9.11.2006

Die Türen sind offen

 

 

Mein 4. Einsatz in Ladakh

Bericht von Karola Kostial

Jetzt bin ich schon wieder eine Woche zuhause und fühle mich im Moment so, als ob diese "Teleportation" von Ladakh nach Germany gerade eben vervollständigt wurde. So als ob ich dem Kometenschweif, der mir folgte, einfach Zeit lassen musste, bis er vollständig bei mir war. Ladakh ist nicht so leicht abzuschütteln; das Land geht mit seinen Extremen an Witterung und Schönheit, an Eindrücken und Herausforderungen tief unter die Haut. Ich glaube, dass sich ein Teil von mir entschlossen hat, für immer dort zu bleiben.
Noch nie hatte ich Ladakh zu so später Jahreszeit erlebt und war überrascht über die bunten Gewänder der Natur, die mich flammend und leuchtend begrüßten und mir den Hauch des Winters um den Nacken legten.
Die schneebedeckten Gipfel rings umher lassen mich jetzt noch, zurück im novemberlichen Günzburg, ins Schwärmen verfallen. Ja, ich liebe nicht nur die Arbeit in diesem Land, sondern auch das Land selbst.

Ich wusste, dass Arbeit auf mich warten würde, wenn ich in Ladakh ankam. Aber mir war nicht klar, wie viel.

1. Nicole van Gansewinkel war noch 10 Tage da, bevor sie in wärmere Gefilde aufbrach. Sie leistete zusammen mit den anderen Therapeutinnen diesen Sommer eine ausgezeichnete Bahnbrechende Arbeit und übergab mir viele Fäden, die ich nun zusammenbringen und weiter geben musste. Wir tauschten aus, berieten uns, schmiedeten Pläne und besuchten zusammen unsere Kooperationspartner. Mit ihrer Weisheit und Einsicht in das Land und Leute wurde mir Nicole zu einer ausgezeichneten Partnerin, die sich selbstlos für das Werk einsetzt und verantwortlich mitträgt. Sie wird 2007 wieder für ca. ½ Jahr in Ladakh für uns arbeiten.


2. Diesen Sommer brachen zwei Therapeutinnen ihren Einsatz vorzeitig ab. Ein Grund war der desolate Zustand, in dem sich die untere Wohnung befindet. Es gab nur noch eine Chance in der letzten Oktoberwoche die Wohnung renovieren zu lassen, denn die ganzen Arbeiter (Maler) ziehen zum 1. November wieder zurück ins "Tal", in den Süden. Ursprünglich veranschlagten die beiden Arbeiter 2 Tage zur Komplettrenovierung, brauchten aber insgesamt 5 Tage. Sehr zufrieden mit der Arbeit der Männer fotografierte ich das Resultat und werde mehr darüber im eigenen Artikel "Wohnen in Ladakh" berichten.


3. Der Erfolg mit unserer ersten Angestellten, Dolker Tsering, ermutigte uns, zwei weitere Einheimische einzustellen. Dorjey Namgyal, Schwager von Thugjay (Rigzins Mutter), ein treuer Freund seit 2003, arbeitet seit dem 1.11. in Vollzeit für uns. Thugjay hat eine Teilzeitstelle bei Ladakh-Hilfe ab 1.11.06. Mehr darüber im Artikel "Unsere Angestellten". Sie können uns mit den Löhnen dieser Angestellten helfen, indem sie eine Patenschaft für Dolker, Dorjey oder Thugjay übernehmen.


4. Der König von Ladakh, Mr. Jigmet Namgyal, Gründer und Leiter des Hilfswerks NIRLAC, möchte unsere Arbeit in Ladakh unter seine Fittiche stellen. Wir können als Sub-NGO unter seiner Vereinigung einen offiziellen Status erhalten und steigen damit in der Anerkennung in dem Land. Wir arbeiteten einen Vertragsvorschlag mit über neun Seiten aus, schickten es ihm zu und warten nun auf seinen Gegenvorschlag. Mr. Namgyal leitet die einzige Vereinigung in Ladakh, die sich um die Behinderten kümmert. Er deckt damit die sozialen Aspekte der Betroffenen ab, kümmert sich um sie und schult Gesundheitsarbeiter und Lehrer. Er braucht unseren professionellen medizinischen Dienst, wir brauchen seine Erfahrung und Schutz. Wir werden Sie über die Fortschritte am Laufenden halten.


5. Viele Besuche bei Eltern von Kindern, Freunden und Partnern standen an und verlangten ein großes Zeitpensum. In Ladakh wird man z.B. um 6:30 Uhr abends zum Essen eingeladen. Das bedeutet aber nicht, dass man dann um 7 Uhr mit dem Abendessen beginnt. Nein, die Leute fangen da erst mit dem Kochen an und nach viel Smalltalk und Warten hat man Glück, vielleicht um 8:30 Uhr endlich das Essen einzunehmen. Da kann es ziemlich spät werden, bis man mit Taschenlampe bewaffnet den dunklen Weg nachhause antritt. Nicht nur einmal mussten wir ein Taxi bestellen, weil es einfach zu spät und wir zu müde für den langen Heimweg waren. Aus einem der Besuche resultiert der Artikel "Eine Mutter dankt den Freiwilligen".

Ein neues Projekt liegt uns allen sehr am Herzen:


Wir brauchen für die Arbeit von Ladakh-Hilfe ein Fahrzeug, einen Jeep/Bus. Wir haben den Fahrer, Dorjey, aber noch kein Vehicle. Der Transport der Freiwilligen zu den Kindern, oder der Transport der Kinder ins MAC oder zu uns fällt extrem schwer, ist teuer und mit sehr großem Zeitaufwand (Hauptproblem!) verbunden. Der neue Scooter erwies sich in diesen Sommer als sehr hilfreich, ist aber wirklich nur im Sommer, für zwei, höchstens drei Personen und nicht zu lange Distanzen einzusetzen. Man kann damit auch keine Kinder transportieren. Es ist uns allen klar, dass jetzt die Zeit für ein größeres Fahrzeug gekommen ist, um unsere Arbeit effizienter fortzusetzen. Der Kostenvoranschlag steht bei etwa 5-6000 Euro für ein gutes gebrauchtes Fahrzeug. Wir brauchen dazu IHRE Hilfe!


Öffnen Sie die Türen Ihres Herzens und werden Sie Teilhaber dieser Arbeit in Ladakh!

Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, klicken Sie hier.

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