Jetzt
bin ich schon wieder eine Woche zuhause und fühle mich im Moment
so, als ob diese "Teleportation" von Ladakh nach Germany
gerade eben vervollständigt wurde. So als ob ich dem Kometenschweif,
der mir folgte, einfach Zeit lassen musste, bis er vollständig
bei mir war. Ladakh ist nicht so leicht abzuschütteln; das
Land geht mit seinen Extremen an Witterung und Schönheit, an
Eindrücken und Herausforderungen tief unter die Haut. Ich glaube,
dass sich ein Teil von mir entschlossen hat, für immer dort
zu bleiben.
Noch nie hatte ich Ladakh zu so später Jahreszeit erlebt und
war überrascht über die bunten Gewänder der Natur,
die mich flammend und leuchtend begrüßten und mir den
Hauch des Winters um den Nacken legten.
Die schneebedeckten Gipfel rings umher lassen mich jetzt noch, zurück
im novemberlichen Günzburg, ins Schwärmen verfallen. Ja,
ich liebe nicht nur die Arbeit in diesem Land, sondern auch das
Land selbst.
Ich
wusste, dass Arbeit auf mich warten würde, wenn ich in Ladakh
ankam. Aber mir war nicht klar, wie viel.
1.
Nicole van Gansewinkel war noch 10 Tage da, bevor sie in wärmere
Gefilde aufbrach. Sie leistete zusammen mit den anderen Therapeutinnen
diesen Sommer eine ausgezeichnete Bahnbrechende Arbeit und übergab
mir viele Fäden, die ich nun zusammenbringen und weiter geben
musste. Wir tauschten aus, berieten uns, schmiedeten Pläne
und besuchten zusammen unsere Kooperationspartner. Mit ihrer Weisheit
und Einsicht in das Land und Leute wurde mir Nicole zu einer ausgezeichneten
Partnerin, die sich selbstlos für das Werk einsetzt und verantwortlich
mitträgt. Sie wird 2007 wieder für ca. ½ Jahr in
Ladakh für uns arbeiten.
2. Diesen Sommer brachen zwei Therapeutinnen ihren Einsatz vorzeitig
ab. Ein Grund war der desolate Zustand, in dem sich die untere Wohnung
befindet. Es gab nur noch eine Chance in der letzten Oktoberwoche
die Wohnung renovieren zu lassen, denn die ganzen Arbeiter (Maler)
ziehen zum 1. November wieder zurück ins "Tal", in
den Süden. Ursprünglich veranschlagten die beiden Arbeiter
2 Tage zur Komplettrenovierung, brauchten aber insgesamt 5 Tage.
Sehr zufrieden mit der Arbeit der Männer fotografierte ich
das Resultat und werde mehr darüber im eigenen Artikel "Wohnen
in Ladakh" berichten.
3. Der Erfolg mit unserer ersten Angestellten, Dolker Tsering,
ermutigte uns, zwei weitere Einheimische einzustellen. Dorjey
Namgyal, Schwager von Thugjay (Rigzins Mutter), ein treuer Freund
seit 2003, arbeitet seit dem 1.11. in Vollzeit für uns. Thugjay
hat eine Teilzeitstelle bei Ladakh-Hilfe ab 1.11.06. Mehr darüber
im Artikel "Unsere Angestellten".
Sie können uns mit den Löhnen dieser Angestellten
helfen, indem sie eine Patenschaft für Dolker, Dorjey oder
Thugjay übernehmen.
4. Der König von Ladakh, Mr. Jigmet Namgyal, Gründer und
Leiter des Hilfswerks NIRLAC, möchte unsere Arbeit in Ladakh
unter seine Fittiche stellen. Wir können als Sub-NGO unter
seiner Vereinigung einen offiziellen Status erhalten und steigen
damit in der Anerkennung in dem Land. Wir arbeiteten einen Vertragsvorschlag
mit über neun Seiten aus, schickten es ihm zu und warten nun
auf seinen Gegenvorschlag. Mr. Namgyal leitet die einzige Vereinigung
in Ladakh, die sich um die Behinderten kümmert. Er deckt damit
die sozialen Aspekte der Betroffenen ab, kümmert sich um sie
und schult Gesundheitsarbeiter und Lehrer. Er braucht unseren professionellen
medizinischen Dienst, wir brauchen seine Erfahrung und Schutz. Wir
werden Sie über die Fortschritte am Laufenden halten.
5. Viele Besuche bei Eltern von Kindern, Freunden und Partnern
standen an und verlangten ein großes Zeitpensum. In Ladakh
wird man z.B. um 6:30 Uhr abends zum Essen eingeladen. Das bedeutet
aber nicht, dass man dann um 7 Uhr mit dem Abendessen beginnt.
Nein, die Leute fangen da erst mit dem Kochen an und nach viel
Smalltalk und Warten hat man Glück, vielleicht um 8:30 Uhr
endlich das Essen einzunehmen. Da kann es ziemlich spät werden,
bis man mit Taschenlampe bewaffnet den dunklen Weg nachhause antritt.
Nicht nur einmal mussten wir ein Taxi bestellen, weil es einfach
zu spät und wir zu müde für den langen Heimweg
waren. Aus einem der Besuche resultiert der Artikel "Eine
Mutter dankt den Freiwilligen".
Ein
neues Projekt liegt uns allen sehr am Herzen:
Wir brauchen für die Arbeit von
Ladakh-Hilfe ein Fahrzeug, einen Jeep/Bus. Wir haben den Fahrer,
Dorjey, aber noch kein Vehicle. Der Transport der Freiwilligen
zu den Kindern, oder der Transport der Kinder ins MAC oder zu
uns fällt extrem schwer, ist teuer und mit sehr großem
Zeitaufwand (Hauptproblem!) verbunden. Der
neue Scooter erwies sich in diesen Sommer als sehr hilfreich,
ist aber wirklich nur im Sommer, für zwei, höchstens
drei Personen und nicht zu lange Distanzen einzusetzen. Man kann
damit auch keine Kinder transportieren. Es ist uns allen klar,
dass jetzt die Zeit für ein größeres Fahrzeug
gekommen ist, um unsere Arbeit effizienter fortzusetzen. Der Kostenvoranschlag
steht bei etwa 5-6000 Euro für ein gutes gebrauchtes Fahrzeug.
Wir brauchen dazu IHRE Hilfe!
Öffnen Sie die Türen Ihres Herzens und
werden Sie Teilhaber dieser Arbeit in Ladakh!
Wenn
Sie für dieses Projekt spenden möchten, klicken Sie hier.