Ladakh
und die freundlichen und liebenswerten Ladakhis sind mir schon
bei meiner ersten Reise 2006 in diese tolle Gegend ans Herz gewachsen
und mir war klar, dass ich eines Tages wieder zurück kehren
würde
So war es dann im Juni 2011 auch endlich soweit
und ich machte mich erneut auf den Weg in die Höhen des Himalayas.
Dieses mal erwartete mich jedoch eine ganz spezielle Aufgabe:
das neue Projekt in Kargil mit aufzubauen.
Anna und Kathi hatten die ersten Bausteine gesetzt und schon Vieles
auf die Beine gestellt. Schon fast 30 Patienten waren erfasst
in der näheren Umgebung von Kargil und jetzt ging es vor
allem um die Behandlungen der bereits erfassten Patienten. Zu
Beginn machten wir uns zu Fuss auf den Weg zu den Häusern,
um die Patienten zu behandeln, doch schon bald haben Norbu und
Karola das kleine weisse Auto nach Kargil gebracht, so dass wir
viiiel Zeit und Geld sparen konnten und immer lustige Fahrten
hatten. Die Strassen sind grausam (mehr Schlaglöcher als
Belag) und Frauen am Steuer auch eher selten und dann auch noch
eine "Angres" ;) Wir hatten unseren Spass

Annette
mit Munawar Hussain
Unser Hauptziel war es, die Patienten genau zu untersuchen und
die Mädels (Bilquees, Hamida und Zahera) so gut wie möglich
in die Therapien einzuführen. Wir überliessen die Therapien
hauptsächlich den Locals, damit sie diese auch während
des Winters ohne Freiwillige gut selbständig ausführen
können und damit das Vertrauen der Bevölkerung in ihre
eigenen Landsleute gewonnen werden kann. Einige Kinder konnten
wir bereits mit Hilfsmitteln (Splints, Sitzkisten, Stühlen,
Tischen,
) beglücken, andere mit Windeln versorgen oder
einfach therapieren und ihnen neue Möglichkeiten aufzeigen.
Viele der Kinder haben bereits in diesen zwei Monaten sehr grosse
Fortschritte gemacht und auch viel Freude und Motivation gezeigt.
Das Denken einiger Eltern konnten wir sicherlich auch ein Stück
weit positiv beeinflussen, doch es wird noch eine gewisse Zeit
dauern, bis sich das Denken der Bevölkerung gegenüber
behinderten Kindern ändern wird
Wie gross die Rolle
der Religion dabei mitspielt kann ich nicht einschätzen,
aber viele Familien sehen es als gottgewollt an und dann ist es
halt einfach so
Jenny hat mich leider wegen einer Knieverletzung frühzeitig
verlassen, sodass ich als einzige Westlerin die Stellung halten
musste. Das wäre sicher auch nicht so schwierig gewesen,
wenn die Zusammenarbeit und das Zusammenleben mit unserem indischen
freiwilligen Speach teacher Giri etwas einfacher gewesen wäre.
Dies hat jedoch zu einer noch engeren Beziehung zu den local Mädels
und einigen Kargil- Freunden geführt, was mir sehr viel geholfen
hat und ich hoffe, dass diese Freundschaften auch noch lange anhalten
werden. So wurde ich oft zum Abendessen eingeladen und habe viel
Zeit mit Kargilis verbracht. Viele Abende habe ich auf den Hügeln
bei Goma Kargil verbracht und den Sonnenuntergang genossen bis
der Muezzin aus allen Ecken der Stadt gerufen hat.
Das Leben im mehrheitlich muslimischen Kargil war kein Problem
und eine sehr schöne Erfahrung. Da bis jetzt immer noch nicht
viele Touristen in Kargil sind und fast niemand so lange wie wir
da geblieben ist, sind die Menschen sehr interessiert und hilfsbereit.
Schon nach kurzer Zeit kannte uns die halbe Stadt und wir wurden
freundlich begrüsst.
Jedem,
der nur ein wenig Pioniergeist und Abenteuerlust in sich trägt
kann ich diese Arbeit nur empfehlen. Zum einen, weil ich voll
hinter dem Projekt stehe und zum anderen, weil es jedem gut tut,
mal in eine andere Welt einzutauchen und sich auf eine andere
Kultur einzulassen
Für mich war es eine sehr intensive, lehrreiche, glückliche
Zeit mit unglaublich vielen tollen und fröhlichen Momenten,
an die ich noch lange mit Freude zurückdenken werde!!
Vielen Dank an alle Beteiligten und lieben Menschen, die mir
in dieser Zeit begegnet sind und die sie so unvergesslich gemacht
haben!!! Julley