Die
Akteure dieses Mal: Othzer, Rinchen, Katharina und Tine
Los
gings! Mit viel Gemuese, noch mehr Keksen, guter Musik und vor allem
gute Laune im Gepaeck hiess es am Dienstagmorgen: Auf nach Nubra!

Das
Nubra Team im Juni 2011
Nach
sechs Stunden Fahrt waren leider die ersten Patienten nicht aufzufinden.
Erst beim Dritten hatten wir Glueck. Allerdings wurden wir dort
mit lautem Geschrei empfangen, so dass wir nach mehreren Versuchen,
den Kleinen zu behandeln, kurz davor waren aufzugeben. Doch Rinchen
ueberzeugte letztlich durch ihr therapeutisches Feingefuehl und
fand doch noch einen Zugang zu dem Kleinen. Zu beobachten, wie er
sich immer besser behandeln liess, brachte uns Freude, staerkte
Rinchen und bildete einen guten Auftakt fuer die kommenden Tage.

Rinchen
beruhigt den Kleinen und ist schliesslich in der Lage, mit ihm zu
arbeiten


Ein
zufriedenes Kind dank Rinchen
Nach
dem Mittagessen ging es schon weiter zu unserem naechsten Patienten.
Wir freuten uns, als wir sahen, dass er die Uebungen, die ihm die
vorherigen Freiwilligen gezeigt hatten, taeglich macht und sich
bereits sehr grosse Fortschritte zeigen. Einst voellig gehunfaehig,
laeuft er heute schon wieder "flotten" Schrittes am Gehbock
oder Vierpunktstuetzen. Wir versuchten zunaechst seine Unterschenkelschmerzen
zu lindern, zeigten ihm dann weitere Uebungen zur Kraeftigung und
machten darauf noch eine kleine Gangschule durch den Garten. Dementsprechend
zufrieden konnten wir unseren ersten Tag mit einem leckeren ladakhischen
Essen in netter Runde beschliessen.
Eine
unglaubliche Geschichte: Zwei behinderte Buben im Huehnerstall ausgesetzt
Bereits
zu frueher Stunde machten wir uns am naechsten Tag auf in Richtung
pakistanische Grenze. Das Ziel war das muslimische Dorf Bogdan,
ein ehemaliges Sperrgebiet, das erst im letzten Jahr geoeffnet wurde.
Wir tauchten in eine ganz andere Welt ein. Bereits nach dem Passieren
des Ortseingangs liefen uns zahlreiche Kinder hinterher, die uns
die kommenden Stunden begleiten sollten. Hinauf ging es ueber zahlreiche
Stufen, durch enge Gassen zu den naechsten kleinen Patienten. Was
wir hier vorfanden waren fuer uns bisher unbekannte Zustaende. Die
beiden kleinen Brueder hockten ohne Kleidung inmitten von Huehnern
im Dreck. Ihr Brustkorb ist deformiert, der Kopf im Vergleich zum
Koerper viel zu gross, die Extremitaeten zum Teil schon kontrakt
und sie konnten sich nur sitzend fortbewegen. Um eine gute therapeutische
Umgebung zu schaffen, brachten wir sie zunaechst an einen sauberen
Platz. Die Behandlung war fuer uns unheimlich ergreifend: Hier lagen
zwei kleine Buben mit einem voellig apathischen, traurigen und voller
Angst gepraegtem Blick und einer Mutter, die keine Liebe und Fuersorge
fuer die beiden hat, sondern nur fuer ihre restlichen gesunden Kinder
sorgt. Zwei weitere behinderte Kinder waren bereits gestorben. Die
neugierigen Dorfbewohner beobachteten uns, wir versuchten sie vor
der Tuere zurueck zu lassen.

 
Vor
allen Dingen der wehrlose Kleine ist von den Angriffen der Huehner
gezeichnet

Voellig
deformierter Ruecken und Brustkorb
Waehrend
sich die Behandlung des aelteren Jungen zufgrund seiner grossen
Angst zunaechst als unmoeglich heaus stellte, machten wir mit dem
kleinen atemtherapeutischen Techniken und zeigten einer halbwegs
interessierten Tante danach Uebungen, die sie mit den Jungen durchfuehren
konnte. Der Kleine war mit mit Narben und kleinen Wunden uebersaet:
Die Huehner picken auf ihm herum. Neben der therapeutischen Arbeit
sollten frische Kleidung, Spielzeug und etwas zum Trinken die Beiden
aufmuntern. Gegen Ende war es uns sogar moeglich mit dem Grossen
ein Lied zu singen in ihn zu therapeutischen Eigenuebungen anzuleiten.
Es fiel uns schwer, die Beiden zu verlassen, aber wir hoffen, dass
in Zukunft etwas fuer die Kinder getan werden kann.
 
Bekleidet
und therapiert, ein wenig Licht in ihrem Leben
Grosse
Freude ueber bunte Softplints
Erfreulicher
hingegen war unser Besuch bei dem naechsten kleinen Patienten, der
sich so sehr ueber seine kunterbunten Softsplints freute, dass uns
einmal mehr bewusst wurde, wie schon es ist ein einen Fieldtrips
zu sein.
 
Grosse
Freude ueber bunte Softsplints
Am
letzten Tag hatten wir sehr viel Freude bei der Arbeit. Othzer kuemmerte
sich zunaechst um die Schuherhoehung, wahrend wir Maedels im Anschluss
spontan eine Gymnastikgruppe inmitten der schoenen Bergwelt abhielten.
Am Schluss war der Beckenschiefstand ausgeglichen, der Schulbus
verpasst und die Begeisterung fuer die Uebungen auf Mutter und Schwester
uebergesprungen.

Sportstunde
Fazit
nach drei Tagen Nubra:
-
Einheimische werden zu Freunden
-
Auch von Maggisuppe wird man satt
-
Von Sprungbildern in den Sandduenen kriegt man nie genug
-
Drei Tage koennenzu einem unvergesslichen Trip werden... ein einmaliges
Erlebnis!!
Bericht
von Tina Gugel, Physiotherapeutin
|