Ausflug zum Klosterfest in Tak Tuk am 11.8.08

 

Ganz Ladakh liebt Festivals!

Allerdings denkt man hier weniger an Rockbands sondern mehr an das Seelenheil: Denn jedes der unzähligen Klöster hier hält einmal im Jahr für ein oder mehr Tage ein religiöses Festival ab, wo die Mönche traditionelle Maskentänze vorführen. Und anders als bei uns, sind jung und alt gleichermaßen von diesen Zeremonien begeistert.


Warum also nicht den Müttern und unseren Kindern auch einmal die Möglichkeit bieten so ein Festival mit uns zu besuchen? Da viele unserer Kinder ja nicht oder kaum gehen können, aber meist schon sehr schwer zu tragen sind (Rollstühle sind leider in den alten Bussen und am Land nicht benutzbar) wäre so ein entfernter Klosterbesuch für die zum Teil allein erziehenden Mütter sehr schwierig und wahrscheinlich kaum ein Vergnügen. Da wir von Freunden von Kathi's Eltern dankenswerterweise eine großzügige Spende erhalten haben, war auch die Finanzierung dieses Projekts kein Problem. Um ca. 40 Euro kann man hier einen Bus samt Fahrer und Benzin einen ganzen Tag mieten.

Teilnehmer unseres Teams: Susi, Kathi, Kunzang, Chuskit, Tundup


Ein weiterer Gedanke war, dass unsere Kinder "hergezeigt werden". Obwohl es in Ladakh ja durchaus viele Behinderte gibt, sieht man diese kaum. Das liegt vor allem daran, dass es außer uns keinerlei Einrichtungen für Behinderte gibt und vor allem auch daran, dass der Alltag hier unmöglich mit einem Rollstuhl zu bewältigen ist und die Eltern mit der Pflege der Kinder mehr als ausgelastet sind und weder Zeit noch Geld (man bekommt ja keine staatliche Unterstützung) für Freizeitaktivitäten mit den Kindern haben. Also wollen wir den vielen Anwesenden zeigen, dass Behinderte Kinder keine Schande sind und dass auch sie ein Recht auf Abwechslung haben. Und vielleicht wird ja auch der eine oder andere Betroffene so auf uns aufmerksam.

Unsere Gruppe mit den Müttern und ihren Kindern


Nach einstündiger Fahrt erreichen wir schließlich Tak Tuk, das in der Nähe von Sakti liegt.
Wir besuchen den Tempel und verfolgen gespannt die Maskentänze. Gespannt in beiden Bedeutungen des Wortes, denn manchen Kinder sind diese riesigen Masken alles andere als geheuer!!

Die Kinder fürchten sich ein wenig vor den Masken


In der Mittagspause gibt es ein allgemeines Momo-Essen, das auch von uns spendiert wird und am Nachmittag beschließen wir, auf dem Rückweg noch ein anderes Kloster zu besuchen.
Die unzähligen Stufen sind Training für unsere Mütter mit Kindern auf dem Rücken und eine echte Herausforderung (schmal, teilweise extrem steil und ohne Handlauf) für unsere Nima Lamo, die an diesem Tag soviel Therapie bekommt wie kaum!

Nima Lamo und ihre Mutter im Bus


In allen der unzähligen Räume wird gebetet, auch die Kinder nehmen die Situation sehr ernst und berühren mit der Stirn unzählige Male Buddhas Füße.
Überall wird große Rücksicht auf uns genommen, viele Ladakhis reden uns und die Mütter an und packen zu, wenn wir Hilfe (bei wieder mal einer steilen Treppe) benötigen.
Alles in allem hat uns dieser tolle Ausflug ca. 50 Euro gekostet und war eine wunderschöne Abwechslung für uns alle!!


Herzlichen Dank für die liebe Spende!

 

Bericht von Susanne Beckmann



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