Der
König, die Kinder und die Berge
Ein echter König vom Dach der Welt im tiefsten Schwabenland -
das lockte die Besucher zur Lesung von Karola Kostial am 15.10. in
das Café Original nach Wettenhausen. Vielleicht war es auch
das außergewöhnliche Rahmenprogramm mit Dias, Film, tibetischem
Essen, Gewürztee, Berichten und der Musik von Gaiana Glatz-Ice,
die den Saal des Cafés mit 170 Leuten und mehr bis zum Bersten
füllte. Einige Besucher gingen wieder, weil sie nicht mal einen
Stehplatz fanden, die Anwesenden jedoch kamen voll auf ihre Kosten,
ein erfüllender Abend für Augen, Ohren und den Gaumen.


Ein
übervoller Saal
Gebetsfahnen an den Wänden des Saals im ehemaligen Gasthof zur
Post in Wettenhausen, tibetische Räucherstäbchen und Kerzenschein
deuteten auf einen besonderen Abend hin, halfen den Besuchern in das
Geschehen eines Landes einzutauchen, das unserem Verständnis
fremd dünkt. In ihrem Buch "Das andere Ladakh - Abenteuer
im indischen Himalaya" berichtet die Autorin über ihre Erlebnisse
und Erkenntnisse in einem Land, das auch "Klein Tibet" genannt
wird. Mit eindrucksvollen Dias und einer Hintergrundmusik, welche
die Majestät der Berge untermalt, schaffte sie es, das Publikum
in den Bann zu ziehen und es ein Stück weit mitzunehmen auf eine
Reise in das Land des Buddhismus und der hohen Pässe, in ein
Land, in dem Behinderte und Schwache durch den Günzburger Verein
Ladakh-Hilfe e.V. lebensverändernde Unterstützungen erfahren
konnten.

Karola
Kostial liest aus ihrem Buch und führt durch den Abend
Der König von Ladakh, S.E. Jigmet Namgyal, mit dem der Verein
seit 2003 zusammen arbeitet, kam das erste Mal nach Deutschland, um
für die Erhaltung und Renovation der alten ladakhischen Kulturgüter
zu werben. In einer Ausstellung über alte Klöster in Ladakh
im Lindenmuseum in Stuttgart, die am 21.10. eröffnet wird, repräsentiert
er sein Land und sein Anliegen. Der König, der selbst eine behinderte
Tochter hat, gründete 1999 das Institut Nirlac, mit dem er für
jugendliche Menschen mit Behinderungen in Ladakh Ausbildungs- und
Arbeitsmöglichkeiten schuf. Er setzte seine Vision in einem integrativen
Internat um, in dem gesunde und behinderte Kinder zusammen leben und
zur Schule gehen konnten, eine für Ladakh bahnbrechende Institution.
Von Anfang an war es seine Absicht, dieses Internat und die damit
verbundene Verantwortung und Aufgabe an die indische Regierung zu
übergeben, die sich bisher leider nicht um diese Bedürftigen
kümmerte. 2003 trafen Karola Kostial und der König von Ladakh
samt seinen Nirlac-Angestellten im Sinne der Behindertenarbeit aufeinander
und verbündeten sich für einige Jahre im Kampf gegen diese
Not im Land. Im denkwürdigen August dieses Jahres, als die schreckliche
Flutkatastrophe Ladakh heimsuchte, trafen sich Karola Kostial und
Jigmet Namgyal im Königspalast und diskutierten sinnvolle Möglichkeiten
der traumatisierten Bevölkerung zu helfen und das bevorstehende
Treffen in Deutschland.

Der
König von Ladakh, S.E. Jigmet Namgyal berichtet über seine
Arbeit in Ladakh

Er
beantwortet viele Fragen und gibt Autogramme
In Wettenhausen erzählte der König über seine Arbeit
in Ladakh, beantwortete Fragen, wie z.B. ob er auch eine Krone trägt,
gab Autogramme und mischte sich unter die Leute, sprich: ein König
zum Anfassen, ein lustiger König, wie einige Besucher urteilten.
Über eindrucksvolle Bilder von der Flutkatastrophe vermittelte
Karola Kostial direkten Einblick in das Geschehen dieses Sommers,
zeigte die Anstrengungen des Günzburger Vereins in dieser Hinsicht
den betroffenen Menschen direkt und konkret zu helfen. Neuigkeiten
über die Behindertenarbeit, Expansionspläne in die muslimischen
Regionen Ladakhs wurden über Dias und einen Film vermittelt.

Gaiana
spielt mit ihren Klangschalen und zaubert Antmophäre
Gaiana Glatz-Ice verstand es, mittels ihrer einfühlsamen Musik
auf ausgefallenen Instrumenten einen passenden Rahmen für die
Veranstaltung zu schaffen und die Atmosphäre vom Dach der Welt
spürbar näher zu bringen. Die Töne der Klangschalen,
tibetische Glocken und das Monochord verzauberten die Zuhörer,
schufen eine Dimension, die dem ganzen Abend einen besonderen Glanz
verlieh.


Anjali
Treff erzählt souverän über ihre Zeit in Ladakh
Anjali
Treff aus Burgau sprach aus dem Herzen, als sie über ihre Erfahrungen
als Freiwillige für Ladakh-Hilfe e.V. berichtete. Vier Monate
verbrachte sie 2009 in dem Land und hinterließ mit ihrer Professionalität
und hingebungsvollem Einsatz für die Patienten und das Ziel des
Vereins einen bleibenden Eindruck bei allen Beteiligten vor Ort.

Anna
Probst und Thomas Schmid, zukünftige Freiwillige
Zu den Besuchern der Veranstaltung gehörten einige ehemalige
und zukünftige Freiwillige des Vereins, die sich an diesem Abend
über ihre Arbeit und Pläne austauschen konnten.
Den vielen Helfern des Vereins ist der reibungslose Ablauf der Veranstaltung
zu verdanken, durch den jeder Besucher zusätzlich eine Kostprobe
von Then Thuck, einer vegetarischen, tibetischen Nudelsuppe und Chai,
dem indischen Gewürztee, erhielt.

Unsere
neuen Messerollbanner
Eine interessante Nebengeschichte erzählten vier Günzburger
Abenteurer, die im September Ladakh und das therapeutische Zentrum
von Ladakh-Hilfe e.V. in Leh auf eigene Faust besuchten, weil ihnen
die Arbeit von Karola Kostial bekannt war. Sie platzten mitten in
die Konstruktion des neuen Barfußpfades im Garten des Zentrums,
langten sofort zu und halfen dabei, die Holzbalken bunt anzustreichen.
Zuschauer
auf dem Balkon