Wachstum bringt strukturelle Veränderungen

für 2009

Ladakh-Hilfe/REWA mietet neuen Therapieraum

Unsere Arbeit in Ladakh zeigt Früchte: Immer mehr Kinder und ihre Familien suchen bei uns Hilfe und Rat.

Der kleine Therapieraum in der Moravian Mission Schule platzte schon den ganzen Sommer aus den Nähten. Als ich die Räume während meines Besuches in Ladakh im Oktober und November begutachtete, fanden wir oft gar keinen Platz zum Sitzen oder wir vereinnahmten mit unserem Sitzplatz Raum für die Gymnastik. Therapie war nur begrenzt möglich, therapeutische Mittel stapelten sich an den Wänden und in den Regalen. Bei schönem Wetter verschwanden die Therapeuten mit geeigneten Kindern ins Freie, wo sich Hunderte von Schulkindern aufhielten und lärmten, auch keine Alternative.

Mit Mr. David, dem Leiter von REWA, zogen wir los und suchten nach einem größeren, geeigneten Therapieraum und wurden mit dem Lionsclub Gebäude fündig. Dieses Haus in der Mitte von Leh wurde vor zwei Jahren neu errichtet, das Grundstück ist von einer Mauer umgeben, ein riesiger Garten bietet Raum für einen behindertengerechten Spielplatz. Eine Rollstuhlrampe führt in das Erdgeschoss, Strom, zwei Toiletten und fliessendes Wasser (zumindest in den wärmeren Monaten) ist vorhanden. Das Gebäude wird im Moment nur zwei mal jährlich von der dZi Foundation für die Eye- und Dental Camps (für die Schulkinder in Leh) genutzt, jeweils für 10 Tage.

Zur gleichen Zeit wie wir hatte sich die Mahabodi-Institution um das Gebäude beworben. Sie wollten ein kommerzielles Meditationszentrum daraus machen. Aber die Gunst stand unserer Arbeit zur Seite: Der Lions Club konnte sich mit unseren gemeinnützigen Zielen besser identifizieren und überlies uns den großen Raum im Erdgeschoss für sehr günstige 100 Euro (6000 INR) im Monat. Dieser Vertrag ist für fünf Jahre gültig.

Das Lions Club Gebäude. Wir mieteten das gesamte Erdgeschoss.

Wir werden gegen Ende 2008 in das neue Gebäude umziehen. Ein ganz wichtiges Projekt, das uns jetzt bevor steht, ist die Installation einer Heizung in dem großen Raum. Seit Neuestem gibt einen Heizungsinstallateur in Leh, der uns auch schon einen Kostenvoranschlag für eine Gas-Wasser Heizanlage gemacht hat: Insgesamt 6500 Euro, die wir noch auftreiben müssen. Die jährliche Miete wird in einer "Lumpsum" anfangs des Jahres an den LionsClub ausgezahlt.

Schluss mit MAC: Wie dieses neue Therapiezentrum letztendlich heissen wird, wissen wir noch nicht. Vielleicht REWA Center oder REWA Ability Center, die zündende Idee steht noch aus. In den letzten Jahren gab es immer wieder Missverständnisse im Zusammenhang von Ladakh-Hilfe und Moravian Mission Schule. Wir haben unsere Räumlichkeiten nur von der Moravian Mission Schule gemietet, hatten aber sonst nichts mit der Schule zu tun. Leute dachten des Öfteren fälschlicherweise, dass wir Mr. Gergan, dem Direktor der Schule, unterstellt waren. Deswegen gibt uns nun auch die räumliche Trennung von der MMS unsere klare Identität zurück, gekoppelt mit REWA SOCIETY, unserer einheimischen NGO.

Neue Wohnungen für die Freiwilligen

Unsere zwei kleinen Wohnungen, die wir seit 2004 als Unterkunft für die Freiwilligen nutzen, wurden uns diesen Sommer von Mr. Gergan gekündigt. Dolkar, unsere Angestellte, unterbreitete den Vorschlag, Räume im Gästehaus ihrer Mutter anzumieten. Nachdem Mr. David und ich alle anderen Alternativen ausgeschlossen hatten (miserable Zustände der Gebäude, schlechte Lage, zu hohe Mieten), einigten wir uns darauf, das gesamte Obergeschoss des "Sonam-Chen Guesthouses" für 125 Euro im Monat zu mieten. Damit gewinnen wir ein Einzelzimmer, zwei Doppelzimmer, ein großes Wohnzimmer/Büro, eine Küche (zu diesem Zweck wird ein kleines Gästezimmer in eine Küche umgebaut), zwei Toiletten/Bäder innen (eines davon sogar mit Heisswasserdusche in den warmen Monaten) und eine Ladakhi-Toilette für den Winter. Vor dem Haus lädt ein wunderschöner Sonnengarten zum Verweilen ein. Das Haus liegt an der Changspa-Road in sehr guter Lage zur Innenstadt und zum neuen Therapieraum.

Unsere neue Wohnung im 1. Stock des Hauses

Apfelbaum im Garten

Dolkar und ihre Mutter werden mit im Haus wohnen, den Freiwilligen helfen und sich um Alles kümmern. Thugjay, Stanzin-Rigzins Mutter, wird weiterhin zum Putzen kommen und den FW unter die Arme greifen. Zum Heizen stehen uns zwei Gasheizer und ein Holzofen zur Verfügung. Strom- und Wasserverbrauch sind im Mietpreis mit inbegriffen.

Bericht von Karola Kostial, 12.11.2008




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