Beericht Chang Tang: Vom 7. Mai
bis 9. Mai 2007 mit Ulli, Dolker, Gustav und Phillip
Nachdem
wir Eike in aller Frueh zum Flughafen gebracht haben, brachen wir nach
Chang Tang auf. Ich war ganz froh so nette Begleitung mit mir zu haben.
Gustav und Phillip (ein Arzt aus Wien und sein Sohn), die uns im Mai
tatkraeftig zur Seite stehen, machten diesen Trip mit und Dolker war
natuerlich auch dabei.
Wir
hatten eine laengere Reise vor uns und wieder ging es hoch hinauf. Der
dritthoechste befahrbare Pass der Welt ( Chang La 5300m) war zu ueberwinden.
Die
erste Station war in Shyok, bei unserem ehrgeizigen Moench. Wir hatten
eine besondere Ueberraschung fuer ihn, einen Rollator. Nur einen Tag
zuvor war dieser aus Deutschland angereist. Vielen Dank an Rene und
Doreen die uns den Rollator mitgebracht haben. Wir waren schon sehr
gespannt wie es Tarchin mit dem Rollator gehen wird.
Nachdem
Gustav seine osteopathische Behandlung beendet hat, fingen wir mit dem
Gewoehnen an den Rollator an. Die erste Schwierigkeit die sich ergab
war eine ebene Flaeche zu finden. Es gibt eine kleine Terrasse und die
Kueche wo er mit dem Rollator ueben kann. Wir haben uns mit der Familie
geeinigt nur in der Kueche zu ueben, da uns die Terrasse zu gefaehrlich
erschien. Die Therapie mit Tarchin machte uns viel Freude da er so motiviert
war.

Tarchin
mit Rollator
Wir
waren bei seiner Familie zu Hause untergebracht. Seine Mutter servierte
uns typisches ladakhisches Essen. Fuer uns war es der erste Kontakt
mit Yakfleisch und es schmeckte ganz gut. Uns wurde auch frischer hausgemachter
Chang serviert.
Der Abschied von der Familie war sehr herzlich und die Eindruecke dieses
Tages werden mir unvergesslich bleiben.

Aussicht
von der Terrasse
Wir
mussten weiter, da wir noch einen langen Weg vor uns hatten. Der Vater
von Tarchin begleitete uns bis in den naechsten groesseren Ort. Er hatte
ein paar Sachen zu erledigen. Der naechste Hausbesuch fuehrte uns zum
Pagong See (es ist ein Salzsee). Dieser See liegt an der Grenze zu Tibet
bzw. liegt grossteils in Tibet. Waehrend der Fahrt entlang des Sees
genoss ich den Blick aufs gruenblaue Wasser mit den Bergen im Hintergrund.

Pangong
See
Nach
langer Fahrt auf sehr schlechter Strasse kamen wir endlich an. Wir suchten
das Maedchen in der Schule auf. Sie ist 10 Jahre alt und hat eine Erkrankung
aus dem rheumatischen Formenkreis. Hier sind wir physiotherapeutisch
sehr gebunden, da in erster Linie eine gute medikamentoese Behandlung
wichtig ist. In dieser Situation war ich sehr froh, Gustav mit dabei
zu haben. Er stellte fest, dass die ihr verordnete medikamentoese Therapie
sehr aggressiv ist. Bei dieser Art von Erkrankungen werden in der westlichen
Medizin woechentliche Kontrollen durchgefuehrt. Das Maedchen muss fuer
die Kontrolle 6 Stunden nach Leh fahren. Es gibt in diesem abgelegenem
Gebiet keine oeffentlichen Busse, keine Post und kein Telefon. Ihre
Familie ist sehr arm, sie haben ein zweites krankes Kind zu Hause und
die Medikamente fuer das Maedchen kosten 700 Indische Rupien im Monat
(sind ca. 12 Euro). Das ist fuer die Familie ein Vermoegen. So verliessen
wir etwas hilfslos dieses Maedchen.

Schulkinder
Ein
junger motivierter Lehrer, der sehr gut Englisch sprach, fuehrte uns
im gleichen Dorf zu einer Familie mit einem schwer behinderten Maedchen.
Die Familie hiess uns herzlich willkommen und wir begannen gleich mit
der Befundung des Maedchens. Wir fanden sehr einfache Lebensbedingungen
vor. Wir sind froh nun ein weiteres Kind auf unserer Liste zu haben,
dass von uns unterstuetzt werden kann.
Der
Rueckweg war der gleiche, entlang des Sees. Es war schon spaet und wir
mussten uns beeilen, um noch bei Tageslicht zu unserem letztem Patienten
zu kommen. Muede nach diesem langen Tag, erreichten wir unser Ziel.
Wir waren wieder bei der Familie untergebracht. Der Namen des Kleinen
war Shakya. Er wurde noch vor dem Schlafengehen behandelt und naechsten
Tag nach dem Fruehstueck noch einmal. Unser Schwerpunkt lag dabei bei
sensorischem Training. Nach unserem Empfinden genoss er die Therapieeinheiten.
Wie schon Armin, wunderten auch wir uns ueber die Stellung des rechten
Unterarmes.

Therapie
von Shakya
Nach
diesen sehr anstrengenden, aber ereignisreichen Tagen, traten wir die
Heimreise an.

Am
Pass
Wir freuten uns wieder auf Leh und die gewohnte Umgebung. Die Ankunft
in Leh verzoegerte sich, da wir bei der Abfahrt vom Chang La Pass einen
Platten hatten. Gustav und Phillip hatten schon bei der Hinfahrt festgestellt,
dass der Reifen schon in einem sehr schlechten Zustand ist. Aber in
Ladakh sind es die Menschen gewoehnt Reifen zu wechseln. Somit konnten
wir unsere Reise gleich wieder fortsetzen.

Der
kaputte Reifen
Bei
diesem Trip konnte ich viele schoene Eindruecke und Erfahrungen sammeln,
die ich nicht missen moechte. Ich durfte wieder einen Teil dieses wunderschoenen
Landes kennenlernen.
Ulli