vom 13.- 17.03.2008
Teilnehmer:
Tundup, Kunzang, Jule, Philipp
Ein
arbeitsamer und physiotherapeutisch erfolgreicher Fieldtrip liegt
hinter uns.
Am Nachmittag des 13.3.08 machten wir uns vollgepackt mit vielen
Hilfsmitteln auf den Weg Richtung Temisgang. Am Abend im Guesthouse
richteten wir uns eine kleine Werkstatt ein, um einen Stuhl für
eines unserer Kinder fertigzustellen.

Eine
kleine Werkstatt wird eingerichtet
Am naechsten Morgen gings frueh an die Arbeit, da wir den kleinen
Urgyan noch vor Schulbeginn antreffen wollten. Wir kontrollierten
die Peroneusschiene, welche wir ihm im Dezember gebracht hatten
und versorgten ihn mit neuen Schuhen. Urgyan ist ein sehr aufgeweckter
kleiner Junge, der an Polio erkrankt ist. Wir konnten erfreut feststellen,
das sein Gangbild mit Hilfe der Schiene sehr viel besser geworden
ist. Nach unserem Besuch weigerte er sich jedoch noch in die Schule
zu gehen, wir hatten ihm also auch noch einen Tag Ferien geschenkt.
Bei der naechsten Patientin, Stanzin, konnten wir feststellen, dass
sie grosse Fortschritte bezueglich Balance und Koordination gemacht
hat. Wir konnten uns daher mehr auf die Arbeit an der Feinmotorik
konzentrieren.
Jigmet trafen wir auf dem Feld mit der ganzen Familie und Nachbarschaft
an. Die Freude ueber den neuen Stuhl wurde erstmal mit Chang begossen
(Mittags um 12Uhr!) und da man ja bei den Ladakhis nie nur einmal
das Glas vollgeschenkt bekommt ging die Therapie dann etwas beschwipst
weiter. Wir befreiten erstmal einen Esel von der Feldarbeit um ein
bisschen abgewandelte Hippotherapie, also Donkeytherapy, zu machen.
Jigmet fuehlte sich sichtlich wohl auf dem Esel uebers Feld zu reiten
und wir hatten viel Spass.


Jigmet
bei der Hippotherapie - und mit neuem Stuhl
Voll
Freude konnten wir bei der nächsten Patientin, Stanzin, sehen,
dass die Familie unseren Vorschlag einen Gehbarren für sie
zu bauen umgesetzt hatte. Stanzin läuft darin nun mit grosser
Begeisterung hin und her und war sehr stolz darauf uns dies vorzuführen.

Arbeit
am Gehbarren
Zufrieden, dass sich in Temisgang einiges Gutes getan hat, fuhren
wir am Nachmittag weiter nach DaHanu. Am Abend dort angekommen,
fühlte sich alles ein bisschen wie Sommerurlaub an, es war
warm und wir verbrachten einen Abend bei Kerzenlicht auf unserer
Terasse mit Blick auf den Indus.
Den Samstag verbrachten wir in HanuGongma, wo wir am Vormittag drei
Patienten behandelten. Den kleinen Norphel, dem es leider seit einem
Monat nicht sehr gut geht, da er ständig erkältet ist
und nicht richtig isst. Wir gaben der Mutter ein paar gute Tips
und Norphel machte gut mit bei der Therapie.

Der
kleine Norphel
Dann besuchten wir Sonam Dolma, eine 41 jährige Patientin,
die den ganzen Tag damit verbringt, auf dem Dach ihres Hauses zu
sitzen. Wir versuchten sie zum Gehen zu ermuntern und ihr einige
Hilfen anzubieten, mit mässigem Erfolg. Wir wollen versuchen,
ob es möglich ist, für sie einen Platz im Mahabodi Center
zu bekommen.
Bei dem kleinen Tashi Dorjey konnten wir mit Freuden feststellen,
dass er anfängt, sich von alleine zum Stehen hochzuziehen.
Und mit den neuen Schuhen, die wir ihm brachten, war auch das Laufen
mit Hilfe ein voller Erfolg.

Tashi
Dorjey
Über Mittag gabs eine schöne Lunchpause direkt am Wasser,
mit Wasserfall, leckerem selbstgekochtem Essen und einem Schläfchen
in der Sonne.

Mittagspause
am Wasserfall
Am Nachmittag schauten wir noch bei Spalzes Angmo vorbei und mussten
leider feststellen, dass sich die Deformitäten ihrer Beine
sehr verschlechtert hatten und wahrscheinlich eine erneute OP unumgänglich
ist (Spalzes leidet an osteogenesis imperfecta und ein Bein wurde
schon zuvor operiert und begradigt. Vor ein paar Monaten wurde dann
das Metall entfernt, und sie konnte mit Stützen gehen. Was
nun aber dazu geführt hat das sich die Knochen wieder verformt
haben). Nun ist das Gehen für Spalzes sehr beschwerlich und
schmerzhaft und sie kann nichtmehr zur Schule gehen (Für einen
Rollstuhl ist dieses Gebiet zu beschwerlich), was sehr schade fuer
das Mädchen ist, da sie mental sehr wach und fit ist. Wir werden
versuchen, ob es moeglich ist sie im Chuchot Hostel unter zu bringen,
damit sie weiterhin zur schule gehen kann.

Spalzes
mit ihren Gehstützen
Auch den Sonntag verbrachten wir noch im Gebiet DaHanu, wo wir z.B.
mit Tashi Lamo viele Gang- und Gleichgewichtsübungen im Garten
durchführten.
Unsere Mittagspause nutzten wir, um in der warmen Frühlingssonne
Wäsche im Fluss zu waschen.
Am Nachmittag besuchten wir Zakir in dem muslimischen Dorf Sunjak.
Während der Therapie war fast das ganze Dorf um uns herum versammelt
um interessiert zuzuschauen wie wir mit Zakir Ball speilten, malten
und versuchten, vor der ganzen Menge ein Fazialisprogramm durchzuführen.
Aber Zakir lies sich nicht beeindrucken und versuchte sehr gewissenhaft
und mit grosser Konzentration seine Übungen zu machen.
Zufrieden mit unserer Arbeit in diesen Tagen brachen wir früh
am Montag morgen den den Rückweg an. In Kalthse legten wir
einen Stopp ein, um in der Moravian Mission School nach dem kleinen
Tashi Namgyal zu schauen. Seit diesm Jahr ist er wieder in der Schule
und wir konnten mit Begeisterung sehen, wie er sich durch die schulische
Integration verbessert hatte, er läuft ohne Probleme, spielt
mit den anderen Kindern und auch das Sprechen wird immer besser.

Zakir
und Jule
Zum Mittagessen machten wir mal wieder einen kleinen Abstecher zu
Kunzangs Familie nach Alchi, wo wir sehr herzlich willkommen waren
und entsprechend bewirtet wurden.
Zu guter Letzt stoppten wir noch in Nimmo, um einen neuen Patienten
anzuschauen. Der 22jährige Rinchen lebt mit seinem Vater alleine
und leidet an CP.

Rinchen
Er
hat sich sehr über unseren Besuch gefreut und es war gut zu
sehen, das Hilfsmittel wie ein Rollstuhl schon bestehen und dass
der Vater sich gut um den Jungen kümmert. Wir werden versuchen
hier nun alle zwei Wochen vorbei zu schauen.
Müde aber zufrieden gings dann am Abend zurück nach Leh.
Es war mal wieder ein Fieldtrip mit vielen neuen Eindrücken:
landschaftlich, zwischenmenschlich und physiotherapeutisch.
Bericht
von Jule Blach