Children need hope, they need REWA
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Wintertraining 2018 in Hamburg, Berichte der beiden Wochen von Barbara Forst

Manager Dorjay und REWA Mitglied Angchok sind wohlbehalten am 18. Januar in Hamburg angekommen.

 

Hintergrundsinformationen zum Wintertraining finden Sie unter Projekte. Bitte hier klicken

 

Englischer Bericht von Dorjay über seine Erlebnisse in Hamburg bitte hier klicken

 

Sie konnten sich über das Wochende an Hamburg gewöhnen und vieles anschauen, sie waren gleich shoppen und konnten nicht genug bekommen das Angebot zu bestaunen. 

Wochenbericht von Barbara Forst am 28.01.2018

 

Besuch aus Ladakh – die 1. Woche

 

 

Am 18. Januar erreichten nach langem Flug am Abend Tsering Dorjay, unser Manager von Rewa in Ladakh, und unser Rewa-Mitglied Lundup Angchok, selbständiger Bauunternehmer, Hamburg, glücklich darüber, dass mit dem Visum und der Reise alles gut geklappt hatte. Sie hatten große Visionen mitgebracht. In Leh soll ein neues Zentrum für Kinder mit Behinderung entstehen, in dem Therapie, Pädagogische Entwicklungsbegleitung, Schule und evtl. Unterkunft angeboten werden sollen. Hier in Hamburg wollen sie sich deswegen in solchen Einrichtungen und Institutionen umschauen, lernen von bereits erfahrenen Organisationen.

 

Bevor es am Montag, den 22. losgehen sollte, blieben zwei Tage für Sightseeing, die wir intensiv genutzt haben. Hamburg bietet dafür den Hafen, die wunderschöne Innenstadt mit dem alten Rathaus und der Alster, sowie andere Highlights. Leider war der Tag, an dem wir mit der Fähre von Westen nach Hamburg zurück fahren wollten, so neblig, dass wir das Elbeufer überhaupt nicht sehen konnten. Aber das kann ja noch nachgeholt werden.


Montag startete dann eine intensive Woche voll unterschiedlicher und hoch interessanter Besichtigungen und Begegnungen. So sah unser Wochenplan aus:

 

Montag

Besuch des Zentrums für technische Hilfen und Wohnraumanpassung. Dies ist eine Einrichtung für Hamburger Bürger, finanziert von der Stadt. Jeder kann sich hier für eine Hilfsmittelversorgung oder nötige Wohnraumanpassung kostenlos beraten lassen. Es gibt eine Permanentausstellung, für die verschiedene Firmen Prototypen ihrer Produkte zur Verfügung stellen. Die Berater sind ausnahmslos hoch professionell und beraten Firmen unabhängig. Frau Dieckmann, die Geschäftsführerin empfing uns und führte uns durch die Ausstellung.

 

Dienstag

Heute war das Programm etwas kürzer. Wir trafen zu einem ausgiebigen Lunch Frau Dr. Gabriele Schmidt, Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin bei den Elbkindern – Vereinigung Hamburger Kitas gGmbH. Sie war mit mir zusammen 2015 in Ladakh und plant einen weiteren Besuch.

 

Mittwoch

Heute stand der Besuch in einer Tagesstätte der von Eltern gegründeten Organisation „Leben mit Behinderung“ im Süden der Stadt an. Das Leitungsteam (Herr Westecker, Bereichsleiter; Herr Landwehr, Leiter und Herr Wilhelmi, Stellvertretung) empfing uns hoch motiviert und führte uns herum.

In dieser Tagesstätte arbeiten ca. 24 Erwachsene mit einer schweren Betroffenheit in drei Bereichen zusammen: Holzwerkstatt, Papierwerkstatt und Handwerk. Zum Teil leben sie auch in benachbarten Wohngruppen. Eine davon durften wir auch besuchen.

Wir waren sehr beeindruckt von den Menschen mit und ohne Behinderung, wie sie im gemeinsamen Tun so schöne Produkte erstellen, die dann bei verschiedenen Anlässen im Stadtteil verkauft werden.

