Larissas
Praktikum in Leh
Ein
altes Sprichwort aus dem Sanskrit sagt: "Hundert
göttliche Zeitalter würden nicht reichen, um alle Wunder
des Himalaya zu beschreiben", und mir scheint es fast unmöglich
eine Sprache zu finden, in der ich alle meinen Erlebnisse und erlebten
Wunder in Ladakh, dem Land der Pässe, erzählen könnte
außer diese eine:
von
Herz zu Herz....

Durch Jule Blach, die schon das zweite Mal den Winter in Ladakh
verbrachte, kam ich dazu, mein Sozialpraktikum - welches auf der
Freien Waldorfschule Wahlwies in der 11. Klasse satt findet- in
Leh, der Hauptstadt Ladakhs, bei REWA absolvieren zu können.
Jule Blach hatte ich in der Erlebnispädagogik letztes Jahr
kennengelernt und so machte ich mich auf die Reise in das ferne
Ladakh, um unter ihrer Supervision mit Ihr die Erlebnispädagogik
auszuüben. Mit einem großen Koffer voller Zirkussachen,
den wir vom Jugendwerk in Gailingen am Hochrhein gesponsert bekommen
haben, landete ich dann endlich auf 3600m in Leh und konnte es kaum
fassen, sofort war alle Müdigkeit wie weg geblasen. Karge,
aber gigantische Berge umgaben einen und überall sah man fröhliche
Menschen, die einen freudig grüßten und das bekannte
"Julley"(=Hallo!) entgegen riefen.
Doch von wegen gleich alles erkunden - in den ersten Tagen war nur
Ruhe angesagt, da man sich ja erst akklimatisieren muß. Aber
nachdem die Eingewöhnungszeit endlich vorbei war und ich das
erstemal ins RAC durfte, das Therapiezentrum in Leh, war ich nicht
mehr zu bremsen.
Die erste Woche schaute ich bei den Therapien größtenteils
zu und half mit wo ich konnte, doch bald begann ich auch das ein
oder andere Kind mit zu behandeln, was mir auch sehr viel Freude
bereitete und ich immer wieder dazu lernen konnte. Im Chuchot Hostel
machte ich mit den Kindern jeden Mittwoch viel Zirkus, während
die Physiotherapeuten behandelten, und ich hatte eine Menge Spaß
zusammen mit den Kindern. Viele der Kinder waren sehr lernfähig
und konnten z.B. Tellerdrehen sehr schnell erlernen. Bei der Akrobatik
bangten Jule und ich des öfteren um das Wohl der Kinder, da
sie sehr wild herumtollten und waghalsige Kunststücke vollführten,
jedoch ging immer alles gut und sie hatten riesigen Spaß dabei.
Jeden Donnerstag kümmerte ich mich um ein autistisches Mädchen,
die einem gerne an den Haaren zog. Mit ihr war es sehr spannend
und ich lernte viel, da ich immer wieder versuchte sie in ihrer
eigenen Welt einzufangen, um mit ihr arbeiten zu können. doch
es klappte nicht immer und ich kam auch an meine Grenzen.
Durch die Arbeit konnte ich das Leben der Ladakhis viel näher
kennenlernen und richtig eintauchen in die fremde Kultur. Ich bin
sehr dankbar diese 6 Wochen in Ladakh erlebt haben zu dürfen
und danke allen Menschen, die mir diese Zeit so sehr bereichert
haben. Ich hoffe ich werde alle bald wieder sehen.
Julley to Ladakh!