Es sind nun schon
wieder 2 Monate vergangen, seitdem ich diesen wunderschönen Fleck
der Erde verlassen habe. Ja, es war beeindruckend und es ist nichts
mehr wie zuvor.
Es war eine Entscheidung
aus dem Bauch heraus. Ich überflog den Artikel im März´05
in der PT-Zeitschrift. Ich lies Karola sofort die entsprechenden Unterlagen
zukommen. Es dauerte eine Weile und dann ging´s los. Mein Arbeitgeber
gewährte mir einen unbezahlten Urlaub.
Ich wusste nicht,
worauf ich mich da eingelassen habe, aber wann weis man das schon.
Die ersten Atemzüge
am Flughafen gaben mir das Gefühl zu Hause zu sein. Die Landschaft
ist gigantisch und alles wurde plötzlich langsam und man wird
ruhig.
Ich hatte keinerlei
Erwartungen, außer, dass es mich verändern würde.
Die ersten Kontakte
waren teilweise schockierend, alles so dreckig. Manche Kinder liegen
in den nassen Sachen und es riecht sehr streng nach Urin und trotzdem
muss man sie anfassen und behandeln. Ich empfand es als ungerecht
einen hilflosen Menschen so zu behandeln.
Nach einer Woche
hat man sich daran gewöhnt, denn man erkennt, dass die Leute
hier eine andere Auffassung von Hygiene haben. Es ist eine Anmaßung,
dies ändern zu wollen und ich ärgerte mich über mich
selbst.
Jessica flog nach
Hause und Nicole kam und mit ihr die Veränderung. Sie war letztes
Jahr schon dort und war bekannt. Ja, es ist wichtig, dass bekannte
Gesichter, die beliebt sind und sich der Mentalität anpassen
können, wieder kommen!!!
Wir waren nun
zu zweit und es war genial. Ein Dreamteam schlechthin.
Es war mir, als kenne ich sie schon lange und es lief wie am Schnürchen.
Zwei Healthworker Camps ein Mutter & Kind Training. Besuche in
Timosgang und Dolker fiel uns in den Schoß. Der Kontakt zu Karola
konnte besser nicht sein und das ist wichtig. Es hat oberste Priorität
die Dinge von beiden Seiten zu beleuchten, die deutsche und die indische.
Ja, und Karola und Jürgen sind die Eltern des Ganzen, ohne die
beiden, hätte keiner die Möglichkeit gehabt, dort etwas
zu erreichen.
Auf diesen Weg
möchte ich mich auch bei allen bedanken, die vor mir und natürlich
nach mir dort waren und sind. Jeder einzelne von Euch hat sein Bestes
gegeben, auch wenn man das manchmal nicht sofort erkennt. Bei so vielen
Leuten kommt es zu Missverständnissen und man sieht die Dinge
unterschiedlich, ist doch klar!!
Am meisten beeindruckt
hat mich dort, wie zufrieden die Menschen dort sind und mit ausgesprochener
Freundlichkeit Fremde behandeln. Sie behandeln die Menschen bei näherer
Betrachtung gleich, machen also keine Unterschiede. Natürlich
denken sie in Kasten und wenn man weiße Haut hat,
dann denken viele man hat Geld. Das kommt daher, dass dies für
die meisten Europäer die einfachste Möglichkeit ist dort
zu helfen. Wer hat schon die Möglichkeit sich einfach eine Auszeit
zu nehmen?! Ladakh-Hilfe geht mit gutem Beispiel voran und gibt Hilfe
zur Selbsthilfe. Es ist ein Geben und Nehmen ohne den Einfluss von
Geld.
Ich werde nächstes
Jahr noch einmal nach Ladakh fahren und kann mir gut vorstellen, das
ganze Projekt in den nächsten Jahren noch aktiv zu unterstützen.
Ich habe erlebt, wie wichtig es ist engagierte Leute dort zu haben,
die sich ohne Probleme anpassen können.
Natürlich
sind diese Erfahrungen, die man dort macht auch sehr persönlich.
Fremde Kultur, fremdes Land und man ist ja in ganz engen Kontakt zu
den Einheimischen
- entweder man
liebt es, oder man hasst es -
Zu Hause geht
es dann los mit der Verarbeitung
.. So hatte ich mir das
ganz und gar nicht träumen lassen.
Ich bin nun hier
wieder voll gefordert und versuche alles gut geregelt zu bekommen
, bin jedoch mit den Gedanken oft bei den Ladakhi´s.