Fluthilfe 2011: Dorjey und sein Haus

Hilfe fuer arme Familie in Nay

Dawa Dorjey lebt mit seiner Frau Tsetan Dolma und seinen beiden kleinen Soehnen im Dorf Nay, das sich lang zwischen den Bergketten bis ins hinterste Talspitz zieht. Nay liegt zwischen Basgo und Likir, gruen und friedlich eingebettet in eine traumhafte Kulisse.

Das Dorf Nay zieht sich weit hinter ins Tal

Dorjey lebt am hintersten Ende des Tales auf 4000 m Hoehe. Das alte Haus aus Lehmziegeln gehoert seiner Frau, ein Mitbringsel in die Ehe, die Familie darf aber nur im oberen Stock in wenigen Raeumen wohnen, das Erdgeschoss wurde von Tsetans Bruder, der gleich neben den beiden lebt, weiter als Lager benutzt. Dorjey besitzt nur eine Kuh und ein Kalb, um sein Haus herum bewirtschaftet er fuenf kleine Gerstenfelder und einen Gemuesegarten. In anderen Worten: Dorjeys Familie ist arm, die aermste im Dorf.

Dorjey und Frau im duesteren alten Haus

Am 4.8.2010 (einen Tag vor dem Desaster in Leh) zerplatzen horrende Wolkenbrueche ueber den Bergen rund um Nay und aus jedem Seitental rollen Schlammlawinen in das Dorf hinein, zerstoeren Haeuser und Menschenleben.

Es gibt 2011 noch viele Schaeden in Nay

Das Haus neben Dorjey wird dem Erdboden gleich gemacht, in der Familie sterben drei Menschen, ein Maedchen wird erst im Mai 2011 im Schlamm in Basgo gefunden, so weit wurde es weg gespuelt. Eine weitere Person kommt in einem anderen Haus um. In dieser Nacht krachen die Felsbrocken an Dorjeys Haus, die Schlamm-Steinlawine ueberrollt drei seine groesseren Felder und den Gemuesegarten, reisst den Stall und die vielen Weidenbaeume mit, die er auf seinem Grundstueck gepflanzt hat. Das Kalb kommt ums Leben, Dorjey und seine Familie werden verschont.

Aus dieser Schlucht kam eine der Lawinen. Diese ging direkt ueber Dorjeys Grundstueck

Die Familie des Schwagers erhaelt aufgrund der voelligen Zerstoerung deren Hauses und der Todesfaelle sofort staatliche Hilfe, sie bauen ein neues, grosses Haus ein Stueck weiter unten. Dessen Felder sind nicht zerstoert worden, sie liegen weiter rechts im Tal. Dorjey erhaelt 50.000 Rupien vom Staat, arbeitet den Winter ueber bei der Indischen Armee und verdient sich nochmal 30.000 Rupies dazu und faengt im Fruehjahr mit dem Bau seines neuen Hauses an.

Die Felsbrocken der Schlammlawine hatten grosse Risse in den Waenden verursacht, das alte Haus ist nicht mehr sicher.

Riesige Risse in der Mauer, verursacht von Felsbrocken, die an das Haus geschleudert wurden

Die Felsbrocken, die auf seinen zerstoerten Feldern liegen, werden von ihm und 2-3 Nepali-Hilfsarbeitern , die er beschaeftigt, muehevoll in rechteckige Bloecke geschlagen und zum Hausbau verwendet.

Aus den Flutfelsen werden nun Bloecke fuer das neue Haus geschlagen

Die Nepalis verlangen 3 Rupien pro Block, der Vorarbeiter verdient 500 Rupien am Tag, die Arbeiter erhalten 300 Rupien taeglich. Das Geld geht aus, er kann nicht mehr weiterbauen, zwei Zimmer sind fertig, noch unbewohnbar.

Dorjey vor seinen zwei Zimmern

Als der Praesident von REWA, Mr. Sonam David im Winter nach Nay kommt und fraegt, welche Familie noch Hilfe benoetigt, wird er vom Counselor/Buergermeister des Dorfes an Dorjey verwiesen. Die Dorfgemeinschaft hatte beschlossen, dass Dorjeys Familie die als die aermste des Dorfes gilt, dringend Hilfe benoetig.

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Voellig zerstoerte Felder

Schutt liegt immer noch vor dem Untergeschoss, der Eingang musste freigeschaufelt werden

Am 20.07. besuchte Karola Kostial gemeinsam mit Mr. David die Familie in ihrem Haus. Beide Soehne (8 und 9 Jahre alt) hatten einen Schulplatz in einer Privatschule gefunden, einer lernt nun in Suedindien, der andere in Leh. Die Vereinsvorsitzende und Mr. David ueberzeugten sich von den Schaeden und unterhielten sich mit der Familie. Mit weiteren 100.000 Rupies waere es moeglich, das Haus fertig zu bauen.

Neues Haus knapp unter dem alten

Dank der grosszuegigen und spontanen Flutopferhilfe aus Deutschland letztes Jahr ins Ladakh-Hilfe in der Lage, der Familie mit 100.000 Rupien (1640 EU) nachhaltig zu helfen, sodass sie sich ihr Haus und ihr Leben wieder aufbauen koennen.

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