Jigmet
und Tina - eine Erfolgsgeschichte
Ehemalige
Freiwillige von Ladakh-Hilfe setzt sich mit großem Erfolg für
oberarmamputierten Jungen in Ladakh ein - Zusammen
sind wir stark!
Im April 2009 fuhr Jigmet Kunzang
in Leh mit dem Bus von der Schule nach Hause. Sein rechter Arm hing
aus dem Fenster, während er vor sich hindöste. Er wurde
von einem entgegenkommenden Lastwagen gestreift und schwer verletzt,
sein kompletter Unterarm musste amputiert werden. Er wurde uns im
Juli 2009 das erste mal vorgestellt. Wir überlegten eine Prothesenversorgung,
waren uns aber noch nicht klar, ob in Deutschland oder Indien. Tina,
derzeit als freiwillige Physiotherapeutin in Ladakh,
schulterte diese Angelegenheit und begann nach ihrer Rückkehr
nach Deutschland mit einer einzigartigen Werbekampangne, um Geld für
die Prothesenversorgung zu sammeln. Sie setzte dabei alle Hebel in
Bewegung, inklusive Zeitung, Radio und Fernsehen.

Ihr
gelang es, innerhalb von einem Jahr über 6000
Euro zu sammeln!
Danke
und Bravo Tina! Danke an alle Spender!
Wir kümmerten uns in Ladakh in der Zwischenzeit um eine gute
Wundheilung und versuchten Kontakte mit Kliniken und Ärzten in
Indien zu knüpfen, die uns helfen könnten. Das gestaltete
sich als recht schwierig, denn oft bekamen wir auf Anfragen einfach
keine Antworten, keiner beantwortete unsere Telefonanrufe. Im Herbst
2010 traf Mr. David, der Präsident von REWA Society, unserem
Tochterverein in Ladakh, die "passenden" Ärzte und
schnell entstanden gute Verbingungen. Nun mußten wir noch warten,
bis Jigmet seine Examen hinter sich hatte, dann flog sein Vater mit
ihm anfangs der Winterferien nach Delhi. Jigmet wurde abgemessen und
die Prothese in USA!!!! bestellt. Nach einer dreitägigen Einführung
kam Jigmet nach Leh zurück und erschien nach telefonischer Absprache
zwei Wochen später im RAC.
Jigmet benötigt jetzt noch regelmäßige Nachsorge und
Einweisung in die sehr gute, mechanische Prothese.
Aufgrund seiner schlechten Haltung wird viermal wöchentlich seine
Schulter- und Rumpfmuskulatur trainiert, um weitere Fehlhaltung zu
vermeiden und um das Gewicht der Prothese besser tragen zu können.
Desweiteren findet ein ADL-Training statt, dass Jigmet lernt, seinen
euen Arm auch im Alltag zu nutzen.
Ein gewisses Bewusstsein muss er erst noch entwickeln und entdecken
welche Möglichkeiten er nun hat.

Jigmet
im Januar im RAC - mehr Bilder folgen bald
Die gesamten Unkosten konnten
mit den gesammelten Spenden beglichen werden: Flüge nach Delhi,
Kost und Logis in Delhi für Jigmet und seinen Vater, die Prothese
aus USA, Physiotherapie zur Vor- und Nachsorge.
Mein
persönlicher Dank und Wertschätzung als 1. Vorsitzende von
Ladakh-Hilfe e.V. geht an Tina Ulfig aus Mannheim, die sich mit ganzem
Herzen und Kraft für den Jungen eingesetzt hat. Sie gab viel
mehr, als von einer Freiwilligen erwartet wird!
Auch größten Dank an
Tinas Familie, ihre Freunde und alle Menschen, die Tina während
Ihrer Aktion in Rat und Tat unterstütz haben und die vielen Spenden
ermöglichten.
Ich bete, dass Tinas Beispiel
Nachahmer findet und wir noch vielen Kindern in Ladakh auf individuelle
Weise helfen können.
Danke auch für Eure/Ihre
Geduld, es ging nicht so schnell, wie wir das hier in Deutschland
gewöhnt sind, aber es hat letztendlich doch funktioniert.
Karola
Kostial, 1. Vorsitzende