Children need hope, they need REWA
Children need hope, they need REWA

Sonderschulehrerin Katharina berichtet über Ihre Arbeit in der Munshi Schule mit den Kindern, 10.04.2015

Nachdem mein Start in der Munshi Habibulla School einem Sprung ins kalte Wasser glich war ich doch sehr froh, dass die Klassenlehrerin der special class zu Beginn meiner zweiten Woche in Kargil eintraf.

Archo begegnete mir zugleich sehr freundlich und offen gegenüber unserer Zusammenarbeit. Durch einen Umzug in ein Übergangsschulgebäude im letzten Jahr und die dazwischen liegende Winterpause galt es zunächst einmal an alte Strukturen anzuknüpfen. Mein Ziel ist es bewährte alte Strukturen aufzugreifen und zu erweitern, um so Stück für Stück ein an die besonderen Bedürfnisse der Schüler angepasstes System gemeinsam mit Archo zu entwickeln.

 

Morgenkreis (classround):

Ein wichtiger Bestandteil im Tagesverlauf wurde seit letztem Jahr der Morgenkreis. Die Kinder beginnen jeden Morgen in einem Sitzkreis. Bisher von einem Freiwilligen eingeführt wurde eine gemeinsame Erzählrunde, die Archo erfreulicherweise weitergeführt hat.

Ich halte diesen morgendlichen Start in den Tag für sehr wichtig und habe mich daher darauf konzentriert diesen durch weitere Elemente zu erweitern.

So singen die Kinder zu Beginn des Tages einen „Good morning song“ und begrüßen sich auf diese Weise gegenseitig. Ein erster Austausch über das Befinden der Kinder erfolgt durch die Frage „How do you do?“.  Dieser Austausch wird im gemeinsamen Erzählkreis noch weiter vertieft.

Im Anschluss stecken die Schüler mit Archo den Stundenplan. Weitere Elemente bilden das Benennen des Wetters und Wochentags.

Durch Symbolkarten sollen die Kinder durch viel Wiederholung auf spielerische Weise die englischen Begriffe für Wetterbezeichnungen und Wochentage erlernen.

 

Stundenplan:

Gemeinsam haben wir den von einem Freiwilligen ausgearbeiteten Stundenplan aufgegriffen und an die aktuell veränderten Schulzeiten angepasst.

Um den Kindern eine Tagesstruktur zu geben, habe ich die Fächer mit Bildkarten visualisiert. Der morgendliche Start in den Tag sieht nun das gemeinsame Stecken des Stundenplanes im Morgenkreis vor. Nach jeder Stunde werden die Kärtchen entsprechend entfernt. Dies soll die Orientierung der Schüler im Tagesverlauf fördern und Störungen mindern.

 

Verstärkersystem:

Da sich in der Klasse zum Teil Kinder mit stark herausforderndem Verhalten befinden bat mich Archo des Weiteren um Rat wie sie bei den oft sehr schwerwiegenden Störungen im Klassenverband handeln kann.

Auch hier habe ich bereits vorhandene Strukturen aufgegriffen und diese erweitert.

So befindet sich nun ein großes für alle Schüler sichtbares Verstärkersystem im Klassenraum. Pro Schulstunde (classround, mathematics, reading&writing, concentration game, drawing /storybook /music) können sich die Schüler Sterne für ihre Mitarbeit und Verhalten verdienen. Nach jeder Stunde wird der Stern entsprechend am Brett sichtbar gemacht.

Am Ende des Tages erhalten die Schüler für 4/5 Sterne ein Lachgesicht. Für 2/3  Sterne ein normales Gesicht, für 0/1 Sterne ein trauriges Gesicht.

 

Elternheft:

Auf die sehr schwerwiegenden Störungen eines Jungen in der Klasse, welche geprägt waren durch körperliche Übergriffe auf die Lehrerin, mussten wir schnell reagieren. Bislang ist es in der Klasse nicht üblich, dass ein Eltern-Lehrer-Austausch besteht. Zum Teil kennt die Lehrerin die Eltern gar nicht. Da sie auch nicht die Telefonnummern der Eltern hat, haben wir uns nach Rücksprache mit Mr. Gulzar auf den Weg zu einem unangekündigten Elterngespräch gemacht. Leider haben wir die Eltern nicht angetroffen, konnten aber eine Nachricht zu Hause hinterlassen. Bei dem Elterngespräch stellte sich heraus, dass die Eltern nicht wussten, dass der Schüler auch in der Schule solche aggressiven Ausbrüche zeigt und bereit waren die Lehrerin in diesem Punkt zu unterstützen.

Das Elternheft soll nun ein Versuch sein, den Eltern Rückmeldung über das Verhalten ihrer Kinder zu zeigen. Durch die Lach- oder Weingesichter soll es auch bildungsferne Eltern möglich sein die Information zu lesen. Mittels ihrer Unterschrift oder anderweitigem Zeichen soll wiederum der Lehrerin gezeigt werden, dass die Information zur Kenntnis genommen wurde.

Der Start der neuen Eltern-Lehrer-Kommunikation war ein großer Erfolg. Die Schüler reagierten hoch motiviert und zeigten zugleich am nächsten Tag stolz die Unterschriften ihrer Eltern. Alle Eltern haben ihre Telefonnummer im Elternheft schriftlich hinterlassen und bei einem Schüler wurde auf die schriftlichen Informationen der Klassenlehrerin zugleich mit einer Rückantwort reagiert. Dieser überraschende Erfolg freut uns sehr und ich hoffe, dass durch die nun vorhandene Kommunikation mit dem Elternhaus Schritt für Schritt ein besseres Lernklima hergestellt werden kann.

 

Stoffverteilungspläne:

Momentan sind Archo und ich dabei gemeinsam zu überlegen welche Lerninhalte für die Schüler wesentlich sind. Oft habe ich in den Englischheften Wörter vorgefunden, welche sie sicherlich für ihre Zukunft nicht in ihrem aktiven Wortschatz benötigen.

Eine Eingrenzung auf wesentliche Lerninhalte (z.B. Wochentage, Wetter, Körperteile) halte ich für sehr wichtig.

 

Lernmaterialien:

Bislang habe ich mich noch sehr stark auf das Schaffen von Strukturen konzentriert, hoffe aber sehr, dass noch Zeit für das Herstellen von Lernmaterialien verbleibt. Die Einführung von mehr handlungsorientiertem Lernen ist sicherlich ein Fernziel an dem hoffentlich noch nachfolgende Freiwillige anknüpfen werden.

 

 

Die Arbeit in der Klasse bereitet mir unglaublich viel Freude und ich hoffe sehr, dass die stetig mehr gefestigten Strukturen auch noch nach meinem Freiwilligeneinsatz zu einem besseren Lernklima in der Klasse beitragen werden.

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