Patenkind Lhabu Tensing,
Juli 2010
Lhabu
Tenzing, geboren im Jahr 2006
Bis
fünf Tage nach der Geburt von Lhabu war alles normal, danach
bemerkten die Eltern, dass plötzliche etwas nicht stimmt. Er
schrie anscheinend die ganze Zeit. Im Spital erhielten sie keine echte
Hilfe, auch wenn er zur Therapie gebracht wurde. Nur leider wollte
niemand eine solche Physiotherapie durchführen. Man sagte ihnen
immer wieder, dass sie morgen nochmals kommen sollten....
Lhabu ist nun vier Jahre alt und hat bis dahin nur von den Amchis
Hilfe und Naturheilmittel erhalten. Im März kommt er das erste
Mal ins RAC, um von Physiotherapeuten behandelt zu werden.
Er leidet an starker Streckspastik. Darum wird sein Kopf und der gesamte
Rumpf nach hinten gedrückt. Zum weiteren werden die Beine und
Arme so stark nach hinten gestreckt, dass sie nur mit großer
Kraftanstrengung gebeugt werden können. Ein Grund für diese
Spastik ist wahrscheinlich die sehr schlaffe Rumpfmuskulatur. In normaler
Sitz-Position kann sich Lhabu nicht aufrecht halten. Nur mithilfe
der Spastik gelingt es ihm den Kopf zu heben und den Rumpf zu strecken,
um dadurch seine Umgebung wahrzunehmen.
Durch diese gleich bleibende Streck-Haltung hat er auch schon Kontrakturen
(Bewegungseinschränkungen) in der Halswirbelsäule.
Der kleine tibetische Junge hat immer noch einen ausgeprägten
Beißreflex. Darum ist seine gesamte Unterlippe schon abgebissen.
Das Füttern mit dem Löffel gelingt den Eltern nur bedingt,
da Lhabu auch ständig auf diesen beißt, was natürlich
auch wieder Schmerzen mit sich bringt. Das Schlucken und die Speichelkontrolle
sind für diesen netten Jungen fast nicht möglich.
Lhabu versteht Sprache und Gesten sehr gut, wenn seine Eltern ihm
etwas mitteilen. Er ist sehr fröhlich, lacht und blabbert auch
gerne, wenn es ihm gefällt.
In
den letzten drei bis vier Monaten hat Lhabu sehr gute Fortschritte
erzielt. Die Spastik ist etwas zurückgegangen, die Arme wurden
lockerer, die Kopfkontrolle ist besser geworden, Lhabu kann schon
ein wenig herumschauen in gehaltener Position, die Unterlippe konnte
etwas heilen, da er sich nur mehr selten auf diese beißt (zuvor
waren es täglich mehrere Male), das Essen mit einem Gummi-Löffel
aus der Schweiz gelingt auch schon besser.
Als
Hilfsmittel benötigt Lhabu einen Spezialstuhl, damit er nicht
den gesamten Tag nur liegen muss. Dadurch wird sicherlich auch seine
Kopfkontrolle besser. Eventuell wird später Mal noch über
ein Stehbrett nachgedacht. Physiotherapie wird er ein Leben lang benötigen.

Lhabu
mit Vater bei der Therapie

Lhabu
mit Mutter bei der Therapie

Lhabu
mit seinem Vater
5. Juli 2010 Armin Roethlin
Patin
seit August 2010: Sarah Hörler