Sonam
in Deutschland, ein Traum wird wahr,
18.6.2011

Von links
unten: Dolma, Petra, Lutz, Sonam, Alexandra
Petra
Boden, ihr Mann Lutz und Alexandra Niedersteiner erträumten den
Traum zusammen mit Sonam: Sie sollte nach Deutschland kommen und dort
ausführlich untersucht und therapiert werden.
Sonam wird von Ladakh-Hilfe/Rewa Society seit fünf Jahren in
Leh physiotherapeutisch betreut und mit Schienen für ihren Klumpfuß
versorgt. Das blitzgescheite Mädchen leidet unter den Folgen
einer Spina Bifida (offenes Rückenmark), kann aufgrund der Muskelschwäche
nicht mehr selbst laufen. Dazu kommt noch ein nicht behandelter Klumpfuß,
der ihr beim Gehen große Schwierigkeiten bereitete. Mit dem
Wachstum verschlechterte sich ihr Zustand durch die verklebten Rückenmarkshäute
und wir schickten sie im Herbst 2008 nach Delhi zur längst überfälligen
Operation. Leider brachte dieser Eingriff nicht die erwarteten Resultate,
ihr Zustand verschlechterte sich: War sie vorher noch in der Lage,
zeitweise mit Gehstützen zu laufen, versagten die sensomotorisch
beeinträchtigen Muskeln hüftabwärts ihren Dienst und
sie war auf den Rollstuhl angewiesen und konnte nicht mehr regelmäßig
zu Schule (Mahabodi) gehen.
Trotzdem lernte das heitere Mädchen fleißig zu Hause und
fuhr nur zu den Examen in die Schule (REWA half beim Transport) und
schloß diese als Klassenbeste ab. Sie ist mittlerweile 17 Jahre
alt, spricht fast fließend Englisch und versteht ein wenig Deutsch.
2010 wurde das Haus von Sonams Familie von dem verheerenden Flutdesaster
heimgesucht und unbewohnbar gemacht. Diesen Sommer soll es renoviert
und restauriert werden.
Weitere Informationen über Sonam in folgendem Bericht: Sonam
2010

Sonam
bei der Hippotherapie
Petra
und Alexandra, beides Physiotherapeutinnen und ehemalige Freiwillige
von Ladakh-Hilfe, brüteten zusammen mit Sonam über dem Plan,
das Mädchen und seine Mutter Dolma für drei Monate nach
Deutschland zu bringen, um ihr mittels unserer fortgeschrittenen medizinischen
Möglichkeiten zuhelfen.
Zwei Jahre wurde vorbereitet: Es mußte genügend Geld für
Flüge und die entstehenden Kosten in Deutschland gesammelt werden.
Dazu veranstalteten die drei PhysiotherapeutenInnen Vorträge
und klopften an alle möglichen Türen. Die Stadt Sebnitz,
in der Petra und Lutz eine Physiotherapiepraxis betreiben, involvierte
sich immer mehr in den Plänen und wurde zu einer tragenden Stütze
für das Vorhaben. Krankenhäuser, Ärzte und therapeutische
Fachkräfte sagten ihre kostenlose Hilfe zu, eventuell sogar mit
Operationen. Eine der größten Hürden waren die Visa
für Deutschland. Wie durch ein Wunder kamen Alex und Petra in
direkten Kontakt mit dem deutschen Botschafter in Delhi und erhielten
unbürokratisch Visa für beide Ladakhi. Die Reisepässe,
die vorher noch beantragt werden mußten, kamen in der letzen
Minute an. Die ganze Aktion forderte den Einsatz und Beistand des
REWA Teams in Ladakh und der Verantwortlichen von Ladakh-Hilfe in
Deutschland.
Alle
zusammen schafften wir es, eine länderübergreifende Brücke
für
Sonam zu bauen!
Nun
sind beide seit zwei Wochen in Deutschland und Sonam bewältigt
bereits ein strenges Wochenprogramm: 3 mal die Woche Bewegungsbad,
3 mal die Woche Vojta Therapie, jeden Tag MTT (Medizinische Trainingstherapie),
jeden Tag Manuelle Therapie, Stehtraining, einmal pro Woche Ergotherapie,
1 mal pro Woche Reittherapie, Bobath, täglich Ergometertraining....Physiotherapie
allgemein individuell unterschiedlich. Dazu bekommt sie Unterricht
für die Schule in Englisch, Erdkunde und Bio. Als Sonam, die
noch nie im Wasser war, das erste Mal ins Bewegungsbad mußte,
war sie schrecklich aufgeregt. In der Uniklinik erhielt sie ein ausführliches
MRT, das von einem Professor ausgewertet wurde.
Ihre Mutter ist bei allen Behandlungen dabei und hilft beim Kochen
und im Garten von Lutz und Petra

Sonam
bei der MTT
Beide
lernen unser Leben hier in Deutschland kennen und staunen über
das satte Grün und die kleinen Wunder, das Neue, dem sie täglich
begegnen. Sonam möchte später sehr gerne für REWA Society
in Ladakh arbeiten und wird sich ihr Studium in dieser Richtung heraussuchen.
Aber das steht noch in den Sternen, erst müssen die drei Monate
bewältigt werden. Nachdem sie die Möglichkeiten für
Behinderte in Deutschland sehen, werden sie inspiriert nach Ladakh
zurück kehren und umsetzen, was sie gelernt haben.
Wir wünschen Sonam und Dolma noch einen wunderbaren und erfolgreichen
Aufenthalt in Sebnitz.
Wir
danken Petra, Lutz
und Alexandra für ihren aufopfernden
und unermüdlichen, durchdachten Einsatz.
Und wir danken den vielen Menschen in Sebnitz
und der umliegenden Gegend für ihre großartige Hilfe
mit Spenden, Therapien, medizinischer Unterstützung und vieles
mehr.
Bericht
von Karola Kostial