Fieldtrip Temisgang im September und Oktober 2008

von Eike Dammann

Nachdem im Sommer die großen Fieldtrips stattfanden, war es Ende September auch mal wieder Zeit in Temisgang vorbeizuschauen.

Die Fahrt am Indus entlang, das Wasser tief türkis leuchtend, ist schon ein Genuss.

Unterwegs am Indus

Ich war gespannt auf die Kinder, die ich vom vergangenen Jahr noch kannte.

Unser erster Besuch galt Urgyan in der Schule.
Neben der Mobilisation von seinem durch Polio betroffenen Fuß haben wir noch Übungen zur Kräftigung und zum Gleichgewichtstraining mit ihm gemacht.
Mit seinen im Frühjahr erhaltenen Spezialschuhen + Schuherhöhung kommt er sehr gut zurecht. Jetzt steht noch die Versorgung mit Winterschuhen an.

Therapie in der Schule mit Urgyan

Auch bei Jigmet waren wir. Sie hatte von uns Anfang des Jahres einem speziell angefertigten Stuhl erhalten, in dem saß sie zufrieden.
Sie steht auch unheimlich gerne - leider ist der rechte Fuß mittlerweile so schlecht, dass unbedingt neue Schienen notwendig.
Da im Oktober Mark kommen sollte (ein Physiotherapeut aus den USA, der für die dZi-Foundation arbeitet und auf Schienen spezialisiert ist) - beschlossen wir, nochmals vorbeizuschauen, um eine gute Schienenversorgung für Jigmet zu erreichen, dazu aber später mehr.

Bei Jigmet daheim

Gefreut habe ich mich auch Stanzin wieder zu sehen. Sie hat sich deutlich verbessert was ihre Balance und ihr Gleichgewicht betritt - sie läuft sicherer, stolpert weniger. Dafür erhöht sich der Muskeltonus in ihrer linken Hand - so haben wir ihr Übungen dafür gezeigt.

Therapie mit Stanzin

Unsere 4. Patientin war leider krank - an eine Behandlung war leider nicht zu denken.

Am späten Nachmittag ging es für die Anderen wieder zurück nach Leh.
Ich habe das Wochenende genutzt, um von Temisgang aus in die Berge zum Trekken zu gehen.


3 Wochen später, am 13. Oktober, machten wir uns dann gemeinsam mit Mark, von der dZi - Foundation, in Richtung Temisgang auf.

Wie so oft in Ladakh, müssen Pläne kurzfristig geändert werden. Am Abend vorher hatten wir erfahren, dass in der Nähe von Temisgang (in Khaltse) ein Camp für alle Patienten mit Behinderungen stattfinden würde, bei dem Hilfsmittel und Schienen ausgegeben werden.
Also haben wir alle Pateinten angerufen, dass sie dorthin kommen. Wir haben sie so auch dort getroffen.

Camp in Khaltse

Wieder ging unsere Fahrt am Indus entlang - mittlerweile ist der Herbst eingekehrt und die Blätter der Bäume leuchten schon von weitem.

Herbst am Indus

In Khaltse konnten wir denn örtlichen Orthopäden kennen lernen und ihm von unser Arbeit in Ladakh erzählen - er war sehr interessiert.

Die Schienen, die vor Ort angefertigt worden sind, sind nicht sehr individuell - aber für uns eine gute Basis um sie selber besser anzupassen.

Nachdem z.B. Urgyan eine neue Schiene für seinen Fuß erhalten hatte, haben wir gleich noch mitgebrachte Schuhe für ihn angepasst. Damit kam er sehr gut zurecht.

Mark und Tundup beim Anpassen der Schuhe für Urgyan

Für Stanzin konnten wir für die linke Hand eine aktive Unterstützung anfertigen und Jigmet hat endlich Schienen zum Stehen erhalten. Sogar einige Schritte waren mit viel Hilfe wieder möglich.
Die Schienen müssen wir beim nächsten Besuch noch etwas besser anpassen.

Stanzin mit Unterstützung für ihr linkes Handgelenk

Die Arbeit reißt also nicht ab und wenn es wieder nach Temisgang geht, gib es genug zu tun.

Für mich war es schön alle Kinder wieder gesehen zu haben und zu erleben, dass Verbesserungen eingetreten sind bzw. die von uns angefertigten Hilfsmittel einfach die Lebensqualität der Kinder erhöhen. So kann Jigmet durch ihren Spezialstuhl viel besser am Familienleben teilnehmen, als wenn sie nur auf dem Rücken liegend an die Decke start.



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