Abschlussbericht
der beiden Physiotherapeutinnen Irina Battaglia und Silvana Frey
November
2010
Einsatzzeit
August/November
Es
ist soweit. Die drei Monate sind um und in ein paar Tagen sind wir
wieder zurueck in der Schweiz.

Wir sind zusammen gekommen, haben zusammen gearbeitet, gewohnt, gelacht,
gekotzt, gestritten, gesungen, getrekkt, gekocht und gehen jetzt wieder
zusammen zurueck ( immer noch befreundet). Deswegen faellt auch dieser
Abschlussbericht "zusammen" aus.

Wir koennten jetzt schreiben wie wunderschoen Leh und Ladakh ist,
wie lieb die Locals sind, wie toll das Wetter ist, wie spektakulaer
der Flug und die Landung waren, wie suess die Kinder sind und dass
wir uns, dank dem super Empfang der anderen Volunteers ( Danke Alex,
Lisa, Kerstin und Janica) vom ersten Moment an wie zuhause gefuehlt
haben. Und das Alles ist auch genau so gewesen, aber fuer den Leser
von Abschlussberichten wahrscheinlich nichts Neues oder Interessantes.
Ende August als wir kamen, haben im Garten noch die Blumen geblueht
und der Salat wuchs kniehoch. In der Changspa-Road waren die Shops
offen und die Kashmiris wollten "shopping shopping" und
"inside more" von uns. Unsere Hauskatze hatte zwei Babys
und die Berge hatten noch keine weissen Spitzen. Leh war eine gruene
Oase und die Felder voller Getreide. Es kam fliessendes Wasser aus
dem Hahn und sogar Warmwasser!!( welch ein Luxusleben) Wir waren sechs
Voluteers und der Tisch war immer voll gedeckt mit Leckereien.
Jetzt, drei Moate spaeter sitzten wir zwei alleine im Wohnzimmer und
waermen unsere Hintern ueber dem Gasofen. Kochen muessen wir auch
selber, da fast kein Restaurant mehr offen hat und die anderen Volunteers
auch weg sind ( Danke Maedels). Alle Shops in der Changspa-Road sind
zu. Kein "shopping"und "good price" mehr. Die
Baeume habe keine Blaetter mehr und die Felder wurden geerntet. Auf
der Strasse begegnet man mehr Tieren als Menschen. Ein Junges der
Hauskatze ist gestorben und das Andere ist seit einer Woche, nachdem
es uns drei Monate immer wieder vor das Zimmer geschissen hat, auch
nicht mehr da ( gebe zu, mache mir Sorgen). Fliessendes Wasser gibts
seit einer Weile nicht mehr. Wir schleppen Kanister zum Bach und transportieren
das kostbare Wasser mit dem Fahrrad ( 2 platte Reifen und ein achter)
nachhause. Erstaunte Gesichter und lautes Lachen der Locals bei unserem
Anblick sind wir inzwischen gewohnt. Wir sind uns jedoch sicher, dass
das Wasser mit dem Fahrrad transportieren bald ganz gross aufkommen
wird in Leh! Zum Arbeiten reicht eine Schicht Kleider nicht mehr aus.
Wir kommen nicht mehr so ganz nach mit zaehlen, aber wir schaetzen
so sechs Schichten Kleider. Ja Ja, auch ein Schweizer friert ab und
zu. Kommt aber eher selten vor!
Wir sind froh, konnten wir diesen Wechsel der Zeit miterleben. Es
ist ruhiger geworden, was aber nicht heissen soll, weniger spannend
oder weniger schoen.

Mit den Kinder im RAC laeuft immer was. Unglaublich was hier aufgebaut
wurde. Es steckt soviel Liebe von den Locals und all den vorhergehenden
Volunteers in diesen Raeumen und dem Projekt! Die Kinder kommen gerade
deswegen so gerne und fuehlen sich wohl hier! Die Arbeit ist abwechslungsreich
und spannend, weil man doch nie so recht weiss, was echt heute wieder
laeuft.


Wir freuen uns nun auf zuhause. Auf die Familie, den Freund, die Kollegen,
die Dusche, den Schnee, gute Autostrassen, die Heizung, was anderes
zu trinken als Schwarztee ( jupii Rivella) und natuerlich auf Schoggi!!
Richtige Schoggi! Nicht diese "Nestle-10xgeschmolzen-und-null-Geschmack-Schoggi"!!
Aber vieles, vieles wird uns fehlen!! Wie das gemuetliche Fruehstueck,
den Arbeitsweg mit all den Tieren. Den coolen Eseln, den Hundewelpen
und den komischen kartonfressenden Kuehen.

Wir werden die Kinder und das Team vermissen. Die Stadt mit all den
Leuten. Die Strassenverkaeuferinnen und den Gemuesemarkt. Das gehupe
der Autos, wobei das kommt eher in die "wird-mir-nicht-fehlen-Liste".
Gut moeglich, dass wir im Schweizer Strassenverkehr ohne gehupe nicht
lange ueberleben;-)! Uns wir die unglaubliche Weite fehlen, der blaue
Himmel, die flatternden Gebetsfahnen, keinen Stress zu haben und vielleicht
wird uns sogar das Ladakhi-Klo fehlen. Aber bestimmt werden uns die
Magen-Darm Probleme nicht fehlen! Die verrueckten Autofahrten mit
Othzer in diesem Chaosverkehr, hmmm, fehlen oder nicht fehlen
???
Etc . etc.
Egal wo man ist oder wohin man geht, perfekt ist es nirgends. Waere
ja auch langweilig. Aber man kann es sich perfekt machen und fuer
uns war die Zeit in Ladakh perfekt!!!
Danke!

Silvana und Irina