 

Donnerstag

ging es in den Westen der Stadt, in die Schule für Körperbehinderte Holmbrook. Hier fühlten sich die Therapeut*innen für uns verantwortlich, allen voran die leitende Physiotherapeutin Ulrike Hirsch, die alles organisiert hatte.

Wer diese Schule nicht kennt, sollte sie unbedingt kennenlernen. Die Arbeit in Projekten, Lernen im Alltag – wir waren begeistert. Seit Sommer 2017 gibt es eine Schülerfirma, aufgeteilt in zwei Projektgruppen (Tüftelkram und Stoffrausch). Ziel der Schülerfirma ist, vor allem die älteren Schüler über die Beschaffung der benötigten Materialien, die Planung für Verwertung, Erstellung und Verkauf in der Praxis auf das wirkliche Leben vorzubereiten. Im Stoffrausch durften wir erleben, wie alte Stoffe und Kleider recycelt werden und neue Produkte wie Halstücher, Taschen, Schürzen usw. entstehen. Einfach beeindruckend.

Zwischendurch stärkten wir uns im, auch von Schülern als Projekt geführtem, Bistro.

Ein Gespräch mit der stellvertretenden Schulleiterin Frau Müller rundete den Tag ab.

 

Freitag

Unseren letzten Tag der Woche verbrachten wir bei den Kleinsten, in der Kita Scheplerstraße, einer Kita der Elbkinder – Vereinigung Hamburger Kitas gGmbH. Die Kita bietet unter einem Dach eine Krippe, einen Elementarbereich und ein Eltern-Kind-Zentrum an. Sie betreut somit Kinder in der Regel ab einem Jahr bis zum Schulalter. Interdisziplinarität zwischen pädagogischen und therapeutischen Mitarbeiter*innen steht hoch im Kurs. Das Leitungsteam (Frau Döhle, Leitung; Herr Rollmann, Vertreter) tat sein Bestes, uns den Vormittag zum Genuss werden zu lassen.

 

Eine hoch interessante Woche mit unendlich vielen Eindrücken liegt hinter uns. So erholen wir uns, ich in Hamburg, mein Besuch aus Ladakh mit ladakhischen Freunden in Kopenhagen, um dann Montag wieder in eine weitere volle Woche zu starten.

 

 

Barbara Forst

Besuch aus Ladakh – die zweite Woche

 

Gut erholt und voller Begeisterung kamen Dorjay und Angchok von ihrem Kurztrip nach Kopenhagen zurück, gestärkt für die Besuche in der zweiten Woche.

 

Montag

Es stand der Besuch in den Elbewerkstätten gGmbH an, in der annähernd 3000 Menschen mit Behinderung in verschiedenen Betriebsbereichen arbeiten. In einer anschaulichen Präsentation stellte uns Frau Sonntag, Mitglied der Geschäftsführung, die Bereiche, ihre Abläufe und deren Finanzierung vor. Diese Präsentation wurde mittlerweile ins Englische übersetzt und uns überlassen.

Sehr eindrücklich war der Rundgang mit Herrn Schänzer und Frau Nolden. Überall wurde hoch konzentriert gearbeitet. Stolz wurden uns einige Abläufe vorgestellt. Wo es möglich ist, arbeiten Personen auch extern in Firmen, die mit den Elbewerkstätten kooperieren. So wird ein großes Ziel, die Partizipation von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft, weitgehend erfüllt.

 

Dienstag

Da wir erst am Nachmittag einen Termin hatten, nutzten wir am Morgen die Zeit, über einige Themen, die Teams in Ladakh betreffend, nachzudenken, und auch Vorbereitungen für das Benefiz Konzert zu starten.

Dann empfing uns Herr Desai, Abteilungsleitung der Beratungsabteilung bei den Elbkindern, Vereinigung Hamburger Kitas gGmbH. Er stellte uns anhand eines Organigramms seine Abteilung vor, ein bedeutsames, wenn auch kleines Räderwerk in einem Betrieb mit ca. 6000 Mitarbeitern. Spannend war dies, da Herr Desai selbst viel Erfahrung auch im Ausland gesammelt hat, und sich so ein Austausch über kulturelle Unterschiede und Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben hat.

