Abschlußbericht über Sonam Yangchan's Deutschlandbesuch, 14.11.2011

update 29.12.2011 unten


Sonam Yanchan ist 18 Jahre alt, kommt aus Leh und wird seit Jahren von den Angestellten von REWA wegen den Lähmungserscheinungen durch ihre Spina Bifida und einem Klumpfuß behandelt. Sonam hat deutsche Sponsoren, die ihr den Besuch an der Mahabodi-Privatschule ermöglichen. Sie absolvierte nach ihrer Rückkehr nach Leh im Oktober erfolgreich ihre Abschlußprüfungen für die 8. Klasse. Sonam ist aufgrund ihrer Lähmungen von der Hüfte abwärts auf den Rollstuhl angewiesen und konnte vor ihrem Besuch in Deutschland weder alleine stehen noch sich in irgendeiner Weise fortbewegen. Sie wurde von ihren Familienangehörigen zur Toilette getragen und von den Angestellten von REWA zum Schulbus gebracht und wieder abgeholt. Die Deformität des Klumpfusses erschwerte ihre Situation zusätzlich, Stehversuche waren fast unmöglich. Siehe vorhergehenden Bericht von Sonam im Juni

Sonam im November 2011 mit ihrem Betreuer Stanzin Chokla, Manager von REWA


Im Jahr 2009 kamen die Physiotherapeuten Lutz und Petra Boden als Volontäre der Ladakh- Hilfe nach Leh, wobei sie unter anderem Sonam Yangchan aufgrund der erheblichen Deformität des linken Fußes behandelten. Im Anschluß an ihre Rückkehr nach Deutschland zeigte Petra Boden Bilder dieser Deformität deutschen Ärzten. In diesen Gesprächen entstand die Idee einer Operation Sonams in Deutschland. Petra und Lutz begannen anhand von Bildern und Berichten über Sonam Spenden für eine Operation zu sammeln und brachten Sonam und ihre Mutter damit im Juni 2011 nach Deutschland. Sie erhielt sofort intensivste Therapie, bei der auch Alexandra Niedersteiner, ehemalige Volontärin, mithalf. Im Juli 2011 wurde ihr Fuß in Dresden operiert und verbrachte daraufhin einen Monat zur Nachversorgung im Krankenhaus, da die Operation die Versorgung mit einem Fixateur externs erforderte und die Wundheilung ihre Zeit brauchte. Während dieser Zeit wurde sie von den Therapeuten bestens umsorgt und verwöhnt, Alex unterrichtete sie jeden Tag in mehreren Fächern. Im Anschluß wohnte Sonam wieder bei der Familie Boden, wo sie weiterhin regelmäßig von Petra physiotherapeutisch behandelt wurde.


Therapien, die Sonam in Deutschland erhielt:
Hippotherapie, Wassertherapie, Massagen, Krankengymnastik, Medizinische Trainingstherapie


Sie wurde mit einem Stehtisch versorgt, den sie ebenso wie einen angepaßten Rollstuhl mit nach Leh nehmen konnte und nun täglich darin das Stehen übt.


Ihre Mutter war bei allen Therapien anwesend und übt nun täglich zu Hause mit der Tochter.
Zweimal die Woche wird sie jetzt in Therapiezentrum in Leh behandelt.


Resümee:

Durch die intensiven Therapien konnte Sonam die hüftumgebende Muskulatur und ihre Beine kräftigen. Sie kann jetzt für ganz kurze Zeit mit der Hilfe einer Person (vorher waren 2 Personen nötig) stehen und kann sich im Kniestand ca. 10 Sekunden selbständig aufrecht halten mit nur einer Hand an einem Stuhl. Vorher mußte ihre Mutter immer das Becken nach vorne drücken, um sie aufzurichten, das kann sie nun alleine. Sie lernte auch langsam vorwärts und rückwärts zu krabbeln.

Ihr größter Wunsch, einen "normalen", geraden Fuß zu haben, ging in Erfüllung. Auf diesem Fuß fällt ihr nun das Stehen auch leichter, vorher knickte er trotz orthopädischer Schuhe und Schienen ein, zusammen mit den Lähmungen keine gute Ausgangsituation für eine Therapie.


Sonam selbst beschreibt die Zeit in Deutschland als absolut fantastisch, in jeder Hinsicht. Sie ist sehr dankbar für die Hilfe und Unterstützung von allen Seiten und genoß die Zeit bei der Familie Boden, die ihr, abgesehen von der medizinischen Versorgung, zusätzlich spannende kulturelle bis kulinarische Erfahrungen ermöglichten, in vollen Zügen.
Ende September 2011 begleitete Lutz Sonam zurück nach Leh. Da Sonam von den Therapeuten in Leh weiterbehandelt wird, sind von Ladakh-Hilfe e.V. keine weiteren Maßnahmen in Deutschland geplant da noch sehr viele weitere Kinder auf Behandlungen warten.

Stellungnahme 29.12.2011 von Ladakh-Hilfe e.V.:

Wir danken der Familie Boden und dem Sebnitzer Spendenkreis (Spendenergebnis 19.000 Euro) für den vorbildlichen Einsatz in Sache Sonam im Jahr 2011.

Von Familie Boden und dem Sebnitzer Spendenkreis ist ein weiterer Aufenthalt ab Februar 2012 von Sonam und ihrer Mutter in Deutschland geplant, um die therapeutischen Ergebnisse zu verbessern. Der Verein Ladakh-Hilfe e.V. distanziert sich von diesem Vorhaben und unterstützt es nicht. Die Gründe dafür sind die hohen Kosten und die fragliche therapeutische Effizienz eines erneuten Besuches von Sonam in Deutschland. In unserer Satzung steht, dass keine Person übermäßig begünstigt werden soll und wir nehmen die Verantwortung über die uns vermittelten Spenden sehr ernst. Wir haben sehr viele andere schwer erkrankte Kinder zu betreuen, die dringend Hilfe brauchen.

Allein verantwortlich für den 2. Besuch Sonams in Deutschland sind Fam. Boden und der Sebnitzer Spendenkreis.




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