprach leider nicht
den Erwartungen von Sonam, ihren Eltern, und den Mitarbeitern von
Ladakh-Hilfe/REWA. Durch die Operation war nun auch das rechte, motorisch
gute Bein so geschwächt, dass ein Gehen mit Hilfsmittel nicht
mehr möglich war. Rückfragen der Mitarbeiter beim operierenden
Arzt und Recherchen zu ähnlichen Fällen ergaben die medizinisch
begründbare Tatsache, dass diese Probleme zu erwarten waren.
Die Verschlechterung wäre auch ohne die Operation eingetreten,
so der Arzt.

Sonam
wir in unserem Van transportiert
Wir
hatten das Beste versucht und werden weiter nach Möglichkeiten
suchen, dem Mädchen zu helfen.
Seither
geht Sonam nur noch sporadisch zur Schule, sie wird dann von Mitarbeitern
von Ladakh-Hilfe mit dem Van zum Schulbus gebracht. Sie lernt zu Hause,
wobei ihr die Klassenkollegen die Unterlagen vorbei bringen. Sie lernt
größtenteils autodidaktisch, nur für Mathematik hatte
sie im letzen Jahr einen Hauslehrer. Umso beeindruckender ist es,
dass sie 2009 als Drittbeste ihrer Klasse die sechste Schulstufe abgeschlossen
hat. Fragt man die junge Frau, wie sie sich die Zukunft vorstellt,
bekommt man folgendes zu hören "I'd like to study".
Ja, und was genau? Das weiß sie noch nicht. Interessieren würde
Sonam Geschichte und die Medizin. Aber ein Studium ist zurzeit bloß
ein Traum
zu wenig Geld ist vorhanden.

Sonam
muß getragen werden
Also konzentriert sich die junge Frau wieder auf die Vielzahl von
körperlichen Übungen, die sie von den vielen Volontären
von Ladakh-Hilfe erlernt hat. Dadurch habe sie schon große Fortschritte
gemacht, erzählt sie lächelnd, und als Europäer fragt
man sich wieder einmal aufs Neue, wo dieser Optimismus und die ungebrochene
Lebensfreude herkommen.
Die Mitarbeiter von Ladakh-Hilfe sind im Moment dabei herauszufinden,
ob es in Indien überhaupt die Möglichkeit zum Studieren
gibt für junge Menschen mit Behinderungen. Wir hoffen dabei auf
Hilfe von der Schwester des Dalai-Lamas, die im August 2009 unsere
Einrichtung besucht hatte.
Sponsoren
2010 für Sonam: Christengemeinschaft Heilbronn