Children need hope, they need REWA
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Zanskar Fieltrip vom 27.07. 01.08.2016

Wir sind am Donnerstag den 27. Juli 2016 zu unserem viertägigen Fieldtrip nach Zanskar aufgebrochen.

Wir sind mit zwei Jeeps gefahren, da ausser Norbu, Hamida und uns zwei Freiwilligen, Karolin und Katharina, noch zwei Damen aus den Niederlanden mit ihrem eigenen Fahrer mitkamen, die fast jedes Jahr hier in Ladakh Rewa besuchen und finanziell unterstützen.

Wir sind ganz in der Frühe am Donnerstag in Kargil gestartet, da es ein weiter Weg bis Zanskar ist und die Stasse bis dorthin sehr schlecht ist und wir auf dem Weg dorthin bei unseren ersten drei Patienten vorbeischauen wollten.

 

Nach ca. der Hälfte der Strecke über die Holperpiste haben wir an einer Schule gehalten, um dort unsere ersten zwei Patienten zu behandeln. Leider war nur einer von beiden in der Schule. S. T. ist 7 Jahre alt und hat vor allem Sprachprobleme. Wir haben ihn neu befundet, da wir diese Patienten nur einmal im Jahr sehen wegen der langen Anfahrt. Dabei war die Grobmotorik unauffällig. Es zeigten sich aber noch dezente Gleichgewichtsprobleme und ein Kraftdosierungsproblem beim Schreiben. Mt einer entsprechenden Umfeldgestaltung kann dieses Problem aber gelöst werden, die wir auch den Lehrern vor Ort beschrieben haben. Außerdem haben wir S. noch eine neue warme Hose mitgebracht.

 

Danach ging unsere holprige Fahrt weiter und wir haben nachmittags noch bei unseren dritten Patienten vorbeigeschaut. L. Y. zeigt beim Gehen Gleichgewichts- und Koordinationsprobleme und kann die Schule nicht mehr besuchen, da diese so weit entfernt ist, dass L. sie wegen ihrer Defizite nicht mehr zu Fuss erreichen kann. Wir haben ihr neue stabile Schuhe gebracht womit sie besser gehen kann und einen warmen Schal. Ansonsten hat Lobzang viele Eigenübungen, die sie selber durchführen kann.

 

Am Abend erreichten wir dann den Ort Padum, in dem wir Zimmer in einem Guest House beziehen konnten und dort auch zu Abend gegessen haben.

Am nächsten Tag sind wir dann nach Zangla gefahren und haben dort unsere erste Patientin für diesen Tag in einem aus Ästen selbst gebasteltem Häuschen neben dem eigentlichen Haus vorgefunden. P. Y., 31 Jahre alt, lebt dort den ganzen Sommer drin. Sie hat eine Cerebral Parese GMFCS Level 5 und kann sich nicht selbständig fortbewegen. So haben wir sie im Lotusstiz sitzend und relativ übel riechend vorgefunden, da sie dort auch vor Ort und Stelle ihre Notdurft erledigen muss. Monika, eine der beiden Damen aus Holland und dazu noch Pflegekraft, hat sich bei diesem Anblick sofort bereit erklärt, P. zu waschen bevor wir sie therapierten. So wurde für uns Wasser heiß gemacht und Monika hat sich gleich ans Werk gemacht. Danach haben wir P. frische Sachen angezogen, die wir mitgebracht hatten und haben sie dann gedehnt, mobilisiert, Drehdehnlagerungen, Seitbauchlage und hohen Sitz mit Hilfestellung mit ihr geübt. Dabei haben wir noch zwei offene Stellen an ihrem Körper gefunden, für die Monika am nächsten Tag noch Salbe und frische Handtücher gekauft hat und diese P. gebracht hat.

P. hat sich riesig darüber gefreut, dass wir gekommen sind und wir mit ihr geübt haben. Sie hat ganz viel mit uns gelacht und fleissig trainiert. Leider sind die Angehörigen von P. relativ teilnahmslos und P. ist ihnen zu schwer, um sie ständig aus ihrem selbstgebauten Häuschen zu holen.

