Mein
2. Einsatz in Ladakh neigt sich dem Ende zu, für mich die gute
Gelegenheit einen Blick zurück auf die letzten 2 Monate zu
werfen.
Wie
schon im letzten Jahr bin ich in Ladakh sehr herzlich empfangen
worden.
Vieles war vertraut: Leh, die Berge rundherum, die Wohnung, einige
der einheimischen Gesichter und natürlich viele unser großen
und keinen Patienten.
Es gab aber auch etliche Änderungen: 2 neue einheimische Mitarbeiter,
unser eigener Jeep, andere Kollegen aus Deutschland und Österreich
und viele neue Patienten.

Im
MAC
Durch
einige Ausfälle von Freiwilligen waren wir diesen Sommer nicht
sehr zahlreich besetzt. Da blieb einiges liegen, was nicht so dringend
war. Dafür hatten wir trotzdem lange Tage, um all unsere Patienten
behandeln zu können.
Wir
sind gern gesehene Gäste, wenn wir zur Therapie vorbeikommen.
Das Lächeln auf den Gesichtern der Patienten bzw. der Angehörigen
am Ende der Behandlung, aber auch die kleinen Verbesserungen zeigen,
dass sich die Arbeit hier Stück für Stück bezahlt
macht.
Aber
es ist nicht nur alles eitel Sonnenschein. Kulturelle Unterschiede,
vor allem das Zeitverständnis hier vor Ort stellt uns immer
wieder auf die Probe. Kinder sind noch nicht fertig, wenn wir sie
abholen wollen, es wird vergessen, Termine abzusagen wenn das Kind
krank ist und man steht auch mal vor verschlossenen Türen,
weil alle unterwegs sind.
Das soll nicht heißen, das die Eltern keine Therapie für
ihre Kinder wollen und sie vernachlässigen, aber gerade die
Kinder mit Handicap stehen einfach nicht ganz oben auf der Wichtigkeitsskala
der Familien - das ist bei uns daheim ja auch nicht immer so.
Man
muss in Ladakh einfach flexibel bleiben, und kann nicht erwarten,
dass eine Woche so verläuft, wie sie anfangs geplant war. Trotzdem
wird es meist eine GUTE Woche.

Sonnenschein
Neben
den genannten Schwierigkeiten gibt es aber viel mehr Dinge die mich
motiviert haben wiederzukommen, hier zu arbeiten und die Zeit hier
zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen:
- Eigenverantwortliches Arbeiten
- Hilfe für die betroffenen Kinder und deren Familien, die
sonst ganz auf sich allein gestellt sind
- Eine Arbeit, bei der man durch kleine Veränderungen Grosses
bewirken kann, z.B. durch die Anfertigung eines angepassten Stuhls
kann ein Kind viel mehr vom Alltagsleben der Familie mitbekommen,
als wenn es nur auf dem Rücken liegend an die Decke starrt
- Durch die Arbeit im MAC (Moravian Ability Centre) kommen die Kinder
zu Hause raus und können sozialen Kontakt zu anderen Kindern
aufbauen und auch die Eltern haben eine Möglichkeit, sich auszutauschen
- Ideen sind immer gefragt - man darf und sollte sie sogar schnellstmöglich
in die Tat umsetzen
- Nette Kollegen, mit den man gut zusammenarbeiten und auch viel
voneinander lernen kann, DANKE an: Kathi, Rosi, Susi, Michi und
Karola
- Einheimische Angestellte, die begierig darauf sind mehr und neues
zu lernen und auch gern mit Anfassen und Behandlungen immer selbstverständlicher
mit übernehmen
- Einheimische Angestellte, die immer mehr Initiative zeigen und
Verantwortung für die Arbeit und Organisation vor Ort übernehmen
und sie auch mit guten Ideen vorantreiben
- Einheimische Angestellte, die mehr Freunde sind, die jederzeit
zur Hilfe sind, sollten Probleme vor Ort auftreten, die uns auch
mal Kochunterricht geben und mit denen es einfach irrsinnig Spaß
macht, zusammenzuarbeiten
- Vielen Dank für die vielen gemeinsamen Stunden an: KUNSANG,
DOLKER, CHUSKIT und TUNDUP
- Kinder, die einem helfen, wenigstens einige Worte Ladakhi zu lernen
zum besseren Verständnis
- Kinder, die einem zeigen, wie man sich an den kleinen Dingen des
Alltags erfreuen kann
- Einen Einblick in eine fremde Kultur und das alltägliche
Leben der Ladakhis
- Den Luxus von fließend warmen Wasser in der Wohnung, einer
Heizung und einer Waschmaschine zu Hause wieder zu schätzen
zu wissen

Gemeinsamer
Kochabend
Es
gäbe noch vieles Aufzuzählen, warum es sich lohnt, unsere
Arbeit in Ladakh zu unterstützen, sei es durch den eigenen
Einsatz vor Ort oder durch SPENDEN.
Nur
mit Ihrer und Eurer Hilfe kann die Arbeit vor Ort fortgesetzt werden
und den Kindern und deren Familien so eine Perspektive gegeben werden.
Auch
wenn ich mich schon auf meine Freunde zu Hause freue, vermisse ich
schon jetzt die Zeit und die Freunde in Ladakh.
DANKE
AN ALLE FUER DIE GEMEINSAME ZEIT IN LADAKH UND AN MEINE KOLLEGEN
IN MÜNCHEN, DIE ES ÜBERHAUPT MÖGLICH GEMACHT HABEN,
DASS ICH GUTE 2 MONATE ZEIT IN LADAKH VERBRIGEN KONNTE.