Nubra Field Trip 26. - 28.10.2010

Teilnehmer: Norbu, Marianne und Silvana


Pünktlich um sieben Uhr hat Norbu uns mit dem gemieteten Jeep abgeholt und die Reise ging los.
Je höher wir Richtung Khardung-La fuhren, desto mehr Schnee lag auf der Strasse.
Oben angekommen war es so kalt, dass wir nur schnell ein Photo machten und sofort weiter fuhren. Nach 7 Pinkel-Pausen, 2 Packungen Chips, 4 Kit-Kats und 48 Hindi-Songs erreichten wird Sumur, wo Tsering Dorjey auf uns wartete.

Wunderbares Nubratal

Tsering Dorjey hat eine inkomplette Paraplegie. Nach einem warmen Milk-Tee, hat er uns die neuen Fußheberschienen gezeigt und erzählt, dass er seit Anfang Herbst immer wieder Wadenkrämpfe hat. Wir kontrollierten die Schienen und stellten fest, dass, aufgrund der Kleider, zu viel Kompression auf die Wadenmuskulatur ausgeübt wird. Danach besprachen wir noch die Heimübungen, die er regelmässig ausführt und zogen weiter.


Der nächste Stopp war in einer Schule, wo wir wieder einen Tsering Dorjey (Tetraparese) besuchten. Norbu erzählte, dass er sonst nur in der Gruppe therapiert werden konnte und alle Kinder die Übungen mitmachen mussten, da er sehr schüchtern ist. Diesmal bewies er Mut und folgte uns in einen Klassenraum. Wir zeigten ihm verschiedene Übungen für die obere und untere Extremität.

Tsering Dorjey und Marianne


Tundup Gualtson war unser nächster Patient. Schon bevor er uns sah, schrie er und verweigerte jegliche Therapie. Selbst das Ausmessen für einen Eck-Stuhl wurde zum Staatsakt. Die Eltern versprachen uns, diesen Winter nach Leh zu kommen, um einige Wochen an einer intensiven Therapie teilnehmen zu können.
Nach einem ausgiebigen Abendessen, klapperten wir jedes Gästehaus in Diskit ab, ohne Erfolg. Am Ende landeten wir in einem eigentlich schon geschlossenen Gästehaus in Hundar. Müde, aber zufrieden mit der Arbeit des ersten Tages, gingen wir früh ins Bett.


Nach einem einfachen, aber guten Frühstück, machten wir uns auf den Weg nach Turtuk, 90km von Hundar und nur 20km von der pakistanischen Grenze entfernt. Das Auto musste an der Hauptstrasse stehen bleiben und zu Fuß ging es einen "steilen" (für Flachländer wie Marianne) Hügel hinauf. Wir fanden Amir Hamsa zugedeckt, in der Küche auf dem Boden liegend. Die durch die Spastik verursachten Kontrakturen waren so fest, dass es kaum möglich war ihn aus der Spastik heraus zu mobilisieren. Schweren Herzens beschlossen wir, dass bei dieser geringen Therapiefrequenz (alle 2 Monate), keine Besserung zu erwarten ist und setzten die Therapie ab.

Norbu fragt nach dem Weg nach Bodgang


Auf halbem Weg zurück liegt das Dorf Bogdang, wo 3 Patienten auf uns warteten. Zara Bhano hatte im März 2010 einen Schlaganfall. Zu unserem Erstaunen waren die Arm- und Beinfunktionen ziemlich gut. Das einzige Hauptproblem gemäß Zara ist, dass sie manchmal unter starken Kopfschmerzen leidet und dann häufig fällt. Sie fragte uns, ob sie die richtigen Medikamenten nehme. Da wir ihr keine Auskunft geben konnten, boten wir ihr an, sich in Leh zu melden, damit ein Doktor die Medikation kontrollieren kann. Wir ließen ihr noch ein Stock da.


Umkreist vom halben Dorf, warteten wir auf Shabir Ali. Da die Klumpfüsse so stark ausgeprägt sind, luden wir ihn ein, nach Leh zukommen, um Hards-splints und orthopädische Schuhe anpassen zu können.
Da es zu laut war, mussten wir mit dem nächsten Patient, Mohammad Khan (Hemiparese), ins Haus gehen. Da er sich an keine Übung erinnern konnte, stellten wir ihm ein neues Heimpgrogramm zusammen.
Zum Schluss am diesen Tag, hatten wir noch einen süssen und aufgeweckten Jungen. Stanzin Chozang, CP-Patient, zeigte uns, wie gut er seine Heimübungen beherrscht. Nach einer Maggi-Suppe erweiterten wir sein Programm um einige Übungen.

Stanzin Chozang und Silvana


Den Abend verbrachten wir mit Kartenspielen. Es war zwar ein Ladakhi-Spiel, aber die Europäer trugen den Sieg davon.
Der letzte Tag ist kurz beschrieben. Die kleine Diskit Angmo war nach den Examen zu ihrer Großmutter gefahren, sodass keine Behandlung möglich war.

Silvana, Norbu und Marianne


Da gingen wir zum Touri-Programm über und besichtigen das Kloster von Diskit. Dank Norbu bekamen wir eine persönliche Führung und erhielten einen Einblick in das Leben der Mönche.

Bericht: Marianne Reissmann und Silvana Fry




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