Abschied von Ladakh

von Susann Hofmann

Dezember 2007

Meine Zeit in Ladakh ist nun schon seit einer Woche vorbei und so langsam schleicht sich die Realität in mein Bewusstsein ein: Die Arbeit ist für mich getan und es fällt schwer loszulassen. Es war besonders schwer in meinen letzten Tagen, in denen ich versucht hatte, alles für die nachkommenden Freiwilligen vorzubereiten so gut es ging.


Doch die Zeit blieb nicht stehen. Sie zerrann in meinen Händen und ich schaffte nicht mal die Hälfte von meinem Vorhaben: Übergabeberichte schreiben - während am Abend nur vier Stunden Strom zur Verfügung standen und alle schon gierig den Laptop anschauen - denn ich war nicht die einzige.


Zarina, die noch nicht lange zu uns ins MAC kommt, brauchte eine Korrektur an ihrem Cornerseat - manchmal Dinge, die auf dem ersten Blick scheinbar nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Ein Spieltisch für Stanzin, der behindert und blind seinen Alltag sitzend in einem Zimmer verbringt und sich über jede Ablenkung freut. Das sind nur einige der kleinen - großen Dinge, die ich halbfertig hinterlassen musste.

Ich bin abgereist mit tausend Ideen - es kamen aber auch zwei neue Physios an mit tausend neuen Ideen. Es fiel schwer loszulassen und den Anderen das bereits Begonnene zu überlassen. Aber ich erinnere mich zurück, als ich angekommen war und mir ebenfalls diese Rolle zuteil wurde: Das Bestehende fortzuführen, weiter voran zu treiben. Für jeden von uns gilt es daher, einmal Abschied zu nehmen und den Nachfolgern alles vertrauensvoll in die Hände zu geben...

Ich danke Judith (YouDid), Gabi (Gobi) und Miriam für die unvergesslich schöne Zeit!!! Mit euch zusammen konnte ich viel erleben, lernen und genießen. Und natürlich danke ich Chuskit mit dem richtigen Händchen für die Patienten, Tundup, der es schafft, selbst das scheuste Kind wie ein Wunder aus der Ecke zu locken, und Dolker, die eine riesige Verantwortung im Projekt trägt, welche sie fantastisch meistert.


Susann Hofmann
13. Dezember 2007



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