Abschlussbericht von Kathrin Koller nach ihrem Arbeitseinsatz in Leh, Ladakh,
vom 30.4.-15.7.06

Es sind nun schon wieder 2 Monate vergangen, seitdem ich diesen wunderschönen Fleck der Erde verlassen habe. Ja, es war beeindruckend und es ist nichts mehr wie zuvor.

Es war eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Ich überflog den Artikel im März´05 in der PT-Zeitschrift. Ich lies Karola sofort die entsprechenden Unterlagen zukommen. Es dauerte eine Weile und dann ging´s los. Mein Arbeitgeber gewährte mir einen unbezahlten Urlaub.

Ich wusste nicht, worauf ich mich da eingelassen habe, aber wann weis man das schon.

Die ersten Atemzüge am Flughafen gaben mir das Gefühl zu Hause zu sein. Die Landschaft ist gigantisch und alles wurde plötzlich langsam und man wird ruhig.

Ich hatte keinerlei Erwartungen, außer, dass es mich verändern würde.

Die ersten Kontakte waren teilweise schockierend, alles so dreckig. Manche Kinder liegen in den nassen Sachen und es riecht sehr streng nach Urin und trotzdem muss man sie anfassen und behandeln. Ich empfand es als ungerecht einen hilflosen Menschen so zu behandeln.

Nach einer Woche hat man sich daran gewöhnt, denn man erkennt, dass die Leute hier eine andere Auffassung von Hygiene haben. Es ist eine Anmaßung, dies ändern zu wollen und ich ärgerte mich über mich selbst.

Jessica flog nach Hause und Nicole kam und mit ihr die Veränderung. Sie war letztes Jahr schon dort und war bekannt. Ja, es ist wichtig, dass bekannte Gesichter, die beliebt sind und sich der Mentalität anpassen können, wieder kommen!!!

Wir waren nun zu zweit und es war genial. Ein „Dreamteam“ schlechthin. Es war mir, als kenne ich sie schon lange und es lief wie am Schnürchen. Zwei Healthworker Camps ein Mutter & Kind Training. Besuche in Timosgang und Dolker fiel uns in den Schoß. Der Kontakt zu Karola konnte besser nicht sein und das ist wichtig. Es hat oberste Priorität die Dinge von beiden Seiten zu beleuchten, die deutsche und die indische. Ja, und Karola und Jürgen sind die Eltern des Ganzen, ohne die beiden, hätte keiner die Möglichkeit gehabt, dort etwas zu erreichen.

Auf diesen Weg möchte ich mich auch bei allen bedanken, die vor mir und natürlich nach mir dort waren und sind. Jeder einzelne von Euch hat sein Bestes gegeben, auch wenn man das manchmal nicht sofort erkennt. Bei so vielen Leuten kommt es zu Missverständnissen und man sieht die Dinge unterschiedlich, ist doch klar!!

Am meisten beeindruckt hat mich dort, wie zufrieden die Menschen dort sind und mit ausgesprochener Freundlichkeit Fremde behandeln. Sie behandeln die Menschen bei näherer Betrachtung gleich, machen also keine Unterschiede. Natürlich denken sie in Kasten und wenn man „weiße Haut“ hat, dann denken viele man hat Geld. Das kommt daher, dass dies für die meisten Europäer die einfachste Möglichkeit ist dort zu helfen. Wer hat schon die Möglichkeit sich einfach eine Auszeit zu nehmen?! Ladakh-Hilfe geht mit gutem Beispiel voran und gibt Hilfe zur Selbsthilfe. Es ist ein Geben und Nehmen ohne den Einfluss von Geld.

Ich werde nächstes Jahr noch einmal nach Ladakh fahren und kann mir gut vorstellen, das ganze Projekt in den nächsten Jahren noch aktiv zu unterstützen. Ich habe erlebt, wie wichtig es ist engagierte Leute dort zu haben, die sich ohne Probleme anpassen können.

Natürlich sind diese Erfahrungen, die man dort macht auch sehr persönlich. Fremde Kultur, fremdes Land und man ist ja in ganz engen Kontakt zu den Einheimischen

- entweder man liebt es, oder man hasst es -

Zu Hause geht es dann los mit der Verarbeitung…….. So hatte ich mir das ganz und gar nicht träumen lassen.

Ich bin nun hier wieder voll gefordert und versuche alles gut geregelt zu bekommen , bin jedoch mit den Gedanken oft bei den Ladakhi´s.

 



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