Im Anschluss fuhren wir zu dem Architekten Hans-Henning Hanson, der sich interessiert das Vorhaben der beiden anhörte, nachfragte, kommentierte und aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz wertvolle Empfehlungen geben konnte. Die Köpfe rauchten beim Austausch über Bauvorgehen, Wärmedämmung bei extremen Temperaturabweichungen, elektrische Versorgungen usw. Selbst beim anschließenden, gemeinsamen Restaurantbesuch ging es immer wieder zu dem Thema zurück. Herr Hanson war auch im Konzert und hat Dorjay und Angchok ein großes Geschenk mit auf den Weg gegeben. Er wird den beiden aus der Ferne beratend zur Seite stehen. Danke Herr Hanson!

 

Mittwoch

Heute stand der Besuch im Stadthaushotel an. Das Hotel ist vor 25 Jahren von Eltern gegründet worden mit dem Ziel, ganz normale Arbeitsplätze für ihre mittlerweile volljährigen Kinder mit Behinderung zu schaffen. Herr Pietsch, der Geschäftsführer, hat uns anschaulich die Geschichte des Hotels erzählt. Eine Frau mit Down Syndrom, die seit 25 Jahren dort arbeitet, hat sich mit sehr direkter, energischer Ansprache, aber sehr professionell, um unsere Wünsche gekümmert. Wir haben sehr viel gelacht und uns richtig wohlgefühlt. Gut gefallen hat uns, dass Herr Pietsch sehr deutlich machte, dass alles machbar ist, jedoch alles ein wenig mehr Zeit braucht.

 

Donnerstag

Bei den leitenden Therapeutinnen der Elbkinder hat sich Dorjay ausführlichst (drei Stunden) zeigen und erklären lassen, wie man einen Therapeutenpool mit nahezu 50 Mitarbeiterinnen organisiert und das, obwohl diese kaum in der Zentrale sind, sondern in 90 Kitas über ganz Hamburg verstreut arbeiten. Was ist unbedingt nötig? Wie behält man den Überblick und die Kontrolle? Darüber hinaus war noch interessant für ihn, dass es eine riesige Hilfsmittelbörse gibt, aus der Kitas sich Hilfsmittel ausleihen können. Das läuft mittlerweile mittels einer sehr guten Erfassung fast von allein.

 

Freitag

Unser geplanter Besuch in einem der größten Krankenhäuser der Stadt musste aus Krankheitsgründen leider abgesagt werden.

Stattdessen haben wir uns in guten Momenten weiter um die Vorbereitung des Konzerts gekümmert.

 

Mittlerweile hat das Konzert schon stattgefunden. Zum dritten Mal hat der Chor Cantonal unter der Leitung von Wilhelm Maier-Faber zugunsten der Ladakh-Hilfe gesungen. Die Kirche war wieder rappelvoll, und es war eine rundum gelungene Veranstaltung. Dorjay hat eine sehr persönliche Rede gehalten, die vom Publikum sehr gut aufgenommen wurde. Am Ende haben er und Angchock als Dank in landesüblicher Weise Khataks an den Chor verteilt. Das Vorhaben der beiden in Ladakh und der schöne Abend wurden reichlich belohnt. Glücklich und zufrieden konnten wir somit den Abend bei einem Umtrunk mit schönen Gesprächen auslaufen lassen.

 

Mittlerweile sind Dorjay und Angchok nach Frankreich bzw. Holland weitergeflogen, wo sie bei Freunden entspannen und auch weiterhin für die Sache Werbung machen werden. Am 18.02. gibt es dann noch einmal ein Wiedersehen in Hamburg. Von hier fliegen sie dann am 19. zurück in ihre Heimat, ich denke reich beschenkt.

 

Barbara Forst

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Kontakt: 

Ladakh-Hilfe e.V.

An der Schiessmauer 53
89359 Koetz, Germany

 

Tel.: +49 8221 273802
 

E-Mail: 

kinder(add)ladakh-hilfe.de

 

 

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