 

Nach dieser erschreckenden aber auch spannenden und tollen Erfahrung sind wir in Zangla noch in das Nonnenkloster gefahren und haben dort Mittagessen und natürlich Buttertee bekommen. Danach ging es weiter in das nächste Dorf, in dem wir R. A. besucht haben. R. hat es geschafft, durch unglaublich gewissenhaftes Üben mit den Eigenübungen, die sie bei vorherigen Besuchen von den Therapeuten bekommen, hat ihre Defizite komplett zu kompensieren, so dass man ihr jetzt nicht mehr ansieht, dass sie je Defizite hatte. Rewa unterstützt sie weiter, so dass sie nächstes Jahr auf eine „weiterführende“ Schule in Leh gehen kann und dort auch einen Computerkurs machen kann, um mit ihrer guten Bildung dann die Familie zu Hause unterstützen kann.

An diesem Mädchen kann man richtig schön sehen welch tolle Arbeit die Therapeuten auch auf ihren Fieldtrips leisten und wie viel es den Patienten hier hilft.

 

Dann sind wir noch zu unserem dritten und letzten Patienten für diesen zweiten Tag aufgebrochen. Dies ist ein kleiner Wirbelwind, 6 Jahre alt, mit einer Mikrozephalie und GMFCS Level 4. S. S. haben wir natürlich auch wieder zu allererst befundet und haben uns dann von der Mutter die Eigenübungen zeigen lassen, die sie täglich mit ihm macht und er durch diese auch schon deutlich besser geworden ist im Vergleich zum letzten Jahr. Wir haben dann mit ihm in möglichst hohen Ausgangsstellungen, wie hoher Kniestand mit Festhalten am Tisch, Stand und Gang mit Unterstützung trainiert und haben der Mutter weitere Eigenübungen gezeigt. Ausserdem haben haben wir ihm auch neue stabile Schuhe mitgebracht, mit denen er besser stehen kann. Ausserdem bekommt er sobald wie möglich eine Gehhilfe, mit der er das selbständige Gehen üben kann. Nach diesem schönen Tag sind wir in der Dunkelheit wieder in Padum angekommen und sind alle sehr müde aber zufrieden ins Bett gefallen.

 

Für den dritten Tag waren auch wieder drei Patienten vorgesehen gewesen, doch gleich den ersten Jungen haben wir in der Schule nicht angetroffen und sind dann weiter zu ihm nach Hause gegangen. Doch auch dort war er nicht aufzufinden, obwohl ihn seine Oma gesucht hat. Wir haben aber trotzdem wie in jedem Ladakhi-Haus Kekse und Tee bekommen. Dann sind wir weiter im gleichen Dorf zu einem schwer betroffenen Jungen mit spastischer Cerebral Parese GMFCS Level 5, gegangen und haben auch ihn zu aller erst wieder neu befundet und dann verschiedene Positionen mit ihm trainiert. Aus Mangel an einem Tisch in der Wohnung haben ich mich dann gerne bereiterklärt für den kleinen Z. G., 4 Jahre alt, sein Haltegerät zu sein, so dass Hamida und Karolin ihn dann gut im Stand behandeln konnten. Der Vater hat sich die gesamte Behandlung angeschaut und wir haben ihm erklärt, dass der Junge viel Flexionsmuster benötigt, um aus seinem immer vorhandenen Extensionsmuster herauszukommen. Der Vater gibt das der Mutter des kleinen Z. weiter, da sie diejenige ist die täglich die Übungen mit ihm macht und sie aber gerade nicht da war, als wir kamen. Außerdem wären ein Stehständer und Orthesen für die Beine (wegen dem hohen Tonus) für Z. sehr wichtig. Wir konnten aber auch ihm immerhin stabile Schuhe mitbringen, so dass er einen besseren Stand hat.

Nach einer längeren Mittagspause an einer wunderbaren Quelle wollten wir dann noch zu unserer letzten Patientin für diesen Fieldtrip. Doch in dem Haus in dem sie wohnt, war keiner da und Nachbarjungs haben uns dann erzählt, dass das Mädchen wohl Nonne geworden ist.

 

Nach unserer letzten Nacht in Padum sind wir am Sonntag dann wieder die lange holprige und beschwerliche Stecke nach Kargil zurückgefahren. Doch dieser lange Weg hat sich auf jeden Fall gelohnt, da die Kinder in Zanskar sehr von unserer Therapie und den Eigenübungen profitieren.

 

 Von PT Katharina Heffner

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