Einsatz im Nubra-Valley, April 2007

Die Regierung in Ladakh ist endlich so richtig auf uns aufmerksam geworden. Nach vielem Hin und Her und großen Durcheinander schafften es unsere einheimische Angestellte Dolker und die Physiotherapeutinnen vor Ort im Auftrag der Regierung von Ladakh ein großes Physio-Camp im Nubra-Valley auf die Beine zu stellen. Sie werden in erster Linie die "Healthworker" in die Grundlagen des Umgangs mit behinderten Kindern einweisen. Diese "Healthworker" sollen sich dann um die Kinder kümmern und unsere Therapeuten bei ihren bislang nur sporadisch möglichen Einsätzen begleiten, um von ihnen zu lernen. Ganze Gebiete im Nubra-Valley sind für werstliche Besucher gesperrt. Die Eltern müssen entweder die Kinder herausbringen, oder die "Healthworker" reisen zu diesen Familien und kümmern sich um sie.

Durch den "hochoffiziellen" Charakter des Einsatzes werden alle Kosten von der Regierung getragen. Für Unterkunft und Essen unseres Teams wird gesorgt. Das gesamte Team ist dabei: Dolker und Tundup, unsere einheimischen Angestellten, und unsere Feiwilligen derzeit vor Ort: Eike Dammann, Helene Fleißner und, gerade aus Österrreich angereist, Ulrike Fünfleitner.

Am 13.04. ging es bei strahlendem Sonnenschein los.

Schönes Nubra Valley, Foto von Nicole van Gansewinkel 2006

Das Nubra-ValleyNubra liegt nördlich von Leh zwischen der Ladakh- und der Karakorum-Kette. Der Name bedeutet „Garten", da die Talauen üppiger bewachsen sind als in Oberladakh. So bilden Gruppen von Weiden und Pappeln, Rosenbäumen und Dornengebüsch einen reizvollen Kontrast zu den wüstenartigen Hängen und schroffen Bergkämmen. Durch seine Lage an der Karawanenstraße zwischen Leh und Zentralasien kam Nubra von alters her eine besondere Bedeutung zu. Kernbereich ist das 10 km breite Mündungsdelta des aus dem Norden kommenden Nubra in den Shyok. Dieser verläuft nach Nordwesten, vom Indus durch die Ladakh-Kette getrennt, und vereinigt sich in Baltistan mit dem Indus. Im Delta auf 3.200 m Höhe überraschen riesige helle Sanddünen und wild grasende Kamele vor schneebedeckten Sechstausendern. Da beide Flüsse eine sehr wechselhafte Wasserführung haben, werden die Felder von den umliegenden Gletscherbächen aus bewässert.

Von Leh aus reisen unsere Physios mit einem Jeep, der von der Regierung zur Verfügung gestellt, wird in abenteuerlicher Fahrt über die teils geteerte Piste hinter der Lehburg vorbei. Die Route führt die Hänge des Fuchu-Tales empor und zuletzt in Serpentinen auf den Khardung La (5.606 m), einen der höchsten befahrbaren Pässe der Erde. Oft ist diese Strecke nicht passierbar, weil es auch im Sommer schneit. Aber ein kurzer Stop mit Fernblick lohnt sich immer. Danach folgen sie dem Lauf des Khardung Rong abwärts bis zur Mündung in den Shyok-Fluss. Hinter dem Dorf Khalsar (3.300 m) verzweigt sich die Straße: Ein Strang folgt dem Shyok-Tal abwärts nach Deskit und Hundar, der andere zieht nach Semur und Panamik das Nubra-Tal aufwärts. Die Fahrstecker für 140 km einfach beträgt ca. 7 Stunden.

Bereits 2006 reisten Nicole van Gansewinkel, Kathrin Koller und Dolker ins Nubra-Valley, um ein allererstes Camp in Zusammenarbeit mit einer lokalen Organisation abzuhalten. Siehe Bericht Nubra-Valley 2006.

DAS TEAM IST SEIT 22.4.07 WOHLBEHALTEN ZURÜCK UND ARBEITET AM BERICHT, DER IN KÜRZE FOLGEN WIRD!

Karola Kostial, 25.4.2007



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