Ganz
Ladakh liebt Festivals!
Allerdings
denkt man hier weniger an Rockbands sondern mehr an das Seelenheil:
Denn jedes der unzähligen Klöster hier hält einmal
im Jahr für ein oder mehr Tage ein religiöses Festival
ab, wo die Mönche traditionelle Maskentänze vorführen.
Und anders als bei uns, sind jung und alt gleichermaßen von
diesen Zeremonien begeistert.
Warum also nicht den Müttern und unseren Kindern auch einmal
die Möglichkeit bieten so ein Festival mit uns zu besuchen?
Da viele unserer Kinder ja nicht oder kaum gehen können, aber
meist schon sehr schwer zu tragen sind (Rollstühle sind leider
in den alten Bussen und am Land nicht benutzbar) wäre so ein
entfernter Klosterbesuch für die zum Teil allein erziehenden
Mütter sehr schwierig und wahrscheinlich kaum ein Vergnügen.
Da wir von Freunden von Kathi's Eltern dankenswerterweise eine großzügige
Spende erhalten haben, war auch die Finanzierung dieses Projekts
kein Problem. Um ca. 40 Euro kann man hier einen Bus samt Fahrer
und Benzin einen ganzen Tag mieten.

Teilnehmer
unseres Teams: Susi, Kathi, Kunzang, Chuskit, Tundup
Ein weiterer Gedanke war, dass unsere Kinder "hergezeigt werden".
Obwohl es in Ladakh ja durchaus viele Behinderte gibt, sieht man
diese kaum. Das liegt vor allem daran, dass es außer uns keinerlei
Einrichtungen für Behinderte gibt und vor allem auch daran,
dass der Alltag hier unmöglich mit einem Rollstuhl zu bewältigen
ist und die Eltern mit der Pflege der Kinder mehr als ausgelastet
sind und weder Zeit noch Geld (man bekommt ja keine staatliche Unterstützung)
für Freizeitaktivitäten mit den Kindern haben. Also wollen
wir den vielen Anwesenden zeigen, dass Behinderte Kinder keine Schande
sind und dass auch sie ein Recht auf Abwechslung haben. Und vielleicht
wird ja auch der eine oder andere Betroffene so auf uns aufmerksam.

Unsere
Gruppe mit den Müttern und ihren Kindern
Nach einstündiger Fahrt erreichen wir schließlich Tak
Tuk, das in der Nähe von Sakti liegt.
Wir besuchen den Tempel und verfolgen gespannt die Maskentänze.
Gespannt in beiden Bedeutungen des Wortes, denn manchen Kinder sind
diese riesigen Masken alles andere als geheuer!!


Die
Kinder fürchten sich ein wenig vor den Masken
In der Mittagspause gibt es ein allgemeines Momo-Essen, das auch
von uns spendiert wird und am Nachmittag beschließen wir,
auf dem Rückweg noch ein anderes Kloster zu besuchen.
Die unzähligen Stufen sind Training für unsere Mütter
mit Kindern auf dem Rücken und eine echte Herausforderung (schmal,
teilweise extrem steil und ohne Handlauf) für unsere Nima Lamo,
die an diesem Tag soviel Therapie bekommt wie kaum!

Nima
Lamo und ihre Mutter im Bus
In allen der unzähligen Räume wird gebetet, auch die Kinder
nehmen die Situation sehr ernst und berühren mit der Stirn
unzählige Male Buddhas Füße.
Überall wird große Rücksicht auf uns genommen, viele
Ladakhis reden uns und die Mütter an und packen zu, wenn wir
Hilfe (bei wieder mal einer steilen Treppe) benötigen.
Alles in allem hat uns dieser tolle Ausflug ca. 50 Euro gekostet
und war eine wunderschöne Abwechslung für uns alle!!
Herzlichen Dank für die liebe Spende!
Bericht
von Susanne Beckmann