Fieldtrip Temisgang im Oktober 2010

Bericht von Lisa Reuer

Am 04.10.10 starteten Marianne, Othzer und ich in aller Herrgottsfrühe nach Temisgam. Unterwegs hatten wir eine Platte, sodass wir das Ersatzrad aufziehen mussten. In Nimmo wurde der Reifen wieder repariert und es konnte weitergehen. Als ersten Patienten besuchten wir den 9-jährigen Urgyan Chosphel in der Lamdon School. Seit er an Polio erkrankte, ist sein rechtes Bein kürzer und wesentlich schwächer als das linke. Außerdem steht der Fuß in Varusstellung. Wir ließen uns seine Übungen zeigen und machten mit ihm Muskelaufbautraining und gaben ihm zusätzlich neue spezielle Übungen. Für den nächsten Fieldtrip planen wir Softsplints für die Nacht, um seine Fußstellung zu korrigieren.


Nächster Anlaufpunkt war die an CP leidende 13-jährige Stanzin Yandol, bei der wir den Schwerpunkt Kontrakturprophylaxe und Muskelrelaxation setzten. Sie strahlte über das ganze Gesicht während der gesamten Behandlung.

Nach einem leckeren Lunch, den uns Norbu's Schwester zubereitete, besuchten wir Jigmet Tsewang. Sie leidet seit Geburt an CP und ist nun 14 Jahre alt. Die hygienischen Zustände sind katastrophal, ihre Kleidung starrt vor Dreck und die verfaulten Zähne riechen übel. Wir versuchten dem Großvater die Notwendigkeit von Sauberkeit nahe zu bringen und machten auch bei ihr Kontrakturprophylaxe. Nicht ohne eine große Portion Händedesinfektionsmittel verließen wir das Haus und planen Seife und Zahnpasta für das nächste Mal.

Als nächstes behandelten wir die schüchterne 13-jährige Stanzin Yandol (gleicher Name wie oben). Sie leidet an muskulärer Dystrophie und hat hauptsächlich Schwierigkeiten beim Gleichgewicht und bei der Koordination. Außerdem hat sie sehr schwache Fingerextensoren. Wir zeigten ihr neue Übungen und legten auch hier großen Wert auf die Regelmäßigkeit der Durchführung der Übungen.

Stanzin zeigte uns nach der Behandlung den Weg zu unserem letzten Patienten Sangay Jegmet. ER ist 6 Jahre alt und sein rechtes Bein ist wesentlich kürzer und schwächer als das linke. Ansonsten ist er ein aufgeweckter und sehr fröhlicher Junge. Wir machten mit ihm Wadenmuskeltraining und zeigten ihm Übungen für konzentrisches und exzentrisches Training. Dabei schaute uns die ganze Familie zu und der Großvater drehte dabei seine Gebetsmühle.

Danach machten wir uns auf den Heimweg nach Leh und nachdem wir in Nimmo unsere hungrigen Mägen mit Thukpa besänftigt hatten, kamen wir weit nach Sonnenuntergang wieder in unserem Quartier an.

Lisa Reuer, 07.10.10



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