Hilfe
fuer arme Familie in Nay
Dawa
Dorjey lebt mit seiner Frau Tsetan Dolma und seinen beiden kleinen
Soehnen im Dorf Nay, das sich lang zwischen den Bergketten bis ins
hinterste Talspitz zieht. Nay liegt zwischen Basgo und Likir, gruen
und friedlich eingebettet in eine traumhafte Kulisse.

Das
Dorf Nay zieht sich weit hinter ins Tal
Dorjey
lebt am hintersten Ende des Tales auf 4000 m Hoehe. Das alte Haus
aus Lehmziegeln gehoert seiner Frau, ein Mitbringsel in die Ehe,
die Familie darf aber nur im oberen Stock in wenigen Raeumen wohnen,
das Erdgeschoss wurde von Tsetans Bruder, der gleich neben den beiden
lebt, weiter als Lager benutzt. Dorjey besitzt nur eine Kuh und
ein Kalb, um sein Haus herum bewirtschaftet er fuenf kleine Gerstenfelder
und einen Gemuesegarten. In anderen Worten: Dorjeys Familie ist
arm, die aermste im Dorf.

Dorjey
und Frau im duesteren alten Haus
Am
4.8.2010 (einen Tag vor dem Desaster in Leh) zerplatzen horrende
Wolkenbrueche ueber den Bergen rund um Nay und aus jedem Seitental
rollen Schlammlawinen in das Dorf hinein, zerstoeren Haeuser und
Menschenleben.

Es
gibt 2011 noch viele Schaeden in Nay
Das
Haus neben Dorjey wird dem Erdboden gleich gemacht, in der Familie
sterben drei Menschen, ein Maedchen wird erst im Mai 2011 im Schlamm
in Basgo gefunden, so weit wurde es weg gespuelt. Eine weitere Person
kommt in einem anderen Haus um. In dieser Nacht krachen die Felsbrocken
an Dorjeys Haus, die Schlamm-Steinlawine ueberrollt drei seine groesseren
Felder und den Gemuesegarten, reisst den Stall und die vielen Weidenbaeume
mit, die er auf seinem Grundstueck gepflanzt hat. Das Kalb kommt
ums Leben, Dorjey und seine Familie werden verschont.

Aus
dieser Schlucht kam eine der Lawinen. Diese ging direkt ueber Dorjeys
Grundstueck
Die Familie des Schwagers erhaelt aufgrund der voelligen Zerstoerung
deren Hauses und der Todesfaelle sofort staatliche Hilfe, sie bauen
ein neues, grosses Haus ein Stueck weiter unten. Dessen Felder sind
nicht zerstoert worden, sie liegen weiter rechts im Tal. Dorjey
erhaelt 50.000 Rupien vom Staat, arbeitet den Winter ueber bei der
Indischen Armee und verdient sich nochmal 30.000 Rupies dazu und
faengt im Fruehjahr mit dem Bau seines neuen Hauses an.
Die
Felsbrocken der Schlammlawine hatten grosse Risse in den Waenden
verursacht, das alte Haus ist nicht mehr sicher.

Riesige
Risse in der Mauer, verursacht von Felsbrocken, die an das Haus
geschleudert wurden
Die
Felsbrocken, die auf seinen zerstoerten Feldern liegen, werden von
ihm und 2-3 Nepali-Hilfsarbeitern , die er beschaeftigt, muehevoll
in rechteckige Bloecke geschlagen und zum Hausbau verwendet.

Aus
den Flutfelsen werden nun Bloecke fuer das neue Haus geschlagen
Die Nepalis verlangen 3 Rupien pro Block, der Vorarbeiter verdient
500 Rupien am Tag, die Arbeiter erhalten 300 Rupien taeglich. Das
Geld geht aus, er kann nicht mehr weiterbauen, zwei Zimmer sind
fertig, noch unbewohnbar.

Dorjey
vor seinen zwei Zimmern
Als der Praesident von REWA, Mr. Sonam David im Winter nach Nay
kommt und fraegt, welche Familie noch Hilfe benoetigt, wird er vom
Counselor/Buergermeister des Dorfes an Dorjey verwiesen. Die Dorfgemeinschaft
hatte beschlossen, dass Dorjeys Familie die als die aermste des
Dorfes gilt, dringend Hilfe benoetig.
'
Voellig
zerstoerte Felder

Schutt
liegt immer noch vor dem Untergeschoss, der Eingang musste freigeschaufelt
werden
Am
20.07. besuchte Karola Kostial gemeinsam mit Mr. David die Familie
in ihrem Haus. Beide Soehne (8 und 9 Jahre alt) hatten einen Schulplatz
in einer Privatschule gefunden, einer lernt nun in Suedindien, der
andere in Leh. Die Vereinsvorsitzende und Mr. David ueberzeugten
sich von den Schaeden und unterhielten sich mit der Familie. Mit
weiteren 100.000 Rupies waere es moeglich, das Haus fertig zu bauen.

Neues
Haus knapp unter dem alten
Dank der grosszuegigen und
spontanen Flutopferhilfe aus Deutschland letztes Jahr ins Ladakh-Hilfe
in der Lage, der Familie mit 100.000 Rupien (1640 EU) nachhaltig
zu helfen, sodass sie sich ihr Haus und ihr Leben wieder aufbauen
koennen.