Nachdem
im Sommer die großen Fieldtrips stattfanden, war es Ende September
auch mal wieder Zeit in Temisgang vorbeizuschauen.
Die
Fahrt am Indus entlang, das Wasser tief türkis leuchtend, ist
schon ein Genuss.

Unterwegs
am Indus
Ich
war gespannt auf die Kinder, die ich vom vergangenen Jahr noch kannte.
Unser
erster Besuch galt Urgyan in der Schule.
Neben der Mobilisation von seinem durch Polio betroffenen Fuß
haben wir noch Übungen zur Kräftigung und zum Gleichgewichtstraining
mit ihm gemacht.
Mit seinen im Frühjahr erhaltenen Spezialschuhen + Schuherhöhung
kommt er sehr gut zurecht. Jetzt steht noch die Versorgung mit Winterschuhen
an.

Therapie in der Schule mit Urgyan
Auch
bei Jigmet waren wir. Sie hatte von uns Anfang des Jahres einem
speziell angefertigten Stuhl erhalten, in dem saß sie zufrieden.
Sie steht auch unheimlich gerne - leider ist der rechte Fuß
mittlerweile so schlecht, dass unbedingt neue Schienen notwendig.
Da im Oktober Mark kommen sollte (ein Physiotherapeut aus den USA,
der für die dZi-Foundation arbeitet und auf Schienen spezialisiert
ist) - beschlossen wir, nochmals vorbeizuschauen, um eine gute Schienenversorgung
für Jigmet zu erreichen, dazu aber später mehr.

Bei
Jigmet daheim
Gefreut
habe ich mich auch Stanzin wieder zu sehen. Sie hat sich deutlich
verbessert was ihre Balance und ihr Gleichgewicht betritt - sie
läuft sicherer, stolpert weniger. Dafür erhöht sich
der Muskeltonus in ihrer linken Hand - so haben wir ihr Übungen
dafür gezeigt.

Therapie mit Stanzin
Unsere
4. Patientin war leider krank - an eine Behandlung war leider nicht
zu denken.
Am
späten Nachmittag ging es für die Anderen wieder zurück
nach Leh.
Ich habe das Wochenende genutzt, um von Temisgang aus in die Berge
zum Trekken zu gehen.
3 Wochen später, am 13. Oktober, machten wir uns dann gemeinsam
mit Mark, von der dZi - Foundation, in Richtung Temisgang auf.
Wie
so oft in Ladakh, müssen Pläne kurzfristig geändert
werden. Am Abend vorher hatten wir erfahren, dass in der Nähe
von Temisgang (in Khaltse) ein Camp für alle Patienten mit
Behinderungen stattfinden würde, bei dem Hilfsmittel und Schienen
ausgegeben werden.
Also haben wir alle Pateinten angerufen, dass sie dorthin kommen.
Wir haben sie so auch dort getroffen.

Camp
in Khaltse
Wieder
ging unsere Fahrt am Indus entlang - mittlerweile ist der Herbst
eingekehrt und die Blätter der Bäume leuchten schon von
weitem.

Herbst
am Indus
In
Khaltse konnten wir denn örtlichen Orthopäden kennen lernen
und ihm von unser Arbeit in Ladakh erzählen - er war sehr interessiert.
Die
Schienen, die vor Ort angefertigt worden sind, sind nicht sehr individuell
- aber für uns eine gute Basis um sie selber besser anzupassen.
Nachdem
z.B. Urgyan eine neue Schiene für seinen Fuß erhalten
hatte, haben wir gleich noch mitgebrachte Schuhe für ihn angepasst.
Damit kam er sehr gut zurecht.

Mark und Tundup beim Anpassen der Schuhe
für Urgyan
Für
Stanzin konnten wir für die linke Hand eine aktive Unterstützung
anfertigen und Jigmet hat endlich Schienen zum Stehen erhalten.
Sogar einige Schritte waren mit viel Hilfe wieder möglich.
Die Schienen müssen wir beim nächsten Besuch noch etwas
besser anpassen.

Stanzin
mit Unterstützung für ihr linkes Handgelenk
Die
Arbeit reißt also nicht ab und wenn es wieder nach Temisgang
geht, gib es genug zu tun.
Für
mich war es schön alle Kinder wieder gesehen zu haben und zu
erleben, dass Verbesserungen eingetreten sind bzw. die von uns angefertigten
Hilfsmittel einfach die Lebensqualität der Kinder erhöhen.
So kann Jigmet durch ihren Spezialstuhl viel besser am Familienleben
teilnehmen, als wenn sie nur auf dem Rücken liegend an die
Decke start.