Tangtse Fieldtrip 8.-10.November 2010

Teilnehmer: Othzer, Tsewang Rigzin, Irina und Silvana


Trotz Magenproblemen, die wir noch am Wochenende hatten, machten wir uns am Montag auf zum 3-Tages-Fieldtrip an den Pangong-See.
Bevor wir überhaupt aus Leh raus kamen, stellten wir fest, dass das linke Hinterrad ungewohnt holperte. Deshalb kehrten wir noch mal um, besorgten uns einen Ersatzreifen und starteten dann erneut und frohen Mutes in Richtung ChangLa.
Nachdem wir dann tatsächlich ohne Panne und anderweitigen Magenproblemen, über den Pass Chang La gekommen sind, platzte dann doch noch der linke Hinterreifen mit vollem Getöse! Upssss….dass hieß für uns Ladys, halbe Stunde Pause um sich zu sonnen und für die Jungs, ab an die Arbeit!

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Schließlich und schlussendlich erreichten wir dann das Dorf Shayok in einem abgelegenen wunderschönen Tal.
Unser erster Patient war Thinley Norbu, 20 Jahre alt und an Knochentuberkulose erkrankt. Wir haben Ihm einen neuen Walker gebracht, da der Alte kaputt gegangen ist, seine Übungen kontrolliert und ergänzt. Da er so gerne zeichnet, haben wir Ihm neues Zeichenmaterial mitgebracht, an dem er sehr Freude hatte.


Dann gingen wir 2 Häuser weiter zu Konchok Tarchin. Er hatte einen Scooter Unfall 2001 mit Hirnblutung. Er ist ein sehr motivierter Patient, der regelmäßig seine Übungen macht und gute Fortschritte erzielt.
Unsere erste Nacht verbrachten wir bei der lieben Familie von Thinley Norbu und sorgten mit einem guten Schweizer "Jass" für die Abendunterhaltung.


Gut ausgeschlafen machten wir uns am nächsten Morgen auf, an den wunderschönen Pangonglake. Der Himmel war blau und der Pangonglake noch blauer.


Als wir am See entlangfuhren und mehrere Stunden total durchgeschüttelt wurden, waren wir dann doch recht froh in Merak aussteigen zu können, um unsere Hintern wieder normal zu durchbluten.
Stanzin Dolma (16 Jahre, CP) erwartete uns lachend an der Sonne. Wir brachten Ihr einen neuen Bauch-Positions- Tisch mit und testeten ihn gleich aus. Sie akzeptierte die Bauchlage und konnte die Kopfhaltung gut kontrollieren. Dann wiederholten wir mit der Mutter Ihre Mobilisationsübungen und zeigten Ihr neu die Lotusposition.


Da unsere Mägen knurrten, zauberten wir zwischen Bach und Steinmauer eine Maggi-Suppe in unsere Teller. Mhmmmmmm….
Anschließend wollten wir in die Schule zu Stanzin Lamo. Da die Schule geschlossen war, machten wir uns auf die Suche nach ihrem Haus. Infolge der rheumatischen Arthritis hat sie jetzt, da es kälter ist vermehrt Gelenkschmerzen an den Fingern und Ellbogen. Wir mobilisierten die Gelenke und kontrollierten ebenfalls ihre Übungen. Wir ließen ihr warme Kleidung da und gaben ihr eine Sonnenbrille, da sie vermehrt tränende Augen hat.


Dann machten wir uns auf den langen und wieder schüttelnden Weg zurück nach Tangste, wo uns ein kaltes Zimmer erwartete. Also schnell im Schlafsack aufwärmen und ins Land der Träume verkriechen.
Am letzten Tag ging's ins Dorf Satho, das in einem Seitental liegt. Dort besuchten wir Stanzin Shakya (14 Jahre, CP). Ihm brachten wir einen Löffel mit Griffverdickung mit und instruierten die Mutter, wie sie damit umgehen soll. Die Mutter zeigte uns wie sie mit Stanzin täglich die Mobilisation durchführt.
Dann kam noch der zweite und letzte Patient dazu, Londup Namgyal (14 Jahre). Er hatte einen Unfall und seitdem ist der rechte Fuß deformiert. Ebenfalls hat er Probleme mit der Balance und Koordination. Wir machten ihm ein Trainingsprogramm mit verschiedenen Übungen für das Gleichgewicht und die Koordination. Er wird im Dezember mit seiner Mutter ins RAC nach Leh kommen, damit er intensiver und genauer befundet und behandelt werden kann.


Tja, und dann gab's für uns nur noch den Weg zurück nach Leh. Diesmal genossen wir, ohne Reifenpanne, den Schnee auf dem Pass, den blauen Himmel und die warme Sonne (die uns unsere heilige Schweizer schoggi geschmolzen hat). In Leh angekommen erwartete uns Norbu am Straßenrand und strahlte übers ganze Gesicht: Er war Vater geworden!!!!

Bericht von Irina und Silvana




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