Hausbesuche
im Nubra-Valley
Berichtet von Ulrike Fünfleitner
Endlich
angekommen! Habe nach einer komplikationslosen Anreise am 10. April
Leh erreicht und wurde am Flughafen sogleich von meinen neuen Freunden
herzlich willkommen geheissen. Um mich gut zu akklimatisieren verpasste
mir Eike 2 Tage Hausarrest. Denn 2 Tage nach meiner Ankunft starteten
wir fuer einen laengeren Trip nach Nubra Valley. Es war ein Health
Worker Camp geplant (siehe Bericht von Eike und Helene) und es standen
auch einige Hausbesuche auf dem Programm. Da wir den Jeep inklusive
Fahrer von der Gesundheitsbehoerde zur Verfuegung gestellt bekamen,
konnten wir die Patienten leichter erreichen. Um nach Nubra zu gelangen
mussten wir den hoechsten befahrbaren Pass der Welt (Khardung La 5606
m) ueberwinden.
Wir waren
in Diskit untergebracht, wo auch das Camp stattfand. Die freie Zeit
neben dem Camp (war zwar nicht viel) nutzten wir um Hausbesuche in
Diskit zu machen und die Kultur sowie dieses schoene Gebiet naeher
kennenzulernen. Fuer uns war es wichtig, von den Patienten gute Befunde
aufzunehmen, damit die uns nachfolgendenTherapeuten/innnen mit gezielten
Therapien und optimaler Hilfsmittelversorgung weiterarbeiten koennen.Gemeinsam
mit Helene und Tundup besuchte ich meinen ersten Patienten in Ladakh.
Es war ein kleiner Junge mit CP. Als wir das richtige Haus erreichten
wurden wir bestaunt. Die Familie des Jungen wusste nicht was ihnen
geschah, aber der Bann war bald gebrochen. Wir wurden ins "Wohnzimmer"
hineingefuehrt und sogleich mit Tee und Keksen bewirtet. Der Junge
war anfangs nochetwas schuechtern, machte dann aber alles mit was
wir von ihm verlangten. Fuer uns und fuer ihn war es eine sehr erfolgreiche
Therapie.

Helene mit Grossmutter und dem kleinen Stanzin
Zur Erholung
vom Campunterricht sahen wir uns das imposante Kloster von Diskit
an und genossen den Ausflug zu den Sandduenen.

Das
Kloster

Gruppenfoto bei den Sandduenen
Sehr
aufregend war der Wochenendausflug nach Panamic. Wir wurden bei Tundups
Schwester untergebracht, die uns mit einheimischen Speisen verwoehnte.
Am naechsten Tag wurden wir von Tundup in die Feldarbeit mit Dzo und
Pflug
eingeweiht.

Beim
Pfluegen
Ein weiterer
Hoehepunkt waren die heissen Quellen von Panamic, hier konnten wir
ein Bad nehmen bzw. uns unter fliessendem Wasser duschen. Am Abend
fuhren wir wieder zurueck nach Diskit, um den Unterricht im Camp fortzusetzen.
Nach
Beendigung des Camps, das sehr erfolgreich war, absolvierten wir unsere
Hausbesuche in einem anderen Gebiet von Nubra, wir fuhren wieder Richtung
Panamic.
Um unseren
naechsten Patienten zu erreichen, mussten Tundup, Helene und ich eine
laengere Strecke zu Fuss gehen. Dabei hatten wir einige wackelige
Bruecken zu ueberwinden und Tundup stellte fest, dass wir noch Gleichgewichtstraining
brauchen, und beim Rueckweg gings dann doch um einiges besser. Wir
wurden bei der Familie gleich willkommen geheissen.
Nachdem wir uns mit Tee und Brot gestaerkt haben, starteten wir mit
der Therapie. Die Therapie bestand hauptsaechlich aus Steh- und Gehtraining.
Eike und Dolker haben waehrenddessen eine Volksschulklasse unterrichtet,
da der kleine Dorjey nicht alleine zur Therapie wollte.

Ueber
die Bruecke

Morgenapell in der Schule
Am naechsten
Tag kamen wir zu einer sehr armen Familie. Die Tochter ist schwer
behindert, sie liegt die meiste Zeit im Bett, da die Mutter mit den
Arbeiten des Alltags sehr beschaeftigt ist. Es war schwierig ihr zu
vermitteln was wir mit unserer Arbeit bezwecken wollen. Um ihr Vertrauen
zu gewinnen versprachen wir ihr, ihr einige dringend benoetigte Dinge
wie Matratze, Bettwaesche, ... vorbeizubringen. Weiters haben die
fuer dieses Gebiet zustaendige Healthworkerin (sie hatte auch bei
unserem Camp teilgenommen) gebeten, die Familie einmal pro Woche bei
der Arbeit mit der schwer behinderten Tochter zu unterstuetzen.
Somit
hatten wir eine sehr erfolgreiche und schoene Zeit im Nubra Valley
und hoffen dass unsere Arbeit Fruechte tragen wird.
Ulli