Bericht
von Annette Blum
Salam Aleikum aus Kargil von den
neuen Voluntären!
Die REWA- Kargil- Family hat in
den letzten Wochen einige Wechsel miterlebt. Seit zwei Wochen sind
wir (Jenny und Annette) dazugestossen, um als zweiter Einsatztrupp
die Behandlungen und die Surveys für zwei Monate fortzuführen. Letzte
Woche ist Bilquees Jr. nach Leh gereist, um demnächst ihre zweijährige
diplomierte Physiotherapieausbildung in Delhi zu beginnen. Für sie
war es ein schwerer Abschied von ihrer Heimat und dem REWA-Kargil-Team,
aber wir sind uns sicher, dass sie in Delhi eine lehrreiche, tolle
und erfahrungsreiche Zeit haben wird ;)
Zusätzlich wurde das Team mit
Zahera erweitert, die 2007 ihr Diploma in Physiotherapie absolviert
hat und Erfarhung im Wundmanagement mitbringt.

Kargil Team:
Bilquees, Hamida und Zahera
Letzte Woche haben wir von Kathi
Abschied genommen und diese Woche wird uns auch Anna verlassen. Wir
danken beiden für ihre tolle Arbeit, die sie geleistet haben und werden
voller Motivation daran anknüpfen und das Projekt weiter vorantreiben.
Danke Mädels für all Eure Informationen,
die Einführung in Kargil und die Mithilfe beim Einleben in die muslimische
Welt hier. Wir werden noch viel an Euch denken.

Annette, Jenny
und Anna
Die Arbeit läuft und jede Woche
ist anders als die vorherige und wenn ein Plan gemacht wird, so wird
er noch mindestens 3x geändert wegen spontanen Feiertagen oder anderen
Gründen wie Einladungen zu Picknicks oder sonstigen Veranstaltungen…
Ausserdem stehen neben den "normalen" Behandlungen im Stadtkern Kargils
und der engeren Umgebung noch mehrere Surveys an, um weitere bedürftige
Kinder ausfindig zu machen. In nächster Zeit steht der Survey des
Suru- Valleys an, wo uns laut Listen, die 2008 von einem Lehrer erstellt
wurden, weitere 50 Kinder und behinderte ältere Menschen erwarten.
Die meisten Diagnosen sind Zerebralparesen, Polio, Halbseitenlähmungen,
vereinzelte Querschnitte, Patienten mit Amputationen, viele Syndrome,
die wir leider oft nicht genau zuordnen können und viele, viele, viele
Kinder mit Sprach- ,Hör-, Sehproblemen oder geistigen Behinderungen….
Bei diesen Patienten sind wir
oft nicht die richtig spezialisierten Fachpersonen und müssen sie
auf später vertrösten, wenn Sonderschullehrer oder Sprachtherapeuten
zum Team dazu stossen werden.

Little Boy
Das Kargil-Projekt steckt noch
in den Kinderschuhen und wir müssen Schritt für Schritt vorgehen und
die aktuellen Kapazitäten beachten, um nicht Dinge zu versprechen,
die wir nachher nicht einhalten können. Zuerst muss das Vertrauen
der lokalen Bevölkerung gewonnen werden und dazu gehört es, zuverlässig
zu sein und auch regelmässig zu den Behandlungen zu kommen. We do
our best!!
In den letzten Wochen hat sich
viel bewegt und Karola konnte einige wichtige Kontakte knüpfen wie
zum Beispiel mit Handicap International, die Projekte in Krisengebieten
unterstützen. Kargil gilt im Gegensatz zu Leh nach wie vor als Krisengebiet
und wir hoffen alle sehr auf die Unterstützung von HI… Wir müssen
sagen, dass in den knapp 3 Monaten seit Beginn des Projektes schon
sehr viel auf die Beine gestellt wurde und wir auf einem guten Weg
sind. Die Pionierarbeit macht wahnsinnig Spass und ist wohl eine einmalige
Chance… Einfach ist es bestimmt nicht immer und am schlimmsten sind
die Anblicke von Kindern, denen man soooo viel hätte helfen können,
wenn sie früher entdeckt worden wären.

Maedchen
Paschkum
Aber da wir erst jetzt hier vor
Ort sind und den Tatsachen in die Augen schauen müssen, bleibt uns
nur der positive Blick nach vorne. In vielen Fällen ist es noch nicht
zu spät und wir sehen wöchentlich Fortschritte. Viele Kinder sind
auf materielle und finanzielle Hilfe angewiesen und wir benötigen
weiterhin grosszügige Sponsoren, um diesen kleinen Menschlein zu helfen
und ihnen eine Zukunft zu ermöglichen. Die lachenden und dankbaren
Gesichter werden auch Euch noch lange in Erinnerung bleiben!!!

Munawar
Hussein und Jenny
Das Leben in Kargil und der muslimischen
Welt ist so spannend und total unproblematisch. Wir werden überall
freundlich empfangen und neugierig beäugt. In Kargil hat jeder Stadtteil
seinen Reiz und viele Stunden laufen wir quer durch die Natur, die
liebevoll angelegten Gemüsegärten, die Gerstenfelder, Aprikosenhaine
und vorbei an all den Kühen, die bei vielen Häusern im Garten oder
Vorhof stehen. Unsere frische Milch bekommen wir jeden Tag von der
Kuh der Familie einer unserer Mitarbeiterinnen. Ansonsten ernähren
wir uns viel von frischem Gemüse und Obst (es ist gerade noch Mangosaison
und bald sind die Aprikosen reif), das teilweise hier angebaut wird
und sonst von Srinagar (Kaschmir) über den Pass gebracht wird. Das
Essen ist soooooo fein und wir bekommen immer wieder mal einen Kochkurs
von unserem ladakhischen Mitarbeiter Chokla.

"Dr."
Chokla
Momentan ist Erntezeit und es
wird auch das Heu für das Vieh getrocknet, da der lange und kalte
Winter schon bald wieder vor der Tür steht und Kargil für einige Monate
von der Aussenwelt abschneiden wird. Doch vorerst heisst es, der Sonne
und Hitze zu trotzen und die Hausbesuche voran zu treiben bevor hoffentlich
bald das Schulzentrum fertig gestellt sein wird und wir darin "unsere"
REWA-Kargil-Räume beziehen und die Behandlungen dorthin verlagern
können. Die Arbeit bleibt spannend und abwechslungsreich.
Wir
grüssen aus Kargil, Jenny und Annette
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