Abschlussbericht von Eike Dammann

Einsatz vom 16.08. - 29.10.2008

Mein 2. Einsatz in Ladakh neigt sich dem Ende zu, für mich die gute Gelegenheit einen Blick zurück auf die letzten 2 Monate zu werfen.

Wie schon im letzten Jahr bin ich in Ladakh sehr herzlich empfangen worden.
Vieles war vertraut: Leh, die Berge rundherum, die Wohnung, einige der einheimischen Gesichter und natürlich viele unser großen und keinen Patienten.
Es gab aber auch etliche Änderungen: 2 neue einheimische Mitarbeiter, unser eigener Jeep, andere Kollegen aus Deutschland und Österreich und viele neue Patienten.

Im MAC

Durch einige Ausfälle von Freiwilligen waren wir diesen Sommer nicht sehr zahlreich besetzt. Da blieb einiges liegen, was nicht so dringend war. Dafür hatten wir trotzdem lange Tage, um all unsere Patienten behandeln zu können.

Wir sind gern gesehene Gäste, wenn wir zur Therapie vorbeikommen. Das Lächeln auf den Gesichtern der Patienten bzw. der Angehörigen am Ende der Behandlung, aber auch die kleinen Verbesserungen zeigen, dass sich die Arbeit hier Stück für Stück bezahlt macht.

Aber es ist nicht nur alles eitel Sonnenschein. Kulturelle Unterschiede, vor allem das Zeitverständnis hier vor Ort stellt uns immer wieder auf die Probe. Kinder sind noch nicht fertig, wenn wir sie abholen wollen, es wird vergessen, Termine abzusagen wenn das Kind krank ist und man steht auch mal vor verschlossenen Türen, weil alle unterwegs sind.
Das soll nicht heißen, das die Eltern keine Therapie für ihre Kinder wollen und sie vernachlässigen, aber gerade die Kinder mit Handicap stehen einfach nicht ganz oben auf der Wichtigkeitsskala der Familien - das ist bei uns daheim ja auch nicht immer so.

Man muss in Ladakh einfach flexibel bleiben, und kann nicht erwarten, dass eine Woche so verläuft, wie sie anfangs geplant war. Trotzdem wird es meist eine GUTE Woche.

Sonnenschein

Neben den genannten Schwierigkeiten gibt es aber viel mehr Dinge die mich motiviert haben wiederzukommen, hier zu arbeiten und die Zeit hier zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen:
- Eigenverantwortliches Arbeiten
- Hilfe für die betroffenen Kinder und deren Familien, die sonst ganz auf sich allein gestellt sind
- Eine Arbeit, bei der man durch kleine Veränderungen Grosses bewirken kann, z.B. durch die Anfertigung eines angepassten Stuhls kann ein Kind viel mehr vom Alltagsleben der Familie mitbekommen, als wenn es nur auf dem Rücken liegend an die Decke starrt
- Durch die Arbeit im MAC (Moravian Ability Centre) kommen die Kinder zu Hause raus und können sozialen Kontakt zu anderen Kindern aufbauen und auch die Eltern haben eine Möglichkeit, sich auszutauschen
- Ideen sind immer gefragt - man darf und sollte sie sogar schnellstmöglich in die Tat umsetzen
- Nette Kollegen, mit den man gut zusammenarbeiten und auch viel voneinander lernen kann, DANKE an: Kathi, Rosi, Susi, Michi und Karola
- Einheimische Angestellte, die begierig darauf sind mehr und neues zu lernen und auch gern mit Anfassen und Behandlungen immer selbstverständlicher mit übernehmen
- Einheimische Angestellte, die immer mehr Initiative zeigen und Verantwortung für die Arbeit und Organisation vor Ort übernehmen und sie auch mit guten Ideen vorantreiben
- Einheimische Angestellte, die mehr Freunde sind, die jederzeit zur Hilfe sind, sollten Probleme vor Ort auftreten, die uns auch mal Kochunterricht geben und mit denen es einfach irrsinnig Spaß macht, zusammenzuarbeiten
- Vielen Dank für die vielen gemeinsamen Stunden an: KUNSANG, DOLKER, CHUSKIT und TUNDUP
- Kinder, die einem helfen, wenigstens einige Worte Ladakhi zu lernen zum besseren Verständnis
- Kinder, die einem zeigen, wie man sich an den kleinen Dingen des Alltags erfreuen kann
- Einen Einblick in eine fremde Kultur und das alltägliche Leben der Ladakhis
- Den Luxus von fließend warmen Wasser in der Wohnung, einer Heizung und einer Waschmaschine zu Hause wieder zu schätzen zu wissen

Gemeinsamer Kochabend

Es gäbe noch vieles Aufzuzählen, warum es sich lohnt, unsere Arbeit in Ladakh zu unterstützen, sei es durch den eigenen Einsatz vor Ort oder durch SPENDEN.

Nur mit Ihrer und Eurer Hilfe kann die Arbeit vor Ort fortgesetzt werden und den Kindern und deren Familien so eine Perspektive gegeben werden.

Auch wenn ich mich schon auf meine Freunde zu Hause freue, vermisse ich schon jetzt die Zeit und die Freunde in Ladakh.

DANKE AN ALLE FUER DIE GEMEINSAME ZEIT IN LADAKH UND AN MEINE KOLLEGEN IN MÜNCHEN, DIE ES ÜBERHAUPT MÖGLICH GEMACHT HABEN, DASS ICH GUTE 2 MONATE ZEIT IN LADAKH VERBRIGEN KONNTE.



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