Trotz Magenproblemen, die wir noch am Wochenende hatten, machten
wir uns am Montag auf zum 3-Tages-Fieldtrip an den Pangong-See.
Bevor wir überhaupt aus Leh raus kamen, stellten wir fest,
dass das linke Hinterrad ungewohnt holperte. Deshalb kehrten wir
noch mal um, besorgten uns einen Ersatzreifen und starteten dann
erneut und frohen Mutes in Richtung ChangLa.
Nachdem wir dann tatsächlich ohne Panne und anderweitigen Magenproblemen,
über den Pass Chang La gekommen sind, platzte dann doch noch
der linke Hinterreifen mit vollem Getöse! Upssss
.dass
hieß für uns Ladys, halbe Stunde Pause um sich zu sonnen
und für die Jungs, ab an die Arbeit!
)
Schließlich und schlussendlich erreichten wir dann das Dorf
Shayok in einem abgelegenen wunderschönen Tal.
Unser erster Patient war Thinley Norbu, 20 Jahre alt und an Knochentuberkulose
erkrankt. Wir haben Ihm einen neuen Walker gebracht, da der Alte
kaputt gegangen ist, seine Übungen kontrolliert und ergänzt.
Da er so gerne zeichnet, haben wir Ihm neues Zeichenmaterial mitgebracht,
an dem er sehr Freude hatte.

Dann gingen wir 2 Häuser weiter zu Konchok Tarchin. Er hatte
einen Scooter Unfall 2001 mit Hirnblutung. Er ist ein sehr motivierter
Patient, der regelmäßig seine Übungen macht und
gute Fortschritte erzielt.
Unsere erste Nacht verbrachten wir bei der lieben Familie von Thinley
Norbu und sorgten mit einem guten Schweizer "Jass" für
die Abendunterhaltung.

Gut ausgeschlafen machten wir uns am nächsten Morgen auf, an
den wunderschönen Pangonglake. Der Himmel war blau und der
Pangonglake noch blauer.

Als wir am See entlangfuhren und mehrere Stunden total durchgeschüttelt
wurden, waren wir dann doch recht froh in Merak aussteigen zu können,
um unsere Hintern wieder normal zu durchbluten.
Stanzin Dolma (16 Jahre, CP) erwartete uns lachend an der Sonne.
Wir brachten Ihr einen neuen Bauch-Positions- Tisch mit und testeten
ihn gleich aus. Sie akzeptierte die Bauchlage und konnte die Kopfhaltung
gut kontrollieren. Dann wiederholten wir mit der Mutter Ihre Mobilisationsübungen
und zeigten Ihr neu die Lotusposition.

Da unsere Mägen knurrten, zauberten wir zwischen Bach und Steinmauer
eine Maggi-Suppe in unsere Teller. Mhmmmmmm
.
Anschließend wollten wir in die Schule zu Stanzin Lamo. Da
die Schule geschlossen war, machten wir uns auf die Suche nach ihrem
Haus. Infolge der rheumatischen Arthritis hat sie jetzt, da es kälter
ist vermehrt Gelenkschmerzen an den Fingern und Ellbogen. Wir mobilisierten
die Gelenke und kontrollierten ebenfalls ihre Übungen. Wir
ließen ihr warme Kleidung da und gaben ihr eine Sonnenbrille,
da sie vermehrt tränende Augen hat.
Dann machten wir uns auf den langen und wieder schüttelnden
Weg zurück nach Tangste, wo uns ein kaltes Zimmer erwartete.
Also schnell im Schlafsack aufwärmen und ins Land der Träume
verkriechen.
Am letzten Tag ging's ins Dorf Satho, das in einem Seitental liegt.
Dort besuchten wir Stanzin Shakya (14 Jahre, CP). Ihm brachten wir
einen Löffel mit Griffverdickung mit und instruierten die Mutter,
wie sie damit umgehen soll. Die Mutter zeigte uns wie sie mit Stanzin
täglich die Mobilisation durchführt.
Dann kam noch der zweite und letzte Patient dazu, Londup Namgyal
(14 Jahre). Er hatte einen Unfall und seitdem ist der rechte Fuß
deformiert. Ebenfalls hat er Probleme mit der Balance und Koordination.
Wir machten ihm ein Trainingsprogramm mit verschiedenen Übungen
für das Gleichgewicht und die Koordination. Er wird im Dezember
mit seiner Mutter ins RAC nach Leh kommen, damit er intensiver und
genauer befundet und behandelt werden kann.

Tja, und dann gab's für uns nur noch den Weg zurück nach
Leh. Diesmal genossen wir, ohne Reifenpanne, den Schnee auf dem
Pass, den blauen Himmel und die warme Sonne (die uns unsere heilige
Schweizer schoggi geschmolzen hat). In Leh angekommen erwartete
uns Norbu am Straßenrand und strahlte übers ganze Gesicht:
Er war Vater geworden!!!!
Bericht
von Irina und Silvana